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Interview / Archiv | Beitrag vom 06.05.2019

Schweizer Online-Register für OrganspendeOrganspende: Ja oder Nein?

Franz Immer im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Im Zentralklinikum Augsburg wird 2011 eine Spenderorganentnahme an einem hirntoten Menschen durchgeführt.  (imago stock&people / Annette Zoepf)
Organentnahme bei einem hirntoten Menschen: Die Menschen wollen nicht entscheiden, ob sie spenden oder nicht. (imago stock&people / Annette Zoepf)

Mehr Organspender dank Online-Register? Das zumindest erhofft sich zumindest eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten. Sie hat einen Gegenentwurf zum Spahn-Gesetz vorgelegt. In der Schweiz hat man mit Online-Registern schon Erfahrungen gesammelt.

Über den eigenen Tod denkt wohl niemand gerne nach. Auch dann nicht, wenn man posthum noch Leben retten kann. Das ist in Deutschland so – und auch in der Schweiz. "Wir haben in den letzten Jahren in der Schweiz zahlreiche Maßnahmen in den Spitälern und in der Öffentlichkeit gemacht und haben festgestellt, dass trotz dieser Maßnahmen zwei Drittel der Menschen nicht entscheiden", erklärt der Herz- und Gefäßchirurg Franz Immer, der auch Direktor der Stiftung Swisstransplant ist.

Ein Prozent der Schweizer registrierten sich 

Um mehr Menschen dazu zu bringen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, hat die Schweiz im Oktober eine Online-Datenbank eingeführt. Mit einem simplen "Ja" oder "Nein" kann man dort angeben, ob man nach dem Tod Organe spenden möchte.

Anfangs habe es ein sehr großes Echo gegeben, erklärt Immer. "Wir hatten im ersten Monat rund ein Prozent der Bevölkerung, die sich registriert haben. Seither bleiben die Zahlen mehr oder weniger stabil. Was uns zeigt, dass die Auseinandersetzung sich auch mit einem Register nicht unbedingt verbessert."

Freiwillig, modifizierbar, jederzeit zugänglich

Trotzdem habe das Register im Vergleich zu Spenderkarten große Vorteile: "Es ist freiwillig, es ist jederzeit modifizierbar, es ist rund um die Uhr zugänglich. Es bleibt aber das Grundproblem, dass zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer sich zu diesem Thema nicht oder nur sehr ungerne Gedanken machen. Und sich deshalb auch nicht äußern. Daran konnte auch das Register bis heute nichts ändern."

(mwl)

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