Dienstag, 14.08.2018
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. Mai 2018

Schwedische Sopranistin erhält Birgit-Nilsson-Preis

Auszeichnung ist mit einer Million US-Dollar dotiert

Die schwedische Sopranistin Nina Stemme erhält den Birgit-Nilsson-Preis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen der klassischen Musik. Sie werde für ihre herausragende Arbeit, ihre Hingabe und Leidenschaft für Musik ausgezeichnet, begründete die Jury. Der nach der weltberühmten schwedischen Opernsängerin Birgit Nilsson benannte Preis ist mit einer Million US-Dollar (rund 840 000 Euro) dotiert. Er wurde 2009 zum ersten Mal vergeben. Damals suchte Nilsson den Preisträger, den spanischen Star-Tenor Placido Domingo, vor ihrem Tod noch selbst aus. Seitdem wurde die Auszeichnung erst zwei weitere Male verliehen: 2011 an den italienischen Dirigenten Riccardo Muti und 2014 an die Wiener Philharmoniker. Stemme ist die vierte Preisträgerin. Sie nehme den Preis zum 100.
Geburtstag Nilssons "mit höchster Ehrfurcht und in Demut an", erklärte die 55-Jährige.

"Kommune 1"-Mitgründer Kunzelmann gestorben

Anfang der 80er auch Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus

Dieter Kunzelmann, linksradikaler Aktivist und Mitbegründer der anarchistischen "Kommune 1", ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in Berlin, wie sein früherer Anwalt Hans-Christian Ströbele bestätigte. Zusammen mit Fritz Teufel und Rainer Langhans gehörte Kunzelmann zu den als "Bürgerschreck" gefeierten Politclowns der 68er-Bewegung. Mit seinen Happenings galt er als "Chef-Provokateur" der Studentenbewegung. 1959 gründete Kunzelmann in München den deutschen Ableger einer "Situationistischen Internationale", eine Art Widerstandszelle im Kulturbereich. Später gehörte Kunzelmann zu den Gründern der Terrorgruppe "Tupamaros West-Berlin", die mehrere Attentate mit Brandbomben in der Stadt verübte. Anfang der 80er Jahre war er Mitglied der Fraktion der Alternativen Liste, dem Vorläufer der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Ermittler lassen nicht von Serebrennikow ab

Mitbeschuldigter Malobrodski erlitt im Gerichtssaal einen Herzanfall

Russische Ermittler rücken nicht von ihrem Vorgehen gegen den renommierten Theatermacher Kirill Serebrennikow ab. Der Vorwurf der Unterschlagung sei erwiesen, sagte die Sprecherin des Staatlichen Ermittlungskomitees, Swetlana Petrenko, der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Einer der sechs Beschuldigten in dem Fall, der als einziger in Untersuchungshaft gesessen hatte, wurde am Dienstagabend in den Hausarrest entlassen. Alexej Malobrodski hatte vergangene Woche im Gerichtssaal einen Herzanfall erlitten. In einer Klinik wurde der 60-Jährige mit Handschellen ans Krankenbett gefesselt, was in der russischen Öffentlichkeit große Empörung auslöste. Serebrennikow steht seit August 2017 unter Hausarrest. Dessen Produktionsfirma habe von 214 Millionen Rubeln für ein mehrjähriges Theaterprojekt 133 Millionen Rubel (1,8 Millionen Euro) veruntreut, sagte Petrenko. Die russische Justiz habe in Deutschland die Beschlagnahmung einer Wohnung Serebrennikows beantragt. Bei Haftprüfungsterminen vor Gericht hat der Regisseur jede Schuld bestritten. Kollegen halten das Vorgehen gegen den regierungskritischen Künstler für politisch motiviert.

Meisner-Nachlass für 840 000 Euro versteigert

Der Erlös fließt an die Kardinal-Meisner-Stiftung

Knapp ein Jahr nach dem Tod von Kardinal Meisner wurden jetzt Kunstwerke aus seinem Nachlass versteigert. Ein kleiner gotischer Altar hat für 400 000 Euro einen neuen Besitzer aus dem Ausland gefunden. Dazu komme noch ein Aufgeld von 114 000 Euro, so dass sich ein Gesamtpreis von mehr als einer halben Million Euro ergebe, sagte Kilian Jay von Seldeneck vom Kölner Auktionshaus Lempertz. Seldeneck sagte, den aus der Toskana stammenden Altar habe Meisner Ende der 80er Jahre von einer Kunstsammlerin geschenkt bekommen. Der tatsächliche Wert dürfte ihm nicht bewusst gewesen sein, da das Stück nur für einen Bruchteil des Schätzpreises von 120 000 bis 160 000 Euro versichert gewesen sei. Insgesamt erzielten die Stücke bislang 840 000 Euro. Zu dem Nachlass gehören auch Ikonen, Skulpturen, Möbel und Porzellan. Der überwiegende Teil soll Ende September in einer Sonderauktion versteigert werden.Der Erlös fließt an die Kardinal-Meisner-Stiftung, die Gemeinden im Erzbistum Köln sowie in Osteuropa fördert. Meisner war vergangenes Jahr im Alter von 83 Jahren gestorben.

"Toni Erdmanns" Zottel-Kostüm im Museum

Das sogenannte Kukeri stammt aus Bulgarien

Im oscarnominierten Film "Toni Erdmann" trägt Schauspieler Peter Simonischek ein schwarzes, fast drei Meter hohes Zottel-Kostüm mit pinkfarbenen Pompons. Jetzt ist das sogenannte Kukeri aus Maren Ades Vater-Tochter-Drama im Berliner Museum für Film und Fernsehen zu sehen. Das Ganzkörperkostüm werde in einer Vitrine im Bereich "Deutscher Film bis zur Gegenwart (1981 bis heute)" in der ständigen Ausstellung gezeigt, teilte das Museum mit. "Das rituelle Fest der Kukeri ist in Bulgarien alte Tradition zum Vertreiben des Winters und böser Geister", heißt es weiter. Simonischek spielt in "Toni Erdmann" den Alt-68er Winfried, dessen Tochter Ines (Sandra Hüller) eine toughe Managerin ist. Das birgt viel Konfliktpotenzial. Am Ende umarmen sich die Tochter und ihr verkleideter Vater. "Die Umarmung zwischen dem Kukeri und Ines gibt dem Verhältnis zwischen Vater und Tochter eine Wendung. Die bösen Geister konnten vertrieben werden", so das Museum.

Dorgerloh will neues Ausstellungskonzept

Der neue Chef des Humboldt Forums hat viel vor

Der neue Generalintendant des Berliner Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, hat bestätigt, dass für die ständigen Ausstellungen des Forums zunächst für die ersten drei Jahre kein Eintritt verlangt werden soll. Außerdem sprach er sich für ein neues Ausstellungskonzept aus. Einerseits solle den Besuchern die Bedeutsamkeit der Provenienzforschung vermittelt werden. Zugleich plädierte Dorgerloh dafür, dass diese "nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Restitution" sein müsse. Eine Rückgabe von Objekten an die Herkunftsgesellschaft sei nur eine Möglichkeit, man könne auch "teilen" und "Objekte wandern" lassen. Als "Lücken" des bisherigen Ausstellungskonzepts bezeichnete es Dorgerloh, "dass die europäischen Kulturen bis jetzt nicht dabei sind". Deshalb gehöre auch das Museum Europäischer Kulturen in den Ausstellungsbereich. Auch würden Objekte aus der Geschichte des Stadtschlosses als auch aus derjenigen des Palasts der Republik ausgestellt werden. Dorgerloh, zuvor Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, war am Dienstag zum neuen Generalintendanten ernannt worden. Er tritt sein Amt am 1. Juni an.

Preußenstiftung gibt Grabbeigaben zurück

Die Objekte stammen aus Südwest-Alaska

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat Grabbeigaben indigener Gruppen aus Südwest-Alaska an ihre ursprünglichen Besitzer zurückgegeben. Die neun Objekte waren in den 1880er Jahren durch den norwegischen Forschungsreisenden Johan Adrian Jacobsen nach Berlin gekommen, der im Auftrag des damaligen Königlichen Museums für Völkerkunde zu einer Sammelreise an der amerikanischen Nordwestküste unterwegs war. Die Grabbeigaben, darunter Fragmente von Holzmasken und eine Kindertrage, stammten wohl aus einer Plünderung und nicht aus einer genehmigten archäologischen Grabung, begründete die Stiftung die Rückgabe der Objekte an Vertreter der Chugach Alaska Corporation. Die Stücke seien unrechtmäßig aus Gräbern entnommen worden und gehörten deshalb nicht in die Museen, erklärte Präsident Hermann Parzinger.Die restituierten Objekte sollen künftig für den Wissensaustausch zwischen den Generationen der Chugach dienen.

