Das Feature, vom 17.05.2019, 20:10 Uhr

Segeln mit AgassizParadigma

Im Jahre 1840 bereiste der Schweizer Naturforscher Louis Agassiz die schottischen Highlands. Dort entdeckte er im Glen Roy die Spuren eines großen Gletschers. Ab dem Moment sah er die Welt anders. Ein Paradigma, wie die Erde entstanden sei, brach in sich zusammen.

Glen Roy, Landschaft in Schottland, Großbritannien (imago / imagebroker)
Glen Roy, Schottland (imago / imagebroker)

Agassiz war sich in Glen Roy sicher, dass es ein Eiszeitalter gegeben haben musste. Das christlich geprägte Paradigma einer Sintflut weigerte sich zäh, den neuen Erkenntnissen Platz zu machen. Es sollte noch 20 Jahre dauern, bis sich Agassiz‘ Theorie durchsetzte.

Sein fiktionales Alter Ego begleitet eine Künstlergruppe auf einer Segeltour rund um Schottland heute. Ausgehend von Agassiz‘ Erfahrung des wissenschaftlichen Paradigmenwechsels diskutieren die Segler das Phänomen politischer Unverrückbarkeiten.

Schottland - Loch Linnhe (Deutschlandradio / Momo Kohlschmidt)Schottland - Loch Linnhe (Deutschlandradio / Momo Kohlschmidt)

Sie passieren die Insel Jura, wo George Orwell ,1984’ schrieb. Sie ankern in Scapa Flow, wo sich die deutsche Flotte 1919 selbst versenkte, weil ihr Konteradmiral historische Tatsachen ignorierte: Das Paradigma des deutschen Kaisertums liegt hier kieloben im Meer.

Die Reise endet im Glen Roy, dem Tal der grundstürzenden Erkenntnis.

Paradigma
Segeln mit Agassiz
Von Kai-Uwe Kohlschmidt

Es sprachen: Wolfgang Wagner, Momo Kohlschmidt, Katharina Groth
und Gero Bergmann
Musik und Regie: Kai-Uwe Kohlschmidt
Redaktion: Ulrike Bajohr

Produktion: Dlf 2019

Paradigma. Segeln mit Agassiz (PDF)

Paradigma. Segeln mit Agassiz (Textversion)

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