Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 26.08.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Freitag, 26. April 2019

Schwedischen Akademie bekommt neuen Leiter

Die schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, bekommt einen neuen Leiter. Der Literaturwissenschaftler Mats Malm wird den Posten des Ständigen Sekretärs am 1. Juni übernehmen und damit Anders Olsson ablösen. Malm ist Professor für Literaturwissenschaft an der Universität in Göteborg. Der 54-Jährige hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und sich als Übersetzer einen Namen gemacht. Er wurde erst vor vier Monaten in die Akademie aufgenommen. Der Ständige Sekretär ist der Sprecher der Schwedischen Akademie und gibt den Gewinner des Literaturnobelpreises bekannt. Im vergangenen Jahr wurde die Vergabe des Preises wegen eines Skandals in der Akademie abgesagt. Deshalb sollen in diesem Jahr zwei Literaturnobelpreise vergeben werden. Die Gewinner werden im Oktober bekanntgegeben. Malm versprach, die bereits begonnene Reformarbeit fortzusetzen.

US-Kunstmuseum kritisiert AfD-Wahlwerbung

Das US-Kunstmuseum "Clark Art Institute" hat die AfD aufgefordert, das Gemälde "Sklavenmarkt" des französischen Malers Léon Gérôme nicht länger für ihren Wahlkampf zu benutzen. "Wir verurteilen die Verwendung des Gemäldes scharf" und "bestehen" auf eine Unterlassung, schrieb Museumsdirektor Olivier Meslay laut Nachrichtenagentur AFP an den Berliner Landesverband der Partei. Das Museum sei im Besitz des Gemäldes aus dem Jahr 1866 und lehne dessen Benutzung für eine politische Agenda ab, hieß es weiter. Das von der AfD benutzte Gemälde zeigt Turban tragende, bärtige Männer, die eine nackte Frau zu begutachten scheinen. Dazu hat die Partei auf ihrem Wahlplakat die Slogans "Europäer wählen die AfD" und "Damit aus Europa nicht 'Eurabien' wird" gedruckt.

Deutsch-norwegisches Literaturfestival in Oslo

Die norwegische Hauptstadt ist am Wochenende ein Mekka für Freunde deutschsprachiger Literatur. Heute startete im Literaturhaus in Oslo das Deutsch-Norwegische Literaturfestival. 90 Autoren aus Deutschland, Österreich, Norwegen und der Schweiz haben sich angekündigt, unter ihnen Volker Kutscher (Babylon Berlin), Melanie Raabe (Die Falle) und Maja Lunde (Die Geschichte der Bienen). Norwegen ist Gastland der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt.

Mutmaßlicher Banksy in London aufgetaucht

In der Londoner Innenstadt ist ein Graffiti gesichtet worden, bei dem es sich möglicherweise um ein Werk des mysteriösen britischen Streetart-Künstlers Banksy handeln könnte. Britische Medien berichteten, das Bild eines kleinen Mädchens mit einer Pflanze sei über Nacht am Marble Arch, dem großen Marmorbogen am Rande des Hyde Parks, aufgetaucht. Das Graffiti ist anscheinend ein Tribut an die Klimaschützer, die in den vergangenen Tagen an Aktionen der Bewegung Extinction Rebellion in der britischen Hauptstadt teilgenommen hatten. Banksy hat das Werk bisher nicht für sich reklamiert. Das Graffiti zeigt ein kleines Mädchen, das vor einem frisch gepflanzten Setzling hockt. In der Hand hält das Kind das Symbol der Klimaschützer. Das Kunstwerk heizte Spekulationen an, Banksy könne sich den Klimaschützern angeschlossen haben.

Musikrat ruft zur Beteiligung an Europawahl auf

Als zivilgesellschaftlicher Dachverband des Musiklebens hat der Deutsche Musikrat (DMR) dazu aufgerufen, sich am 26. Mai an der Europawahl zu beteiligen. Angesichts zunehmend politisch radikaler Strömungen werde das Ergebnis der Wahl richtungsweisend für die Zukunft der Europäischen Union sein.Mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Musik machen – Haltung zeigen – Zusammenhalt. Europa. Vielfalt. appelliert der DMR außerdem auch über die Europawahl hinaus an die gesellschaftliche Verantwortung jedes Einzelnen, sich aktiv für die in der Verfassung verankerten Werte zu positionieren. Am 21. Juni 2019 soll mit der Initiative Tag der Musik unter diesem Motto im gesamten Bundesgebiet ein Zeichen für die Kulturelle Vielfalt in Deutschland und in Europa gesetzt werden.

