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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Schwierige Reform der Preußen-Stiftung

Ein Ausstieg der Länder bei der anstehenden Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz käme den Bund teuer zu stehen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters der Deutschen Presse-Agentur. Sie veranschlagt für den Bund 50 Millionen Euro Mehrkosten, wenn die Länder aus der Finanzierung entlassen werden würden. Probleme sieht der Präsident der Stiftung, Hermann Parzinger, auch im Haus. "Wir haben zu viele Hierarchieebenen", sagte er der dpa. Parzinger mahnte aber, die internationale Bedeutung der Stiftung bei den Reformen zu berücksichtigen. Ein Gutachten des Wisenschaftsrates hatte im Juli den Reformprozess angestossen. Zu der von Bund und Ländern getragenen Stiftung mit rund 2000 Mitarbeitern gehören etwa die Staatlichen Museen Berlin, deren 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten präsentiert werden.

Französischer Schauspieler Robert Hossein ist tot

Der französische Schauspieler und Regisseur Robert Hossein ist tot. Er starb am Donnerstagmorgen nach Atemproblemen im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Hosseins Ehefrau berichtete. Der durch die "Angélique"-Filme international bekannt gewordene Hossein war am Mittwoch 93 Jahre alt geworden. Hossein spielte in seiner sieben Jahrzehnte währenden Karriere in rund hundert Filmen und führte bei etwa fünfzehn Filmen Regie. Erste Erfolge feierte der in Paris geborene Sohn des iranischen Komponisten Aminollah Hossein als Theaterregisseur. Später spielte er etwa in dem Krimi "Rififi" und wurde mit der "Angélique"-Serie zu einem Sexsymbol im Frankreich der 1960er Jahre. Ab den 1980er Jahren an entwickelte Hossein eine Vorliebe für spektakuläre Theater-Inszenierungen.

Komponist Paul-Heinz Dittrich gestorben

Der Komponist Paul-Heinz Dittrich ist tot. Er sei am Montag in Zeuthen bei Berlin 90-jährig gestorben, teilte die Akademie der Künste mit. Mit seinem Werk habe er die neuere Musikgeschichte entscheidend geprägt, hieß es. Er gelte als eine der prägendsten Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Er vertonte Literatur unter anderem von Samuel Beckett, Franz Kafka, James Joyce, Heiner Müller und insbesondere von Paul Celan. Dittrich studierte Komposition von 1958 bis 1960 als Meisterschüler bei Rudolf Wagner-Régeny. Seit 1983 war er Mitglied der Akademie der Künste der DDR und bildete bis 1991 Meisterschüler aus. Er war u.a. auch Professor für Komposition an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin. Dittrich galt als wichtiger Vertreter der avancierten Musik in der DDR. Sein Vorlass befindet sich nach den Angaben bereits im Archiv der Akademie der Künste.

BVMW fordert mehr Unterstützung für Kulturschaffende

Der Mittelstand fordert die Bundesregierung auf, Kulturschaffende in der Krise stärker zu unterstützen. "Für sehr viele der 1,8 Millionen Kunst- und Kreativschaffenden geht es derzeit um das wirtschaftliche Überleben", berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW) an Staatsministerin Monika Grütters. Konkret schlage der Verband vor, "dass die November- und Dezemberhilfen von betroffenen Betrieben schon bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent beantragt werden könnten". Zudem sollte die einmalige Betriebskostenpauschaule der Überbrückungshilfe III für Solo-Selbstständige (Neustarthilfe) von 25 auf 50 Prozent des Vergleichsumsatzes angehoben werden.

Neuseeland feiert Silvester ohne Coronabeschränkungen

Mit einer Reihe von großen Musikfestivals und Feuerwerksshows hat Neuseeland das neue Jahr begrüßt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder anderen coronabedingten Einschränkungen stattfinden. Eine der größten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht. Neuseeland gilt dank früher und strikter Maßnahmen als erfolgreich im Kampf gegen das Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Inselstaat 2162 Fälle bestätigt, 25 Menschen starben mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Neues Museum am Weltkulturerbe Danewerk

Das Weltkulturerbe Haithabu-Danewerk im Norden Schleswig-Holsteins soll ein neues Museum bekommen. Der Südschleswigsche Verein (SSF) wird sein "Danevirke Museum" am ehemaligen Befestigungswall durch einen Neubau ersetzen, wie die "Schleswiger Nachrichten" berichten. Rund 9,5 Millionen Euro wollen zwei dänische Stiftungen für das rund 2.000 Quadratmeter große neue Museum aufbringen. Das Land Schleswig-Holstein und der dänische Staat werden gemeinsam 265.000 Euro pro Jahr für den Betrieb bereitstellen. Die Eröffnung ist für 2024 geplant. Das Danewerk ist eine Anlage aus Erdwällen, Wehrgräben, einer Ziegelsteinmauer, zwei Wallburgen und einem Seesperrwerk. Vermutlich wurde es im 5. und 6. Jahrhundert von den Dänen gebaut, um die Südgrenze zu sichern. Es galt einst als größtes Bauwerk Nordeuropas. Gemeinsam mit der Wikingersiedlung Haithabu ist das Danewerk seit 2018 Unesco-Welterbe.

