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Studio 9 | Beitrag vom 03.11.2015

Schwedens Rezepte gegen den WinterbluesLichtcafés und ein erleuchteter Kuhstall

Von Carsten Vick

Blockhütte in einem verschneiten Wald in Gällivare - Schwedisch-Lappland (imago/McPHOTO/Streu)
Was tun gegen den Winterblues? (imago/McPHOTO/Streu)

Die Tage werden kürzer, in Skandinavien findet das Leben bald überwiegend in Dunkelheit statt. Das schlägt aufs Gemüt, aber dagegen kann man was tun, denken sich viele Schweden. Da wird dann auch mal ein Kuhstall zur Tropeninsel.

Wenn die Nächte lang und länger werden, das Leben überwiegend im Dunkeln stattfindet, dann lassen sich die Schweden etwas einfallen:

"Man muss sich einfach zwingen, sich selbst etwas Gutes zu tun, ich gehe häufig ins Kino, aber sonst  -- es ist einfach schrecklich..."
"Ich mache viel Sport, schlafe viel und abends zünde ich Zuhause jede Menge Kerzen an."

Ob Kino, Sport oder Kerzenschein – jeder bekämpft die Dunkelheit auf seine Weise. Einige gehen sogar in den Kuhstall bei Sandham. Dort, wo einst die Kühe wohnten, wartet eine echte Überraschung:

"Das ist Absicht, dass man dieses WOW-Gefühl bekommt," sagt Karin Abrahamsson,  sie ist die Besitzerin des Kuhstalls, der zur Südseeoase umgebaut wurde.

"Man soll sich wie im Hotel fühlen, wie im Urlaub im Süden. Und wenn man durch den Umkleideraum geht, dann kommt man direkt in die Sonne."

35 Grad Lufttemperatur, die Strahler an der Decke knallen mit 25.000 Lux auf die Besucher runter. Dazu feinster, heller Sand, ein leichter Wind aus dem Ventilator, kühle Drinks an der Bar und rund ein Dutzend Sonnenliegen.

"Ja, man hat wirklich ein kleines Schock-Erlebnis, wenn man hier reinkommt, und das ist ja auch genau das, was wir erreichen wollen; weg vom Alltag – man soll einen richtigen Kick bekommen."

Und wie fühlen sich die Gäste in der Kunst-Oase?

Frau: "Am Anfang hat es sich schon schräg angefühlt, wir sind hier ja in einem Kuhstall, aber jetzt ist es toll."
Mann: "Das Wetter schlägt ja wirklich aufs Gemüt, aber ein paar Stunden hier sind wie ein echter Urlaub – raus aus dem Alltag."

Tageslichtlampen in Büros und an Bushaltestellen

Dunkelheit macht erfinderisch – das muss man den Schweden lassen. Tageslichtlampen, mit grellem, hässlichem Licht, stehen in fast allen Büros. Ganz im Norden, wo die Sonne – wenn überhaupt  - noch kürzer scheint, sind sogar Bushaltestellen damit ausgestattet.

Oder aber man geht in ein Lichtcafé. Strahler an der Decke, exotische Drinks am Tresen.

Lichtcafé-Besucher: "Die Lampen helfen wirklich als Ergänzung, im Übrigen auch im Sommer, die echte Sonne brennt ja immer stärker, die Ozonschicht wird dünner, und diese Strahler haben fast das gesamte Spektrum der Sonnenstrahlung."

So gibt es also die Extra-Portion Sonne. Mit Tageslichtlampen im Büro, in Lichtcafés oder aber im erleuchteten Kuhstall von Karin Abrahamsson:

"Wir haben den Raum so gestaltet, dass man sich dahin träumen kann, wo man gerne sein möchte."

Allzu verträumt sollte man dann aber doch nicht sein. Über den Strand ins Wasser laufen, das wäre keine gute Idee, denn das Meer gibt es nur als Fototapete an der harten Wand...

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