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Kulturnachrichten

Freitag, 20. April 2018

Schwedische Akademie räumt Missstände ein

Allerdings habe es keine Einflüsse auf die Preisfindung gegeben

Die in eine schwere Krise geratene Schwedische Akademie hat diverse Missstände in ihrem Haus eingeräumt. Es sei zu Fällen sexueller Belästigung, zu fragwürdigen Zahlungen und Verstößen gegen die Geheimhaltungsregel bei der Literaturnobelpreisvergabe gekommen, erklärte die Akademie in Stockholm. Das habe eine eigens in Auftrag gegebene Untersuchung ergeben. Die Akademie kündigte erste Schritte zu einer Neuausrichtung an, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen. Mitglieder sollen die Akademie künftig auf eigenen Wunsch verlassen können. Außerdem sollen Neuwahlen möglich sein. Man hoffe, dass diejenigen, die ihren Rücktritt erklärt hätten, aufgrund der Neukonzeption wieder zurückkehrten, hieß es weiter. Das Auswahlgremium war seit einer Woche nicht mehr beschlussfähig, nachdem mehrere der 18 Mitglieder zurückgetreten waren. Hintergrund ist ein Streit über den Umgang mit Korruptionsvorwürfen und sexuellen Übergriffen in den Reihen der Akademie.

Schwedischer DJ Avicii gestorben

Elektromusiker im Oman tot aufgefunden

Im Alter von 28 Jahren ist der schwedische Star-DJ Avicii gestorben. Der berühmte Elektromusiker, mit bürgerlichem Namen Tim Bergling, wurde im Golfstaat Oman tot aufgefunden, wie sein Agent mitteilte. Angaben zur Todesursache wurden zunächst nicht gemacht. Avicii zählt zu den erfolgreichsten DJs der Welt. 2012 und 2013 schaffte er es im Ranking des "DJ Magazine" jeweils auf den dritten Platz der besten DJs. Er arbeitete unter anderem mit Madonna, Coldplay und David Guetta zusammen.

Sophie Rois geht zum Deutschen Theater Berlin

Einstand in einer Inszenierung von René Pollesch

Sophie Rois, langjährige Schauspielerin an der Berliner Volksbühne, wird Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Ihren Einstand gibt die 56-jährige Österreicherin im Herbst in einer Inszenierung von René Pollesch, wie die Berliner Zeitung berichtet. Zu ihren Vertragsverhandlungen mit dem DT-Intendanten sagte Rois der Zeitung: "Ulrich Khuon hat mir das Angebot gemacht, ins Ensemble zu kommen. Und ich habe gesagt, dass das keine gute Idee ist, weil ich für einen Intendanten eine ziemliche Zumutung bin." Eigentlich habe sie frei als Schauspielerin arbeiten wollen, aber nach einigen Gesprächen hätten sie das Geschäft mit Handschlag besiegelt. "Er war extrem cool." Rois war lange Jahre an Frank Castorfs Volksbühne engagiert, unter dem neuen Intendanten Chris Dercon hatte sie Ende vergangenen Jahres dort jedoch gekündigt.

Keine Frida-Kahlo-Barbie

Mexikanisches Gericht stoppt den Verkauf

Entfernte Verwandte der verstorbenen Künstlerin Frida Kahlo haben eine einstweilige Verfügung gegen den Barbie-Hersteller Mattel erwirkt. Damit wird der Verkauf der Frida-Kahlo-Barbie vorerst gestoppt. Kahlos Großnichte Mara de Anda Romeo argumentierte vor einem mexikanischen Gericht, dass Mattel keine Rechte besitze, um das Abbild ihrer Großtante zu verwenden.

Thielemann und Staatskapelle geben Echo zurück

Dirigent Christian Thielemann gibt seinen Echo Klassik von 2004

Aus Protest gegen die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang geben auch Dirigent Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden ihre Preise zurück. "Ein Preis, der Verkaufszahlen über alles stellt und am Holocaust-Gedenktag einem Live-Auftritt stattgibt, der einer Verhöhnung der Opfer des Dritten Reiches gleichkommt, wird zum Symbol eines Zynismus, für den wir nicht stehen", erklärte das Orchester. Chefdirigent Thielemann schließe sich der Haltung der Musiker an und gebe seinen Echo Klassik von 2004 zurück, hieß es.

Bassist Robbee Mariano tot

Gründungsmitglied der Söhne Mannheims starb im Alter von 47 Jahren

Der Musiker Robbee Mariano, lange Zeit Bassist der Söhne Mannheims ist im Alter von 47 Jahren gestorben. Das bestätigte Band-Sprecherin Merle Lotz. Zur Todesursache machte sie keine Angaben. Der 1971 in Elmshorn geborene Mariano trat zuletzt in der Band von Sänger Xavier Naidoo auf, spielte aber auch mit anderen Stars wie Nena oder Udo Lindenberg. "Wir sind unsagbar traurig! R.I.P.", schrieb Naidoo in einem Nachruf. Mariano studierte zunächst Industrie-Design in Karlsruhe und war in den 1990er Jahren eines der Gründungsmitglieder der Söhne Mannheims. Als Vorbilder für seinen impulsiven Stil am Bass nannte er unter anderem Prince oder die Band Level 42.

Auftritt von Kollegah und Farid Bang abgesagt

Schweizer Veranstalter nennen Sicherheitsbedenken als einen Grund

Nach dem Echo-Eklat ist ein Auftritt der Rapper Kollegah und Farid Bang in der Schweiz von den Veranstaltern abgesagt worden. Die beiden Musiker hätten beim "Albanian Festival" in Schaffhausen Anfang Mai auftreten sollen. "Nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern, und nicht zuletzt auch aus Sicherheitsüberlegungen, hat sich das Organisationskomitee entschieden, auf diesen Konzertact zu verzichten", hieß es in einer Stellungnahme des Kulturvereins "Alba". Die Absage verursache für den Verein ein enormes Defizit und gefährde seine Existenz. Die beiden Rapper waren in der vergangenen Woche mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" hatten heftige Kritik und eine Debatte um Antisemitismus ausgelöst.

Serebrennikow-Ballett für Tanzpreis nominiert

Hamburger Ballettchef John Neumeier mit "Anna Karenina" nominiert

Das Ballett "Nurejew" des in Russland unter Hausarrest stehenden Theatermachers Kirill Serebrennikow ist viermal für den renommierten Tanzpreis Benois de la Danse nominiert worden. Serebrennikow selbst sei Kandidat in der Kategorie Regie, teilten die Organisatoren in Moskau mit. Für ihren Anteil an dem Werk über den russischen Startänzer Rudolf Nurejew seien außerdem Juri Possochow (Choreographie), Ilja Demuzki (Musik) und der Tänzer Wladislaw Lanstratow in der Titelrolle nominiert. Der Preis wird am 5. Juni im Moskauer Bolschoi-Theater vergeben. Das Bolschoi hatte "Nurejew" im vergangenen Frühjahr kurz vor der Premiere abgesetzt. Die Justiz wirft ihm die Veruntreuung staatlicher Gelder vor.

Soros-Stiftung zieht von Budapest nach Berlin

Die Stiftung weicht damit offenbar dem Druck der Regierung

Die Stiftung des ungarischstämmigen US-Milliardärs George Soros schließt ihr Büro in Budapest und will stattdessen eine Filiale in Berlin eröffnen. Der Umzug sei für den Sommer geplant, berichtete die österreichische Zeitung "Die Presse". Soros unterstützt mit seinem Geld Bemühungen, liberale Werte und das Streben nach offenen Grenzen in Osteuropa stärker zu verankern. Er gilt als Kritiker von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, der schärfer gegen zuwanderungsfreundliche Nichtregierungsorganisationen vorgehen will.

Ben-Witter-Preis für Christian Bartel

Der Preis wird im September in Hamburg verliehen

Der renommierte Ben-Witter-Preis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und Journalisten Christian Bartel. Die Jury ehrt damit einen "brillanten Satiriker, einen ebenso heiteren wie bösen Beobachter politischer Phänomene und Phantome", teilte der Zeit-Verlag in Hamburg mit. "Ob Bartel sich der Traditionsoffensive der Bundeswehr annimmt oder dem deutschen Fetisch Auto: Seine subtilen Grotesken, zum größten Teil für die Berliner taz verfasst, steigern die Absurditäten unseres politischen und gesellschaftlichen Alltags fröhlich ins Monströse", hieß es.
Christian Bartel wurde1973 in Bonn geboren und hat sich auch als Romanautor («Betreutes Wohnen», Ullstein Verlag) und Poetry-Slammer einen Namen gemacht. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Er wird am 10. September im Hamburger Literaturhaus verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den 1993 gestorbenen Hamburger Schriftsteller und Journalist Ben Witter.

Keine Anklage im Todesfall Prince

Der Musiker starb vor zwei Jahren an einer Überdosis Schmerzmitteln

Zwei Jahre nach dem Tod des Rockstars Prince an einer Schmerzmittelüberdosis hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Es seien keine Beweise gefunden worden, erklärte der zuständige Staatsanwalt. Zugleich wurde bekannt, dass die Anklagebehörde sich mit jenem Arzt auf einen Vergleich geeinigt hat, der dem Rockstar eine Woche vor seinem Tod ein Schmerzmittel verschrieben haben soll. Der Arzt hatte eingeräumt, ein Rezept für Prince auf den Namen eines anderen ausgestellt zu haben. Allerdings wurde dieses Medikament nicht als Todesursache angegeben. Prince war offenar im Glauben, Tabletten des Schmerzmittels Vicodin einzunehmen, und nicht das Fentanyl, an dem er gestorben ist. Es gebe keine Beweise dafür, dass Princes Umfeld gewusst habe, dass diese Tabletten gefälscht gewesen seien.

Portman sagt Israel-Reise aus politischen Gründen ab

Israels Kulturministerin reagiert empört

Hollywood-Star Natalie Portman hat ihre Reise zu einer hochrangigen Preisverleihung in Jerusalem nach Veranstalterangaben "aus politischen Gründen" abgesagt. "Die jüngsten Ereignisse in Israel hat sie als extrem bedauerlich empfunden, und sie fühlt sich nicht wohl dabei, an einer öffentlichen Veranstaltung in Israel teilzunehmen", zitierte die Genesis-Stiftung Portmans Management. Israels Kulturministerin Miri Regev kritisierte die Entscheidung Portmans scharf. Sie warf der Schauspielerin nach einem Medienbericht vor, dem Druck der BDS-Bewegung nachgegeben zu haben. Die Bewegung setzt sich für einen Boykott Israels ein. Die in Israel geborene Schauspielerin sollte Ende Juni mit dem Genesis-Preis 2018 ausgezeichnet werden, der auch als "jüdischer Nobelpreis" bezeichnet wird. Er wird an Menschen vergeben, die durch ihre Leistung inspirieren und sich für jüdische Menschen und Werte engagieren. Die Veranstalter kündigten nun an, die Gala in Jerusalem abzusagen. Sie respektierten das Recht, öffentlich der Politik der israelischen Regierung zu widersprechen, fänden es aber traurig, dass die Oscar-Preisträgerin der Zeremonie "aus politischen Gründen" fernbleibe. "Wir fürchten, dass Frau Portmans Entscheidung unsere karitative Initiative politisiert. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren alles getan, dies zu vermeiden."

Kirche aus 5. Jahrhundert in Südfrankreich entdeckt

Wahrscheinlich der älteste Nachweis des Christentums in Tarbes

Im Garten der Kathedrale von Tarbes in Südfrankreich sind Überreste einer Kirche aus dem 5. oder 6. Jahrhundert entdeckt worden. Die Mauerteile seien sehr gut erhalten, sagte die zuständige Archäologin einer französischen Zeitung Teile der heutigen, romanischen Bischofskirche seien auf Fundamenten dieses frühmittelalterlichen Baus errichtet. Ausgegraben habe man auch ein vermauertes Grab mit einem Sarkophag, der ins 3. Jahrhundert zurückgehen könnte. Dies wäre der älteste Nachweis des Christentums in Tarbes am Pyrenäenrand.

Demos für Rücktritt der Schwedischen Akademie

Sechs Akademiemitglieder haben Rücktritt beantragt

Tausende Schweden haben bei einer Demonstration in Stockholm den Rücktritt der gesamten Schwedischen Akademie gefordert, die seit 1901 über den Literaturnobelpreis entscheidet. Das Gremium hat sich bereits zu einem großen Teil in einem bizarren Streit über mutmaßliche sexuelle Übergriffe und Vetternwirtschaft des Ehemanns eines weiblichen Akademiemitglieds selbst zerlegt: Sechs der 18 Mitglider traten bis Donnerstag zurück. Die Zeitung "Dagens Nyheter" berichtete vor den Kundgebungen, die Schriftstellerin Lotta Lotass habe formell beantragt, das Gremium zu verlassen. Der Schirmherr der Akademie, König Carl XVI. Gustaf, hat eine Reform angekündigt und sich besorgt darüber geäußert, dass das Ansehen der Akademie "schwer beschädigt" zu werden drohe.

Experte fordert Neuordnung der Medienaufsicht

Förderalismus sei Anforderungen von Globalisierung nicht gewachsen

Der ehemalige Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Norbert Schneider, fordert eine gemeinsame Medienanstalt der Länder, die sowohl den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als auch die Privatsender beaufsichtigen soll. Angesichts von Globalisierung und Digitalisierung stoße die föderal organisierte Medienregulierung in Deutschland zunehmend an ihre Grenzen, so Schneider. Medienrecht sei heute fast immer auch europäisches Recht, schreibt Schneider. Der Föderalismus sei diesen Anforderungen "nur unter extremen Anstrengungen, Verrenkungen und übrigens auch nur mit hohen Kosten verbunden gewachsen". Grundlage der Medienregulierung solle ein Staatsvertrag der Länder sein, schlägt Schneider vor.

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