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Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Januar 2021

Schwedens Regierung will Holocaust-Museum eröffnen

Die schwedische Regierung will ein Holocaust-Museum in der Hauptstadt Stockholm eröffnen. Das Museum solle im Juli 2022 seine ersten Besucher empfangen, schrieben Regierungschef Stefan Löfven, Bildungsministerin Anna Ekström und Kulturministerin Amanda Lind am heutigen internationalen Holocaust-Gedenktag in einem Beitrag für die Zeitung "Dagens Nyheter". Die Ermordung, Verfolgung und das schreckliche Leid von Juden, Roma und Millionen weiteren Nazi-Opfern habe in ganz Europa eine unauslöschliche Narbe hinterlassen, heißt es in dem Artikel. Auch wenn die Tötung nicht auf schwedischem Boden stattgefunden habe, habe Schweden das Geschehen beeinflusst und sei von ihm beeinflusst worden. "Der Holocaust ist auch Teil der schwedischen Geschichte", schrieben die Regierungsmitglieder.

Neuer Geschäftsführer für Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele bekommen einen neuen Geschäftsführer: Der Verwaltungsdirektor der Oper Leipzig, Ulrich Jagels, soll auf den Grünen Hügel wechseln, teilten die Festspiele mit. Vor Leipzig war Jagels in gleicher Tätigkeit am Städtischen Theater in Chemnitz. An der Leipziger Oper war er für mehrere Bauvorhaben mit einem geschätzten Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro verantwortlich. Diese Erfahrung könnte ihm auch in Bayreuth bei der Sanierung des Festspielhauses zu Gute kommen. Dort tritt er die Nachfolge von Holger von Berg an, dessen Vertrag nach fünf Jahren nicht verlängert wurde. Er wechselt nach München an das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.

Erfurt beantragt Welterbe-Status für jüdische Relikte

Bei der Unesco ist ein Antrag Thüringens zur Welterbe-Aufnahme der mittelalterlichen jüdischen Relikte in Erfurt eingegangen. Die Landesregierung reichte ihn über das Auswärtige Amt bei der Weltkulturorganisation in Paris ein, bestätigte die Unesco-Stabstelle in Erfurt. Dort werde der Antrag voraussichtlich bis Ende März geprüft. Danach würden Gutachter des Internationalen Rats für Denkmalpflege (Icomos) die Relikte besichtigen und bewerten. Eine Entscheidung der Unesco werde 2022 erwartet. Die mittelalterliche Geschichte der jüdischen Gemeinde in Erfurt sei die "Kernbotschaft" des Antrags, so eine Unesco-Sprecherin. Die Städte Mainz, Speyer und Worms haben im vergangenen Jahr für ihre jüdischen Stätten die Aufnahme ins Weltkulturerbe beantragt. Darüber soll noch in diesem Jahr entschieden werden.

Kunstmessen in Köln und Maastricht erneut verschoben

Die größte deutsche Kunstmesse Art Cologne und die weltweit größte Messe für alte Kunst in Maastricht werden wegen der Corona-Pandemie erneut verschoben. Die Art Cologne solle nun vom 17. bis zum 21. November 2021 stattfinden, teilte die Koelnmesse mit und bestätigte eine Meldung der "Süddeutschen Zeitung". Die TEFAF in Maastricht wird bereits zum zweiten Mal verschoben und soll nun vom 11. bis 19. September stattfinden. TEFAF-Chef Hidde van Seggelen begründete dies mit der Unvorhersehbarkeit und Dauer der Pandemie. Art Cologne-Direktor Daniel Hug sagte, er gehe davon aus, dass im November ein gewisses Maß an Berechenbarkeit und Optimismus möglich sein werde. Die Art Cologne hat zuletzt im April 2019 stattgefunden.

Tamara Bach bekommt James-Krüss-Preis

Der James-Krüss-Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur geht in diesem Jahr an die deutsche Autorin Tamara Bach. Sie werde die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung am 10. Juni in München entgegennehmen, teilte die Internationale Jugendbibliothek in München mit. Der Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre im Gedenken an den Dichter und Schriftsteller James Krüss (1926-1997) vergeben. Bachs Romane zeichneten sich durch sprachliche Kreativität, formale Experimente, einen unverwechselbaren Ton und das raffinierte Spiel mit den Erwartungen der Leserinnen und Leser aus, heißt es in der Begründung der Jury. Zuletzt erschien ihr Roman "Sankt Irgendwas". Zu den vielen Auszeichnungen der Limburger Autorin gehört auch der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2013.

Dresdner Gemälde kehrt zu jüdischen Erben zurück

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) geben ein Gemälde an die Erben eines jüdischen Kunstsammlers in Paris zurück. Es handle sich um Nicolas de Largillières „Bildnis einer Dame als Pomona“ aus dem Bestand der Gemäldegalerie Alte Meister, teilten die SKD mit. Es sei 1928 von dem aus Frankfurt am Main stammenden Bankier Jules Strauss erworben worden. Während der deutschen Besatzung Frankreichs sei er offenbar gezwungen gewesen, es zu verkaufen. Über Berlin sei es 1959 in die Dresdner Gemäldegalerie gekommen. Die Staatlichen Kunstsammlungen erklärten: "Wir widmen die Rückkehr des Gemäldes dem Andenken an Jules und Marie-Louise Strauss sowie allen Opfern von Verfolgung und hoffen, dass diese Restitution als ein Symbol für Gerechtigkeit, Vergebung und Versöhnung angesehen wird.“

Krokodil ist Zootier des Jahres

Das Krokodil ist das Zootier des Jahres 2021. Das gab die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) in Landau in der Pfalz bekannt. Krokodile hätten sich ihren Lebensraum bereits mit den Dinosauriern geteilt, bis der Mensch auftauchte. Nun stünden die Tiere kurz vor dem Untergang. Daher müssten schnell Schutzmaßnahmen ergriffen werden, so die ZGAP. Viele Krokodilarten seien bereits gefährdet. Sechs Arten stufe die Weltnaturschutzunion IUCN als von der Ausrottung bedroht ein. Mit dem Titel "Zootier des Jahres" ist eine Spendensammlung verbunden, die an drei Projekte zum Erhalt der Kuba-, Siam- und Philippinenkrokodile gehen soll. Seit 2016 wurde bereits auf die Gefährdung von Leopard, Kakadu, Scharnierschildkröte, Gibbon und Beo aufmerksam gemacht.