Pläne für den Nachlass von Freddie Frinton auf Eis

Die Stadt Bremerhaven kann ihr Vorhaben für den Nachlass des 1968 gestorbenen britischen Schauspielers vorerst nicht weiterverfolgen. Grund ist die Corona-Pandemie. Frinton hatte in dem Fernseh-Klassiker "Dinner for One" aus dem Jahr 1963 den Butler James gespielt. Seine Familie will den Nachlass Bremerhaven überlassen - darunter auch das Tiger-Fell, über das James beim "Dinner for One" mit Miss Sophie jedes Jahr zu Silvester stolpert. Es seien schwierige Zeiten, etwas Neues aufzubauen, sagte die Leiterin des Kulturamtes, Dorothee Starke. Bremerhaven plant eine Kombination aus Theater und Restaurant sowie ein Museum. Dafür sucht die Stadt derzeit eine passende Immobilie und einen Betreiber. Bis es soweit ist, lagern die Gegenstände in Großbritannien.

Kulturrat fordert Vorbereitung erneuter Öffnungen

Der Deutsche Kulturrat hat dazu aufgerufen, die Wiederöffnung von Museen, Theatern, Konzerthäusern und anderen von coronabedingten Schließungen betroffenen Kultureinrichtungen vorzubereiten. Öffnungen seien zwar erst wieder möglich, "wenn wir die Pandemie deutlich stärker in den Griff bekommen", erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Trotzdem müssten bereits jetzt Vorkehrungen dafür getroffen werden. Die Kulturministerinnen und Kulturminister der Länder hätten bereits den Auftrag erhalten, ein Konzept zur Wiederöffnung auszuarbeiten, sagte Zimmermann. Föderale Alleingänge seien in der Krise unpassend.

Steinmeier würdigt Gründungsdirektor des Jüdischen Museums

Zum 95. Geburtstag von Michael Blumenthal haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Verdienste des Gründungsdirektors des Jüdischen Museums Berlin gewürdigt. Steinmeier bezeichnete ihn als eine Persönlichkeit, "deren Biografie und Lebenswerk in beispielloser Weise für Verständigung und Toleranz stehen". Monika Grütters betonte, zu Blumenthals zahlreichen Verdiensten gehöre, dass das Jüdische Museum selbst Geschichte geschrieben habe: "als Ort der Begegnung, als Forum für Verständigung und Toleranz". Blumenthal, der von 1997 bis 2014 an der Spitze des Ausstellungshauses stand, begeht am 3. Januar seinen Geburtstag. Er wurde in Oranienburg bei Berlin geboren. 1939 flüchtete seine Familie vor den Nationalsozialisten nach Shanghai. Blumenthal emigrierte 1947 in die USA, wo er in Politik und Finanzwesen sowie als Finanzminister für den demokratischen Präsidenten Jimmy Carter Karriere machte.

Jüdisches Festjahr - 2021 wird bundesweit gefeiert

2021 soll mit einem bundesweiten Festjahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert werden. Ein zu diesem Zweck in Köln gegründeter Jubiläumsverein gab bekannt: fast 500 Projekte hätten sich um eine Förderung beworben, rund 430 weitere würden ohne Förderung realisiert werden. Das bundesweite Festjahr soll sowohl an Holocaust und Antisemitismus erinnern als auch Eindrücke von aktueller jüdischer Kultur vermitteln. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hofft, die Veranstaltungen führten dazu, dass viele Menschen das Judentum als selbstverständlichen Bestandteil Deutschlands akzeptierten. Im Jahr 321 erwähnt ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin erstmalig eine jüdische Gemeinde in Köln.

Bioethiker und Theologe Johannes Reiter gestorben

Der Mainzer Moraltheologe und Bioethiker Johannes Reiter ist tot. Er starb am Montag im Alter von 76 Jahren, teilte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Mainz mit. Dekan Stephan Goertz würdigte Reiter, der ab den 1980er Jahren und bis zu seiner Emeritierung 2009 in Mainz lehrte und forschte, als international anerkannten Experten und feinsinnigen Hochschullehrer. Reiter gehörte unter anderem der Internationalen Theologenkommission in Rom an und beriet die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Außerdem engagierte sich Reiter auch in Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags zu Fragen der Biomedizin, in der Ethik-Kommission der Bundesärztekammer und in der Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz. 2004 wurde Reiter für seine Verdienste an der Universität und seine ehrenamtliche Tätigkeit in zahlreichen gesellschaftspolitischen Gremien mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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