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Sein und Streit | Beitrag vom 24.06.2018

Sein und Streit - die ganze SendungDas Tier und wir - eine ambivalente Beziehung

Moderation: Stephanie Rohde

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Tierisches Seelenheil: Dieser spanische Priester segnet am Jahrestag des Heiligen Antonius auch Hunde und Katzen.    (imago stock&people)
Tierisches Seelenheil: Dieser spanische Priester segnet am Jahrestag des Heiligen Antonius auch Hunde und Katzen. (imago stock&people)

Wir lieben unsere Haustiere herzlich, aber stören uns herzlos wenig an den Grausamkeiten der industriellen Nutztierhaltung. Was schulden wir Tieren moralisch und welche Rechte haben sie? Diese Frage wird seit einiger Zeit in der Philosophie diskutiert.

Unser Verhältnis zu Tieren ist hochgradig ambivalent. Während wir einerseits in inniger emotionaler Nähe mit geliebten Haustieren leben, blenden wir andererseits die für unseren hohen Fleisch-, Milch- und Eierkonsum nötige grausame industrielle Massentierhaltung im Alltag meist aus, so gut es geht. Doch das Unbehagen bleibt, geht doch weder die heutige Wissenschaft noch die gesellschaftliche Moralvorstellung mehr davon aus, dass Tiere schlicht Objekte und verfügbares Eigentum sind. Vielmehr wird die Frage, was wir ihnen moralisch schulden, seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Welche Rechte wir Tieren zugestehen sollten und wie wir das begründen können – Fragen an Bernd Ladwig, Professor für politische Theorie und Philosophie an der Freien Universität Berlin.

Der philosophische Wochenkommentar:
Das Leid anderer anerkennen

Die Bilder von weinenden Kindern, die im Zuge einer weltweit und in den USA selber auf Entsetzen stoßenden "Abschreckungspolitik" von ihren Eltern getrennt wurden, mit denen sie illegal die Grenze übertreten hatten – sie gingen diese Woche um die Welt. Die Trump-Regierung beugte sich schließlich dem Druck und beendete die unmenschliche Praxis, doch die Politik der Härte wird weitergeführt. Ein Motiv, mit dem erzkonservative Trump-Anhänger diese zu verteidigen suchen, ist: Diese Bilder des Leids seien gar nicht echt, hier seien Schauspieler am Werk. Eine groteske Behauptung, in der eine Abwehr- und Vermeidungsstrategie liegt, die gerade den diese Woche verstorbenen großen amerikanischen Philosophen Stanley Cavell immer wieder beschäftigt hat, wie David Lauer in seinem philosophischen Wochenkommentar ausführt.

Die philosophische Flaschenpost

"Im politischen Denken und der politischen Analyse ist der Kopf des Königs noch immer nicht gerollt".
Was es mit diesem Satz des französischen Philosophen Michel Foucault auf sich hat, erklärt der Kultur- und Medienwissenschaftler Joseph Vogl.

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(Deutschlandfunk, Corso, 27.10.2017)

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