Baufehler löste Kölner Archiveinsturz aus

Das ist das Ergebnis des Hauptgutachters

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor mehr als neun Jahren ist nach Erkenntnissen des Hauptgutachters, Prof. Hans-Georg Kempfert, eindeutig durch einen Baufehler ausgelöst worden. Das hat der Vorsitzende Richter im derzeit laufenden Strafprozess zu dem Einsturz, Michael Greve, in einer Sitzung mitgeteilt. Kempferts jahrelangen Nachforschungen hätten bestätigt, dass ein Loch in einer unterirdischen Wand für den Einsturz ausschlaggebend gewesen sei. Bei dem Unglück kamen 2009 zwei Anwohner ums Leben. Die Schätze des bedeutendsten deutschen Kommunalarchivs wurden verschüttet. Nach Angaben der Stadt Köln beläuft sich der Sachschaden auf 1,2 Milliarden Euro. Die Baufirmen bestreiten die Vorwürfe und gehen davon aus, dass auch ein sogenannter hydraulischer Grundbruch - eine Art Naturereignis - das Unglück verursacht haben könnte. In dem Prozess sind fünf Mitarbeiter von Baufirmen und den Kölner Verkehrs-Betrieben wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung angeklagt. Wenn bis März 2019 kein erstinstanzliches Urteil ergangen ist, verjährt die Sache.

Berlinale: Forum-Leiter Terhechte geht

Er hatte die Leitung der Sektion 2001 von Forum-Gründer Gregor übernommen

Der Leiter der Berlinale-Reihe Forum, Christoph Terhechte, hört zum Juli 2018 auf. Er möchte sich nun neuen beruflichen Aufgaben stellen, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin und das Arsenal mit. Terhechte hatte die Leitung der Sektion, die für experimentelle Filme bekannt ist, 2001 von Forum-Gründer Ulrich Gregor übernommen. Seit 2002 war er zudem als Mitglied im Auswahlkomitee des Wettbewerbs der Berlinale tätig. Festival-Direktor Dieter Kosslick dankte ihm für seine "langjährige großartige Arbeit". Für das Forum 2019 will der Vorstand des Arsenal- Instituts für Film und Videokunst zusammen mit der Berlinale eine kommissarische Leitung stellen. Die nächste Ausgabe des Festivals ist vom 7. bis 17. Februar 2019 geplant. Wer Kosslicks Nachfolger wird, ist noch offen. Sein Vertrag läuft im Mai 2019 aus, er leitet das Festival seit 2001.

3D-Zebrastreifen soll weg

Schmalkaldens Bürgermeister will jedoch für den Erhalt kämpfen

Deutschlands erster 3D-Zebrastreifen im thüringischen Schmalkalden soll wieder verschwinden. Das Landesverwaltungsamt habe der Stadt mitgeteilt, dass der Überweg bis zum 18. Mai entfernt werden müsse, sagte eine Sprecherin der Kommune. Die dreidimensionale Darstellung eines Fußgängerüberwegs entspreche nicht der Straßenverkehrsordnung. Die dreidimensionale Wirkung entsteht durch eine optische Täuschung aus der Kombination von weißen und dunkleren Farbstreifen auf der Straße: Autofahrer glauben, schwebende Balken als Überweg und somit als echtes Hindernis vor sich zu haben. Das soll sie zum Bremsen bewegen. Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski will dennoch weiter für den außergewöhnlichen Zebrastreifen kämpfen. Eventuell könne er als Modellprojekt deklariert zumindest für eine gewisse Zeit erhalten bleiben.

Kinder dürfen Bushidos Musik kaufen

Gericht erließ Urteil zu dem umstrittenen Album "Sonny Black"

Bushidos umstrittenes Album "Sonny Black" darf nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster wieder an Minderjährige verkauft werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die die Platte 2015 auf den entsprechenden Index gesetzt hatte, habe nicht sorgfältig genug zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit abgewogen, entschieden die Richter. Die Bundesprüfstelle hatte die Indizierung damit begründet, dass in den Texten Gewalt und ein krimineller Lebensstil verherrlicht würden. Zudem seien viele Textpassagen frauen- und homosexuellenfeindlich.

