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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 18.11.2012

Sehnsucht nach Geborgenheit

Von Elena A. Griepentrog, Berlin

Jesus am Kreuz (Stock.XCHNG / Robert Aichinger)
Jesus am Kreuz (Stock.XCHNG / Robert Aichinger)

Was heißt es, im Leben, in sich selbst, in Gott aufgehoben zu sein? Warum haben so viele Menschen bewusst oder unbewusst das Gefühl, im Leben und in sich selbst nicht zu Hause zu sein? Warum ist es so wichtig und wie können wir da hinkommen? Was hat Geborgenheit mit erfülltem Leben zu tun?

Ob ich sitze oder stehe, du weißt es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ob ich gehe oder liege, du bist um mich
und siehst alle meine Wege.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
(aus: Psalm 139)


Was für ein Traum, den der biblische David mit seinem Psalm da in Worte kleidet! Jemand ist immer da für mich, schützt mich, kennt mich, liebt mich und lässt mir gleichzeitig Raum, mich zu entwickeln, eigene Wege zu gehen, wirklich Ich zu werden und zu sein. Ich fühle mich rundum gewärmt und geborgen und gleichzeitig handlungsbereit und absolut frei. Gott ist für David so etwas wie ein ewiger Vater, eine ewige Mutter. Niemals kann er tiefer fallen als in Gottes Hand. Dieses selbstverständliche Zuhausesein in einer höheren Dimension ist wohl die tiefste Geborgenheit, die wir Menschen im Leben haben können.

Doch Geborgenheit hat ja viele Schichten. Am Anfang steht die kindliche Geborgenheit. Im Idealfall sind wir als Kind geschützt bei den Eltern, wir werden wahrgenommen in unseren Eigenheiten und Bedürfnissen und fühlen uns dadurch sicher. Und aus dieser Sicherheit heraus können wir die Welt entdecken. Je kleiner wir sind, desto wichtiger ist die Verständigung mit unseren Eltern über die Sprache des Körpers. Das ist natürlich körperliche Nähe. Das ist aber auch ein fantastischer Mechanismus in unserem Gehirn, die Spiegel-Neuronen. Das sind Gehirnzellen, die, wenn wir etwas nur von außen beobachten oder uns vorstellen, genau so reagieren, als ob wir es selbst direkt erleben. Jemand anders schneidet sich in den Finger, wir schreien aua. Wir spüren den Schmerz des Anderen fast körperlich selbst. Die Spiegelneuronen sind ein Wunderwerk, sie geben uns die Möglichkeit zu einer Nähe mit unseren Eltern, die wir allein mit Worten nie erreichen könnten. Joachim Bauer, Arzt und Autor des Buches "Warum ich fühle, was du fühlst"

Joachim Bauer
"Der Säugling, das zeigen bestimmte Experimente, die man mit Säuglingen gemacht hat, hat offenbar so eine Art Startset, also so eine Art Grundausstattung mit Spiegelneuronen. Das kann man zum Beispiel daran sehen, dass Säuglinge, die erst wenige Tage alt sind, bereits in der Lage sind, bestimmte Grimassen, die man ihnen zeigt, nachzumachen. Das ist ein Spiegelmechanismus. Und nun kommt es darauf an, dass diese zarte biologische Grundausstattung mit Spiegelzellen, dass die gefördert wird, dass die sich entwickeln kann. Und das kann sie nur, wenn der Säugling, nun selber einfühlsam behandelt wird, das heißt, wenn er die Erfahrung macht in seiner Welt, dass Andere sich in ihn einfühlen können."

Werden wir als Babys einfühlsam behandelt, werden wir selbst fähig zur Empathie, zum Mitgefühl. Das schafft eine quasi biologische Nähe mit anderen Menschen, auch als Erwachsene. Wie schnell erfassen wir ohne Worte, wie es einem nahe stehende Menschen geht, ob ihn etwas bedrückt, ob er Angst hat, wütend ist, traurig oder sich freut. Ein Draht entsteht, noch ehe irgendetwas gesagt ist. Das gilt sogar oft auch für Fremde. Wie viel unendliche Möglichkeiten haben wir auf diese Weise, uns anderen Menschen nahe zu fühlen, in Partnerschaften, Freundschaften, Familien, Nachbarschaften oder mit Arbeitskollegen. Sogar mit Unbekannten. Manchmal können wir sogar so etwas wie eine Geborgenheit in der Menschheit spüren.

Und dann ist da noch die Geborgenheit in uns selbst. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, mag mich, liebe mich wie eine Herzensfreundin, wie meinen besten Freund. Und so gehe ich liebevoll mit mir um, kümmere mich gut um mich. Ich fühle mich innerlich ruhig und kann mich ganz dem Augenblick hingeben. Wenn etwas Schlimmes passiert, kann ich mich innerlich selbst in den Arm nehmen, mir selbst helfen, mich wieder zu sammeln und zu sortieren. Mir gut zureden und mich trösten. Wenn es sein muss, bin ich selbst-ständig - ich kann selbst stehen.

Ein geborgenes Kind spürt, dass die Beziehung zu seinen Eltern tragfähig ist, dass sie es aushalten, wenn sich das Kind auch mal daneben benimmt. Niemals wird die unbedingte Liebe aufgekündigt. Die Bindungsforschung nennt das "sicher gebunden". Eine solch geborgene, geliebte Kindheit lässt uns zu geborgenen, geliebten Erwachsenen werden. Doch: Wie anders sieht oft die Realität aus! Mein persönlicher Eindruck ist: Ein großer Teil der Erwachsenen ab ungefähr 40 hatte eher eine Kindheit, in der sie eben nicht sicher gebunden waren. In verschiedenen Abstufungen, aber oft mit fatalen Folgen.

Joachim Bauer
"Ein Kind, was merkt, dass die Beziehung zu den Eltern nicht belastbar ist, dass diese Beziehung keine Störungen aushält, ein solches Kind wird ganz feine Antennen ausfahren, die immer gucken, was die Eltern jetzt gerade brauchen. Und das Kind wird dann immer seine eigenen Verhaltensweisen an die Bedürfnisse der Eltern anpassen, und wird dadurch natürlich selber auch in einen Dauerstress kommen, das Kind, das heißt, es wird ein Ensemble von Gefühlen produzieren, was gar nicht echt ist. Was es nur sozusagen nach außen darbietet, weil es die Eltern so brauchen."

Ein "falsches Selbst" nennt die Psychologie das, was im schlimmsten Fall dabei heraus kommen kann. Das Kind muss für die Bedürfnisse seiner Eltern herhalten. Kann nicht in sicherer Freiheit seine eigene Persönlichkeit entwickeln. Das klingt erschreckend. Und war und ist doch für so viele Menschen bei näherer Betrachtung die Realität ihrer Kindheit. Dafür kann es natürlich viele Gründe geben. Für die Generationen, die ungefähr zwischen 1930 und 1975 geboren sind, gibt es dafür aber einen gewaltigen Grund, eine ständige Hintergrundfläche - den zweite Weltkrieg.

Wer als Kind einen Krieg mit Bomben, Flucht, Hunger, Verlust von Heimat und Familienangehörigen, ohnmächtiger Angst der Erwachsenen erlebt, die Vergewaltigung der Mutter oder selbst missbraucht wird, hat oft noch als Erwachsener damit zu kämpfen. Das ist ja in Deutschland nicht anders als im Kosovo, Bosnien oder Syrien. Bei vielen sind diese Erlebnisse noch immer in tiefste Tiefen abgedrängt. Doch Studien zeigen, dass heute noch rund ein Drittel der ehemaligen Kriegskinder unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen, Schlaf- und Angststörungen, sozialen Einschränkungen oder Gefühlstaubheit leidet. Oder sogar unter noch schlimmeren psychischen Krankheiten. Im Vergleich: In der Schweiz sind das in der vergleichbaren Altersgruppe nicht einmal ein Prozent.

Diese immer wieder erschreckend hohe Zahl in Deutschland zeigt wohl auch, dass die Kinder nach dem Krieg nur in seltenen Fällen seelisch aufgefangen wurden. Die Eltern hatten ja meist mit dem Überleben zu kämpfen. Die Kinder durchbringen, Essen organisieren, ein Dach über dem Kopf finden. Eine Arbeit, eine Ausbildung für die Kinder. Und sie hatten mit ihren eigenen Traumata zu tun. Den Grauen von Krieg und Flucht oder den Erlebnissen als Kriegsgefangener. Vielleicht auch mit der Abwehr von Schuld. Für die Eltern war das Wichtigste oft Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Die Trauma-Therapeutin Gabriele von Thienen

Gabriele von Thienen
"Die Eltern konnten es im Äußeren dann aufbauen, relativ schnell, aber sie haben dieses eigentlich Gute von Ordnung und Regeln oft so eng auf die Kinder übertragen, dass es für die zu eng und zu äußerlich wurde, wie ein Zwang. Und die Fähigkeit der Eltern, schnell etwas neu aufzubauen und Wohlstand aufzubauen oder ein geordnetes Zuhause zu bekommen, korrespondierte nach innen mit einem Chaos, mit einem Gefühlschaos. Und da war alles durcheinander und es wurde nicht geguckt oder ausgetauscht oder sortiert, und deshalb haben viele Kinder das Gefühl gehabt, sie müssen immer gute Leistungen bringen, sie müssen ordentlich aussehen, die Familie muss positiv nach außen dastehen und nach innen sieht es aber ganz anders aus und spielt auch keine Rolle."