Fusion von PONS und Langenscheidt freigegeben

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Fusion von PONS und Langenscheidt gegeben. Es genehmigte in Bonn dem zur Klett-Gruppe gehörenden Sprachführer-Anbieter PONS den Erwerb sämtlicher Geschäftsbereiche von Langenscheidt und Langenscheidt Digital. Sowohl PONS als auch Langenscheidt verlegen Wörterbücher und Bücher zum Sprachenlernen. Das Angebot umfasst neben Printmedien auch mehrere digitale Angebote wie Online-Wörterbücher, E-Books und Apps. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, erklärte, in Folge des Zusammenschlusses kämen die Unternehmen zusammen auf hohe Marktanteile.Trotzdem sei der Zusammenschluss freizugeben gewesen, da es sich bei den kritischen Märkten um sogenannte Bagatellmärkte mit nur geringen Umsätzen handele, so Mundt. Nach der sogenannten Bagatellmarktklausel darf ein Zusammenschluss nicht untersagt werden, wenn in dem betroffenen Markt im Inland im letzten Kalenderjahr weniger als 15 Millionen Euro umgesetzt wurden.

Schauspielerin Ellen Schwiers gestorben

Die Schauspielerin Ellen Schwiers ist tot. Sie starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 88 Jahren nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus am Starnberger See, wie ihre Tochter Katerina Jacob über ihre Agentur mitteilen ließ. Im Jahr 2015 hatte Schwiers nach 70 Jahren Abschied von der Bühne genommen. Vor allem als Darstellerin großer Frauenrollen hatte sich Schwiers einen Namen gemacht. Als "Mutter Courage" war sie in Brechts gleichnamigem Stück zu sehen, in Salzburg spielte sie die Buhlschaft im "Jedermann". Auch in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen war Schwiers zu sehen. Etwa in Serien wie "Derrick", "Tatort", "Unser Charly" oder in "Der Bulle von Tölz".

Staatshilfe für zerstörte Kirchen auf Philippinen?

Philippinische Kulturexperten fordern staatliche Mittel zur Restaurierung von historischen katholischen Kirchen, die durch die Erdbeben Anfang der Woche schwer beschädigt worden sind. Der Vorsitzende der "Nationalen Geschichtskommission der Philippinen" sagte: "Das sind Kulturgüter und ich bin der Meinung, dass ihre Erhaltung und Restaurierung Aufgabe des Staates ist". Auch die Kirche solle im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu den Kosten der Restaurierung beitragen. Mindestens fünf historische Kirchen seien in den Städten Lubao, Guagua, Betis, Angeles und Minalin durch die Beben beschädigt worden. Anfang der Woche wurden mehrere Provinzen durch schwere Erdbeben erschüttert. 16 Menschen kamen durch die Naturkatastrophe ums Leben und Hunderte wurden verletzt.

Ex-Militär leitet Wiederaufbau von Notre Dame

Jean-Louis Georgelin ist für die kommenden fünf Jahre persönlicher Beauftragter und Berichterstatter des französischen Staatspräsidenten für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Er ist emeritierter Fünf-Sterne-General, Ex-Generalstabschef der französischen Streitkräfte und früherer Großkanzler der französischen Ehrenlegion. Der aus den Pyrenäen stammende Offizierssohn und Junggeselle ist katholisch geprägt. Georgelin ist Absolvent der Militärschule Saint-Cyr. Er kommandierte zunächst Fallschirmjäger, bevor er Berater des Heeres-Stabschefs wurde.

Fotograf Michael Wolf ist tot

Der preisgekrönte deutschstämmige Fotograf Michael Wolf ist tot. Er sei bereits am späten Dienstagabend in seiner Wohnung im Schlaf gestorben, teilte Sarah Greene, Direktorin einer Kunstgalerie in Hongkong, mit. Sie half bei der Führung von dessen Studio und organisierte einige seiner Ausstellungen und Buchveröffentlichungen. Laut Greene wurde er 64 Jahre alt. Bekanntheit erlangte Wolf vor allem für Fotografien von Megastädten. Tokio, Chicago und Paris fing er für seine Arbeiten ein, doch seine Lieblingsstadt war Hongkong, wo er seit 1994 lebte. Er brachte etliche Publikationen heraus, etwa den Bildband "Architecture of Density" von 2012, der die dichte urbane Entwicklung Hongkongs demonstriert. Geboren wurde Wolf in München. Er arbeitete einst als Fotojournalist, ab 2001 verlegte er sich auf eigene Projekte. 2005 und 2010 gewann er jeweils einen ersten Preis beim Weltpressefoto-Wettbewerb.

Kulturnachrichten hören

April 2019
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur