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Kompressor | Beitrag vom 16.07.2019

Schwarz, weiblich, 007Wieviel Diversität verträgt James Bond?

Sophie Charlotte Rieger im Gespräch mit Timo Grampes

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Die schwarze Schauspielerin Lashana Lynch bei der Premiere von Captain Marvel. (dpa)
Gerüchten zufolge soll die Schauspielerin Lashana Lynch im nächsten James-Bond-Film vorübergehend 007 sein. (dpa)

Aufregung um den neuen Bond-Film: Eine Frau als 007, und dann noch eine Schwarze? Filmjournalistin Sophie Charlotte Rieger ist skeptisch, ob damit ein Paradigmenwechsel verbunden ist. "Das klingt für mich eher wie ein klassischer Bond-Girl-Auftritt."

Wird "Captain Marvel"-Star Lashana Lynch die nächste 007? Das jedenfalls hatte die britische Boulevardzeitung "Daily Mail" am vergangenen Wochenende gemeldet.

007 schwarz und weiblich – das habe sehr starke Reaktionen hervorgerufen, sagt Sophie Charlotte Rieger vom feministischen Filmagazin "Filmlöwin". "Wie immer eigentlich, wenn in einem männlich geprägten Franchise oder Konzept eine Frau auftritt."

Schwarz und eine Frau

Dabei sei noch nicht viel über die neue Figur bekannt, die genauso gut wieder nur ein dekoratives Bond-Girl sein könne. "Alles, was wir wissen, ist eine kleine Szenenbeschreibung von einem 'Insider', wie die Daily Mail schreibt, der sagt: Und dann kommt Lashana rein. Die ist schwarz, wunderschön und eine Frau."

Daniel Craig als James Bond - das offizielle Filmplakat des neuen 007-Agententhrillers «Spectre» (undatierte Aufnahme). (picture alliance / dpa / Sony Pictures)Kantig, männlich, kompromisslos: Für viele ist James Bond als Frau nicht denkbar. (picture alliance / dpa / Sony Pictures)

Für sie klinge das eher nach einem klassischen Bond-Girl-Auftritt, meint Rieger. "Zumal Lashana Lynch hier nur mit dem Vornamen genannt wird. Das macht es sehr privat, wenig professionell. Ihr Aussehen steht im Vordergrund. Das ist für mich schon wieder sehr Bond-Girl-Style."

Und ein neuer James Bond wird aus der schwarzen 007 sowieso erstmal nicht. Denn James Bond, gespielt von Daniel Craig, geht im neuen Film offenbar nur vorübergehend in den Ruhestand und kehrt dann zurück.

Mit dem Schubladendenken brechen

Vielleicht ist die Zeit also noch nicht reif für einen weiblichen Bond. Oder vielleicht ist auch das ganz Bond-Konzept überholt:

"Wenn der Mythos Bond oder das Konzept Bond für die Menschen da draußen alleine dadurch zerstört wird, dass eine schwarze Frau im Zentrum der Geschichte steht, dann sollten wir das Konzept selbst noch einmal überdenken", sagt Rieger. "Wenn sexistische oder rassistische Vorstellungen im Zentrum einer Filmtradition stehen, dann finde ich das im Jahr 2019 definitiv nicht mehr zeitgemäß."

(uko)

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