Die wenigsten Kinder sind damals wohl so wahrgenommen worden mit ihren Bedürfnissen, wie alle Kinder es nun mal brauchen. Trotz allen Bemühens um das Überleben und einen Neuanfang, den viele Mütter oder Eltern ja durchaus geschafft haben. So entstand bei vielen ein Gefühl von innerer Auskühlung, von Ruhelosigkeit, von Unbehaustsein. Echte Wärme fehlte oft, Anteilnahme, Kuscheln und Zärtlichkeit, Lebendigkeit, intensive Gefühle. Dagegen haben viele heute kaum noch vorstellbare rohe Gewalt erlebt, viele Söhne waren für verwitwete Mütter auch Partnerersatz und versuchten ihr Bestes, für die Mutter etwas wieder gut zu machen in ihrem schweren Leben. Das bedeutete oft innere Verstrickung statt gesunder Bindung. Oder ein verzweifeltes Kämpfen um jedes bisschen Nähe von Müttern, um deren Herz sich ein dicker Panzer gelegt hatte.

Gabriele von Thienen
"Ich kann mich autonom entwickeln, wenn ich genügend Sicherheit habe, wenn ich genug Bindung habe. Und in der Bindung muss ich aber auch frei genug sein, Meins entwickeln zu dürfen. Und genau diese Prozesse sind sehr, sehr stark gestört, weil ich finde keine Sicherheit, weil die Erwachsenen überlastet sind, die sind auch nicht aufmerksam, die sind ja praktisch in ihren Gedanken und Verarbeitungen und sind auch in ihren entweder Erstarrungen oder in der Abwehr der starken Gefühle, und die Sicherheit ist unterbrochen und die Autonomie ist auch oft unterbrochen, weil in dem Wechselspiel können die Eltern oft nicht für die Kinder zur Verfügung stehen."

Selbst wir Nachgeborenen haben oft den Krieg noch in den Knochen. Wir haben ihn nicht selbst erlebt, und doch ist er da. Längst nicht für alle, aber doch für zu viele. Viele von uns haben kriegs-traumatisierte Eltern gehabt, die unter der Oberfläche der sicheren Normalität zutiefst verängstigt waren, emotional unnahbar, die sich schwer taten mit körperlicher Zärtlichkeit, kämpfend gegen Depressionen, Panikattacken oder unberechenbare cholerische Ausbrüche. Oder die getrieben waren von Leistungsdruck oder einem Zwang, Andere abzuwerten. Manche Eltern haben auch bei ihren Kindern gesucht, was sie selbst zu wenig bekommen hatten. Trost, eine Schulter zum Anlehnen, bedingungslose Liebe. Sicherheit für die nach dem Krieg Geborenen? Bei näherem Hinsehen war sie oft nur äußerlich. Emotionale Geborgenheit? Bei vielen kaum. Eher eine diffuse emotionale Leere statt wirklicher Nähe.

Manche hatten auch ein Elternteil oder sogar beide, die psychisch krank waren. In solch schlimmen Fällen ist sogar oft das biologische Instrument der Spiegelneuronen quasi stumm geschaltet. Kinder sorgen dann für ihre Eltern, anstatt selbst versorgt zu werden. Das Eigene bleibt auf der Strecke.

So sind die Kinder der Kriegskinder sind nicht selten Kriegs-Enkel. Was für viele Kriegsenkel bleibt, ist eine große Unsicherheit und Haltlosigkeit im Leben und in sich selbst. Eine Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Heimat- und Wurzellosigkeit. Oft Bindungsprobleme oder sogar Bindungsunfähigkeit. Eine oft versteckte Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit, die viele bei einem Partner zu stillen versuchen, der übermenschlich sein muss. Oder in der perfekten selbst gegründeten Familie. Manche suchen sie auch verzweifelt noch immer bei den eigenen Eltern.

Sehnsucht nach Geborgenheit. Manchmal ist sie uns ganz bewusst. Oft aber gehört sie zu den Dingen, die irgendwo im Unterbewussten vor sich hin gären, für die wir kaum Worte finden. Wir fühlen uns einfach nicht sicher in diesem Leben, nicht aufgehoben, nicht wohl in unserer Haut, nicht mit der Welt verbunden, sondern vielleicht irgendwie über ihr schwebend. Tröstlich sind jedoch die Erkenntnisse der Wissenschaft, der modernen Hirnforschung: Das Gehirn ist ein unerhört leistungsfähiges, flexibles Schatzkästchen. Es kann in jedem Alter neue Bahnen anlegen und alte überschreiben. Und das bedeutet, wir können unbegrenzt Neues kennen lernen, Nicht-Gelerntes nachholen, Belastendes überwinden und in Vielem noch einmal anfangen. Und endlich Raum schaffen für das eigene Ich. Joachim Bauer hat schon viele Menschen auf diesem Weg begleitet.