Bund fördert Archiv zur Geschichte der Deutsch-Balten

In den kommenden drei Jahren unterstützt der Bund die Erschließung und Sicherung des Archivs der Carl-Schirren-Gesellschaft zur Geschichte der Deutsch-Balten. Die Einrichtung in Lüneburg erhalte bis zu 400.000 Euro aus dem Kulturetat, teilte das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Die Sammlung zur einstigen deutschen Bevölkerung des Baltikums reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Ihre Förderung ist im Bundesvertriebenengesetz geregelt. Danach haben Bund und Länder den Auftrag, das deutsche Kulturerbe in Regionen des östlichen Europas zu erhalten, zu vermitteln und zu erforschen. Dafür stehen in diesem Jahr rund 30 Millionen Euro bereit.

Facebook will "die Gemüter beruhigen"

Facebook will seine Rolle als Übermittler politischer Botschaften weiter reduzieren. Das soziale Netzwerk werde seinen Nutzern Gruppen zu politischen Themen künftig nicht mehr empfehlen, kündigte Facebook-Chef Zuckerberg an. Bereits im US-Präsidentschaftswahlkampf hatte die Online-Plattform auf solche Empfehlungen verzichtet, um sich aus dem Kampf ums Weiße Haus herauszuhalten. Diese Maßnahme wolle Facebook nun auf die ganze Welt ausweiten, sagte Zuckerberg. Damit wolle der Konzern dazu beitragen, "die Gemüter zu beruhigen". Das Ansehen von Facebook hat in den vergangenen Jahren darunter gelitten, dass die Plattform in zahlreichen Fällen für die Übermittlung irreführender, manipulativer und extremistischer politischer Botschaften genutzt wurde.

Filmfestival in Cannes wird um zwei Monate verschoben

Die Filmfestspiele von Cannes werden in diesem Jahr von Mai auf Juli verschoben. Die Organisatoren des Festivals haben am Mittwoch den coronabedingten Aufschub angekündigt. Neuer Termin soll demnach vom 6. bis zum 17. Juli 2021 sein. Im vergangenen Jahr war das Festival von Cannes wegen der Pandemie ausgefallen. Die Organisatoren veröffentlichten lediglich eine Liste von 56 Spielfilmen, die sie zur offiziellen Auswahl rechneten. Bei einer reduzierten Veranstaltung wurden im Herbst vier Filme aus dieser Auswahl vorgeführt.

US-Schauspielerin Cloris Leachman gestorben

Die US-Schauspielerin Cloris Leachman ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Leachman erhielt für ihren Auftritt in "Die letzte Vorstellung" ("The Last Picture Show") 1972 einen Oscar als beste Nebendarstellerin. Auch als TV-Darstellerin machte sie sich einen Namen und gewann mehrere Emmys. Leachman starb in ihrem Haus in Encinitas, Kalifornien, eines natürlichen Todes, wie ihre Sprecherin Monique Moss am Mittwoch bekanntgab. Leachmans Tochter sei an ihrer Seite gewesen.

Schauspiel-Schule Ernst Busch bekommt neue Leitung

Die Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch bekommt eine neue Leitung. Anna Luise Kiss solle ihr Amt zum 1. Oktober antreten, teilte die Hochschule mit. Die Filmwissenschaftlerin habe sich bei der Wahl im Dezember gegen den bisherigen Rektor Holger Zebu Kluth durchgesetzt. Kiss war bisher unter anderem Schauspielerin, Dozentin und Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. An der schon zu DDR-Zeiten bekannten Hochschule Ernst Busch haben viele prominente Schauspieler und Schauspielerinnen ihr Handwerk gelernt, unter ihnen Nina Hoss, Devid Striesow, Corinna Harfouch und Jan Josef Liefers.

Finanzminister plant neue Corona-Hilfen für die Kultur

Bundesfinanzminister Olaf Scholz plant neue Hilfen für den von der Corona-Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen Kulturbereich. Das teilte der Deutsche Kulturrat unter Bezugnahme auf ein Interview mit Scholz in seiner morgen erscheinenden Zeitung "Politik und Kultur" mit. Der Finanzminister sagt in dem Interview, sein Ministerium arbeite an einem neuen Hilfsfonds. Kleinere Kulturveranstaltungen, die wegen Corona mit deutlich weniger Publikum stattfinden müssen, sollten finanziell gefördert werden. Für größere Kulturveranstaltungen solle es eine Art Versicherung geben, die einspringe, wenn das Event coronabedingt abgesagt werden müsse. So sollten Kulturschaffende ermuntert werden, früh genug zu planen, damit nach Ende der Pandemie Konzerte, Lesungen und Theater bald wieder stattfinden können. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, begrüßte die Ankündigung des Finanzministers: Neue Programme für die Kulturveranstalter seien nun endlich auf dem Weg. Eine verantwortungsvolle Vorbereitung des Wiederanfahrens des Kulturbetriebs sei nur leistbar, wenn es für den Fall pandemiebedingter Absagen eine finanzielle Absicherung gebe, so Zimmermann.

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