Museumsverein des DHM: neuer Vorsitzender

Der Journalist Ulrich Deppendorf tritt die Nachfolge von Peter Voß an

Der Journalist und frühere Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, wird Vorsitzender des Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums (DHM). Er sei als Nachfolger des früheren Südwestfunk-Intendanten Peter Voß gewählt worden, teilte das DHM mit. Der Verein unterstützt das DHM mit Diskussions- und Informationsabenden, Führungen und Hilfe beim Kauf von Ausstellungsstücken. Er wolle jüngere Leute für die Mitarbeit im Verein gewinnen und sich vor allem für die Vermittlung von Geschichte einsetzen, erklärte Deppendorf.

Religion trifft Kunst in Oberhausen

Im Theater Oberhausen startet heute das Festival "d.ramadan"

Das Theater Oberhausen nimmt den islamischen Fastenmonat Ramadan zum Anlass für eine Veranstaltungsreihe. Von diesem Mittwoch an, dem Beginn des Ramadan, sind unter der Überschrift "d.ramadan" insgesamt 23 Abende geplant. Die jeweilige Veranstaltung läuft bis zum Sonnenuntergang. "Anschließend wird gemeinsam gegessen und weiter diskutiert", heißt es in einer Ankündigung. "Religiöser Brauch trifft im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe auf Performances, Lesungen und Vorträge aus unterschiedlichen Kulturkreisen." Auch über Rituale, Gemeinschaft und die Konsequenzen des Handelns wolle man ins Gespräch kommen.

China verärgert über amerikanische T-Shirts

Gap bildet darauf Taiwan als eigenständiges Land ab

Der US-Bekleidungskonzern Gap hat sich bei der chinesischen Regierung für T-Shirts entschuldigt, die mit einer Landkarte bedruckt sind, auf der Taiwan nicht als zu China zugehörig abgebildet worden war. Gap erklärte, es respektiere Chinas "Souveränität und territoriale Integrität" und werde künftig sehr viel genauer prüfen, was auf T-Shirts gedruckt werde. "Wir entschuldigen uns zutiefst für diesen unabsichtlichen Fehler". Angesichts der Bedeutung des chinesischen Marktes für Gap wurde dies von Beobachtern als Kniefall vor den energisch vorgetragenen Territorialansprüchen Chinas aufgefasst. Die chinesische Regierung sieht Taiwan gemäß ihrer "Ein-China-Politik" als abtrünnige Provinz an fordert ausländische Unternehmen auf, diese Haltung in ihren Geschäften zu reflektieren. Im April sandte das chinesische Luftfahrtamt einen Brief an Dutzende internationale Fluglinien und drohte ihnen mit schweren Strafen, wenn sie auf ihren Internetseiten Taiwan nicht als Teil von China darstellen. Mehrere Unternehmen wie Delta Air Lines und auch die spanische Modekette Zara entschuldigten sich dafür, auf ihren Internetseiten Taiwan als eigenes Land aufgeführt zu haben. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der deutsche Autohersteller Audi entschuldigt, nachdem er auf seiner Jahrespressekonferenz auf einer Landkarte von China Taiwan und andere von dem Land beanspruchte Regionen weggelassen hatte.

Antisemitismusvorwurf: Süddeutsche entschuldigt sich

Karikatur zeigte Netanjahu im Kleid von Netta, eine Rakete mit Davidstern haltend

Die Süddeutsche Zeitung entschuldigt sich für eine Karikatur, die unter anderem von vielen Lesern als antisemitisch kritisiert wurde. Darauf ist Israels Premier Benjamin Netanjahu im Kleid der ESC-Gewinnerin Netta zu sehen - dazu eine Sprechblase "Nächstes Jahr in Jerusalem!" In der Hand hält er eine Rakete mit Davidstern. Auch im Schriftzug des Eurovision Song Contest ist statt des "v" ein Davidstern zu sehen. Jetzt hat sich Chefredakteur Wolfgang Krach dazu geäußert. "Der Karikaturist Dieter Hanitzsch sagt, er habe mit seiner Darstellung lediglich darauf hinweisen wollen, dass das nächste ESC-Finale 2019 in Jerusalem stattfinden soll. Trotz dieser Intention des Karikaturisten kann man die Zeichnung auch anders verstehen und als antisemitisch auffassen. Ihre Veröffentlichung war deshalb ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten", heißt es in seiner Stellungnahme. Es ist nicht die erste Karikatur mit judenfeindlichen Stereotypen in der "Süddeutschen" - 2014 zeigte sie Facebook-Chef Mark Zuckerberg als Krake mit Hakennase.