Joachim Bauer
"Menschen, die erwachsen sind und die in ihrer Kindheit so ein falsches Selbst entwickeln mussten, ihrer Umwelt zuliebe, und die dann später merken mussten, hey, ich bin ja gar nicht Ich, ich leb ja überhaupt nicht meine Gefühle, irgendwas stimmt hier nicht. Und wenn man so was feststellt, dann ist es gut, wenn man sich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten wendet, um dann vielleicht im Rahmen einer Psychotherapie auf die Suche zu gehen, auf eine Forschungsreise nach innen zu gehen, und dieses wahre Selbst zu finden, und dann am Ende vielleicht doch ein Leben zu führen, was mit dem wirklichen Ich zu tun hat und nicht nur mit den Bedürfnissen, die Andere an mich stellen."

Für viele ist eine Therapie oder spezialisierte Traumatherapie eine sehr effektive Hilfe. Aber egal, ob Therapie oder nicht: Vielleicht ist insgesamt der Schlüssel zur Geborgenheit im Leben die Geborgenheit im eigenen Ich. Und dazu kann gehören, eine gesunde Kindheit praktisch nachzuholen. Die "Innere Familie" nennen das Trauma-Experten. Das heißt zu lernen, sich selbst Vater oder Mutter zu sein, liebevoll mit dem Kind in uns umgehen, es selbst zu versorgen mit allem, was es braucht, und seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Natürlich auf keinen Fall das Kind in uns abwerten oder schlecht machen. Kinder brauchen doch Anerkennung und Liebe! Und Kinder brauchen Schutz. Niemand hat das Recht, uns zu benutzen.

Manche Menschen haben auch Schwierigkeiten, ihre Gefühle wahrzunehmen. Therapeuten raten dann, körperliche Sinneseindrücke zu sammeln. Wie fühlt sich Gras unter den nackten Füßen an? Wie fühlt sich Sand auf der Haut an? Wie kalt ist Schnee, wie heiß eine Kerze?

Für Andere ist es ein Weg, sich künstlerisch mit sich selbst und ihrem Leben zu befassen. Wenn die Worte oder sogar die Erinnerungen fehlen, kann oft das Unterbewusstsein helfen. Malen oder Musik, Töpfern oder Trommeln, Hauptsache, es bringt uns in eine andere Ebene.

Geborgenheit in uns selbst ist gut. Geborgenheit mit Anderen, bei Anderen, für Andere ist auch wichtig! Vielleicht könnten wir insgesamt wohlmeinender miteinander umgehen, mit Vertrauten, aber auch mit Fremden. So, wie es in Familien idealerweise üblich ist, man bringt sich Wohlwollen entgegen, fühlt sich in den Anderen ein und versucht zu verstehen, warum er oder sie so ist oder so handelt. Lässt auch mal Gnade vor Recht ergehen. Vielleicht könnten wir auch aufhören, uns selbst ständig mit Anderen zu vergleichen. Jeder hat eben seinen eigenen Weg. Und nicht jeder kann am Punkt Null sein Leben starten, oft sind wir gezwungen, bei Minus Zehn loszulaufen. Dann ist unser Weg länger und schwieriger und verdient besonderen Respekt. Vor allem von uns selbst.

Geborgenheit in ihrer tiefsten Form – das ist wohl das Aufgehobensein in der Welt und darin, was über die Welt hinaus geht. Zu wissen, dass man Teil dieses Universums ist, Teil der Menschheit, Teil der Geschichte, ja, sogar Teil des immer werdenden und sich entwickelnden Gottes. Für den legendären israelitischen König David war dieses Umfasstsein von Gott wohl so etwas wie ein Lebensgefühl. Aufgehoben in der Wärme und Sicherheit Gottes, regierte er um 1000 v. Chr. das Reich Israel und Juda. Er hatte viele Licht-und manche Schattenseiten, einen besonders schweren Fehler, den er in seinem Leben machte, konnte er einzusehen und wieder gut machen. Die Geborgenheit in Gott gab ihm die Sicherheit, dass wir Menschen sind und Fehler machen können. Und dennoch geliebte Wesen bleiben. Geborgenheit in all ihren Facetten ist letztlich wohl ein gutes Fundament für ein erfülltes Leben.

Ob ich sitze oder stehe, du weißt es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ob ich gehe oder liege, du bist um mich
und siehst alle meine Wege.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
(aus: Psalm 139)


Musik und Literatur dieser Sendung
• CD: Jocelyn B. Smith "ExpressionZZ", Blondell Productions, 2006
• Joachim Bauer "Warum ich fühle, was du fühlst", Heyne Verlag, 2006


Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag hat der katholische Senderbeauftragte für Deutschlandradio Kultur, Pfarrer Lutz Nehk.

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