Schriftsteller Tom Wolfe mit 88 Jahren gestorben

Autor galt als einer der Pioniere des New Journalism

Der amerikanische Schriftsteller und Journalist Tom Wolfe ist tot. Das teilte seine Agentin Lynn Nesbit mit. Wolfe galt als Innovator des Journalismus und zählt zu den Schöpfern des New Journalism. Ab den 60er Jahren zeigte Wolfe, dass Journalismus literarisch genauso wertvoll und unterhaltsam sein konnte, wie Bücher und berichtete über die LSD befürwortende Künstlergruppe Merry Pranksters und den Wettlauf ins All. Erst danach wurde er mit seinen Romanen und Novellen weltweit bekannt. Seine übertreibende, stilisierte Art des Schreibens war geprägt von Ausrufezeichen und kursiv geschriebenen Begriffen. Er spottete gegen das mediale Establishment und war zugleich ein Gentleman der alten Schule. Immer wieder wies er darauf hin, wie spannend die Wirklichkeit sei. In einem Interview sagte er: "Nichts befeuert die Fantasie mehr als reale Fakten. Wie man so schön sagt: Diese Sachen können Sie sich nicht ausdenken." Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Ein ganzer Kerl" und "Fegefeuer der Eitelkeiten". Letzteres gehörte in den 80er Jahren zu den meistverkauften Bücher der USA und wurde verfilmt. Für "The Right Stuff" ("Die Helden der Nation") erhielt er den American Book Award. Nach Angaben der "New York Times" verschied er 88-jährig am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan.

Humboldt Forum: Generalintandant berufen

Kunsthistoriker Hartmut Dorgerloh soll am 1. Juni in Berlin das Amt antreten

Der 55-jährige Kunsthistoriker Hartmut Dorgerloh ist einstimmig zum Generalintendanten des künftigen Humboldt Forums im Berliner Schloss berufen worden. Dorgerloh soll sein Amt bereits am 1. Juni antreten. Der promovierte Kunsthistoriker war in den vergangenen 15 Jahren Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Mit dem Humboldt Forum übernimmt er Deutschlands größtes Kultur- und Museumsprojekt. Das Museumszentrum in der Mitte Berlins soll Ende 2019 öffnen und ein Ort der Weltkulturen werden.

Böhmermann-Gedicht bleibt in Teilen verboten

Berufungen von Böhmermann und Erdogan ablehnt

Das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bleibt in weiten Teilen verboten. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) bestätigte ein Urteil des Hamburger Landgerichts, welches im Februar 2017 die meisten Passagen für unzulässig erklärt hatte, wie das OLG mitteilte. Das Gericht weist damit die Berufung des TV-Moderatoren ebenso zurück wie den Antrag des türkischen Präsidenten, der das Gedicht vollständig verbieten lassen wollte. Böhmermann hatte das Gedicht im März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Es unterstellt Erdogan dem Wortlaut zufolge sadistische und perverse Züge. Die fraglichen Passagen beinhalteten schwere Herabsetzungen des türkischen Präsidenten, für die es keinerlei tatsächliche Anknüpfungspunkte gebe, so das Gericht. Die weiterhin erlaubten Zeilen kritisierten hingegen das tatsächliche Verhalten Erdogans in satirischer Weise und müssten daher akzeptiert werden.

Regisseur Lars von Trier provoziert in Cannes

Zuschauer verlassen während Filmvorführung den Saal

Der dänische Regisseur Lars von Trier hat bei seinem Comeback in Cannes für Schockmomente gesorgt: Wegen extremer Gewaltszenen in seinem neuen Film verließen viele Zuschauer die Vorführung von "The House That Jack Built" beim Filmfestival an der Côte d'Azur. In einer Szene werden Kinder ermordet, in einer anderen werden einer Frau die Brüste abgeschnitten. Von Trier zeigt in vielen seiner Filme besonders brutale oder sexuell explizite Szenen. Im neuen Film spielt der US-Schauspieler Matt Dillon einen Serienmörder. Der 62-jährige von Trier war zuletzt vor sieben Jahren bei dem Filmfest in Cannes vertreten. Damals hatte er einen Skandal ausgelöst, als er Sympathie mit Adolf Hitler bekundete. Die Festivalleitung erklärte ihn daraufhin in einem beispiellosen Schritt für unerwünscht. Für die Äußerung entschuldigte der Däne sich später.

Kulturnachrichten hören

Mai 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur