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Montag, 22.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 23. November 2018

Schumann-Preis für Schirmer und Klassen

Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert

Der Robert-Schumann Preis 2019 der Stadt Zwickau geht zu gleichen Teilen an die Pianistin Ragna Schirmer und die Musikwissenschaftlerin Janina Klassen. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt die jahrzehntelange Auseinandersetzung der beiden Preisträgerinnen mit Clara Schumann. Die Pianistin und Komponistin war die Ehefrau von Robert Schumann, nächstes Jahr steht das Gedenken zu ihrem 200. Geburtstag an. Schumann wurde 1810 in Zwickau geboren. Der Preis soll am 12. April 2019 überreicht werden. Er wird seit 1964 für Verdienste um die Verbreitung der musikalischen Werke des Komponisten und die Erforschung seines Schaffens vergeben.

Frankreich gibt 26 Kunstwerke an Benin zurück

In Frankreich befinden sich mehr als 90.000 afrikanische Kunstwerke

Frankreich wird 26 während des Kolonialkriegs 1892 geraubte Kunstwerke "ohne Verzögerung" an Benin zurückerstatten. Das teilte die französische Präsidentschaft am Freitagabend mit. Präsident Emmanuel Macron sprach sich außerdem dafür aus, im ersten Quartal 2019 in Paris alle afrikanischen und europäischen Partner zum Thema Austausch von Kunstwerken zusammenzubringen. Zuvor hatte Macron einen Expertenbericht zur Rückgabe afrikanischer Kunstwerke an die Herkunftsländer entgegengenommen. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr empfehlen darin eine Gesetzesänderung, um zehntausende Werke zurückzugeben, die in der Kolonialzeit zwischen 1885 und 1960 erbeutet wurden. In Frankreich befinden sich dem Bericht zufolge mehr als 90.000 afrikanische Kunstwerke. Das neue Humboldt-Forum in Berlin wird laut dem Bericht 75.000 Werke beherbergen. Die größte Sammlung in der EU hat demnach das Brüsseler Afrikamuseum mit 180.000 Werken.

58 Banksy-Werke in Brüssel beschlagnahmt

Street-Art-Künstler Banksy im Mittelpunkt einer Versicherungsaffäre

Die Justiz in Brüssel ließ am Donnerstag sämtliche 58 Kunstwerke einer Banksy-Ausstellung beschlagnahmen. Die bereits in mehreren europäischen Städten gezeigte Schau "Banksy Unauthorized" wurde seit Anfang November in Brüssel gezeigt. Die Bilder, Siebdrucke und Fotos mit einem Schätzwert von 15 Millionen Euro hatte Banksys ehemaliger Agent Steve Lazarides zusammengestellt. Mit diesem hatte sich der Künstler 2009 überworfen. Als die gemeinnützige Organisation Strokar, auf deren Gelände die Werke gezeigt wurden, den Veranstalter der Ausstellung - das in Deutschland ansässige Kunstvermittlungsunternehmen On Entertainment bat -, die nötigen Versicherungsverträge vorzulegen, lehnte dieser ab, wie der Anwalt des Ausstellers Stanislas Eskenazi erklärte. Angesichts eines so hohen Risikos für den Fall von Diebstahl oder Beschädigung wandte sich Strokar dann an das Handelsgericht in Brüssel. Dieses ordnete an, alle Ausstellungsstücke sicherzustellen. In einem Bericht in der belgischen Zeitung "L'Echo" hieß es, das Gericht sei der Ansicht, die Kunstwerke seien "ohne Zustimmung der rechtmäßigen Inhaber" und "nicht regulär versichert" worden.

Osaka erhält Zuschlag für Weltausstellung 2025

Motto der Expo: Designing Future Society for Our Lives

Besucher der Weltausstellung 2025 müssen nach Japan reisen: Die japanische Metropole Osaka setzte sich bei einer Abstimmung des Bureau International des Expositions (BIE) in Paris am Freitag gegen Mitbewerber aus Russland und Aserbaidschan durch, wie es in einer Mitteilung hieß. Außer Osaka waren Jekaterinburg und Baku in die Endrunde gekommen. Osaka wird die Weltausstellung unter dem Motto "Designing Future Society for Our Lives" ausrichten. Bereits 1970 fand die Expo in Osaka statt. Die nächste Weltausstellung soll 2020 in Dubai zum Thema "Connecting Minds, Creating the Future" organisiert werden.

Deutschlands Schüler sollen digital unterrichtet werden

Dafür soll das Grundgesetz geändert werden

Ab 2019 sollen die Schulen in Deutschland schrittweise mehr digitale Technik und vor allem digitale Lerninhalte bekommen. Da das Geld vom Bund kommen soll, muss dafür das Grundgesetz geändert werden. In Deutschland sind nämlich die Länder für die Bildung zuständig. Für eine Grundgesetzänderung ist die Koalition aber auf die Stimmen von FDP und Grünen angewiesen. Nach wochenlangen Beratungen gibt es nun einen Kompromiss. Damit ist der Weg frei für fünf Milliarden Euro, die ab 2019 über fünf Jahre verteilt an die Schulen fließen sollen. Doch es gibt auch scharfe Kritik an dem Plan. Der grüne Ministerpräsident Wilfried Kretschmann erklärte am Freitag, man werde diese Pläne im Bundesrat ablehnen und mit diesem Ansinnen auch auf andere Länder zugehen. Es werde in den Kernbereich der Länder eingegriffen.

Deutsch-türkischer Journalist Baha Güngör ist tot

Am Donnerstag ist Güngör im Alter von 68 Jahren gestorben

Der deutsch-türkische Journalist und Buchautor Baha Güngör ist tot. Am Donnerstag ist Güngör im Alter von 68 Jahren in Köln gestorben, wie die Deutsche Welle, deren türkische Redaktion er lange geleitet hatte, am Freitag berichtete. Davor hatte Güngör unter anderem für die "Kölnische Rundschau", die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" und die Deutsche Presse-Agentur gearbeitet. In seiner journalistischen Arbeit, aber auch mit seinen Büchern wie "Die Angst der Deutschen vor den Türken und ihrem Beitritt zur EU" oder "Atatürks wütende Enkel" hatte Güngör kenntnisreich, unaufgeregt und mit Blick auf die deutsch-türkisches Verständigung erklärt, wie aus der Türkei wurde, was sie heute ist.

Stiftung fördert Theaterstück über Patientenmörder

Das Stück soll im Februar 2020 uraufgeführt werden

Die Stiftung Niedersachsen unterstützt das geplante Theaterstück über den Patientenmörder Niels Högel mit 15 000 Euro. Das teilte die Landeskulturstiftung am Freitag mit. Es handele sich um ein mutiges Projekt der Göttinger werkgruppe2, die sich in Kooperation mit dem Staatstheater Oldenburg mit dem Fall befasse, hieß es zur Begründung. Ex-Krankenpfleger Högel steht seit dem 30.
Oktober wegen 100 Mordfällen erneut vor Gericht. Das Stück mit dem Titel "Der Fall H." soll im Februar 2020 uraufgeführt werden.

Kolonialismus-Bericht: Deutschland unter Zugzwang

Kulturrat mahnt "neues Denken" an

Der französische Expertenbericht zum Umgang mit dem kolonialen Erbe setzt auch Deutschland unter Zugzwang. Der Deutsche Kulturrat, Dachorganisation von mehr als 250 Bundeskulturverbänden, mahnte ein "neues Denken" an. Die Frage sei, wie das immer noch vorhandene kolonialistische Weltbild vertrieben und wie partnerschaftlich mit den Ländern des globalen Südens zusammengearbeitet werden kann. Die in Berlin und Paris lehrende Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Ökonom Felwine Sarr empfehlen in einem vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Auftrag gegebenen Bericht, praktisch alle aus der Kolonialzeit stammenden Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben. Allerdings müsste dafür das französische Gesetz über Kulturgüter geändert werden. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte unabhängig von den Vorschlägen aus Paris müsste Raubkunst zurückgegeben werden. Das gilt auch für Kulturgüter aus kolonialen Kontexten. Deutschland habe in den letzten Jahren in die Provenienzforschung intensiviert und baue das auch weiter aus. Der Kulturrat kündigte an, das Thema mit den maßgeblichen Verbänden im zuständigen Fachausschuss zu beraten. Noch im ersten Quartal 2019 werde man sich positionieren. Für Deutschland ist das Thema von besonderem Interesse, weil auch in dem geplanten neuen Kulturzentrum in Berlin, dem Humboldt Forum im wiederaufgebauten Schloss, ein Großteil der Objekte aus der Kolonialzeit stammt.

Heino musste Rammstein-Titel von Album nehmen

Das Management hat die Aufnahmen nicht genehmigt

Heino hatte den Rammstein-Titel "Engel" für sein Abschieds-Album "...und Tschüss" schon eingesungen. Im letzten Moment musste er das Stück aber runternehmen. Das Management der Rockband habe die Aufnahmen nicht genehmigt, teilte das Heino-Management mit. Heino gehe davon aus, dass Front-Sänger Till Lindemann und dessen Kollegen gar nicht persönlich gefragt worden seien. Heino hatte mit Rammstein bei Wacken Open Air auf der Bühne gestanden.

Dolce & Gabbana entschuldigt sich für Werbeclip

Die Entschuldigung sorgte zunächst nicht für eine Entspannung.

Nach massiven Rassismusvorwürfen haben sich die Gründer des italienischen Modelabels Dolce & Gabbana für einen Werbeclip in China entschuldigt. Die beiden Designer versuchen so, den wichtigen chinesischen Markt für ihre Luxus-Marke zu retten. Auslöser des Skandals war ein Werbevideo, in dem eine Chinesin unbeholfen mit Stäbchen Pizza und Nudeln isst und ein Erzähler herablassend Belehrungen gibt. Dies führte in China zu einem Proteststurm. Das Unternehmen sagte eine Modeschau in Shanghai ab, nachdem zahlreiche chinesische Prominente mit einem Boykott gedroht hatten. Chinesische Online-Händler nahmen Dolce & Gabbana-Produkte aus ihrem Angebot. Der Skandal wurde verschärft durch die Verbreitung eines privaten Instagram-Posts, in dem sich Gabbana abfällig über China äußert. Das Unternehmen erklärte dazu, das Instragram-Konto sei gehackt worden.

De-Gaulle-Adenauer-Preis für Zweierpasch

Das Hip-Hop-Duo sei Botschafter der französischen und der deutschen Sprache

Das aus Baden-Württemberg stammende Hip-Hop-Duo Zweierpasch hat den deutsch-französischen De-Gaulle-Adenauer-Preis erhalten. Die von Rap-Musikern begleiteten Sänger Till und Felix Neumann seien "Botschafter der französischen und deutschen Sprache", teilten Europastaatsminister Michael Roth und die französische Europaministerin Nathalie Loiseau mit. Die Gruppe erhielt die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung im Pariser Außenministerium. Zu den früheren Preisträgern gehörten die Sängerin Patricia Kaas (1999), der deutsch-französische Sender Arte oder die Berufsschulen der deutschen Grenzstadt Kehl (2017). Die Auszeichnung wurde 1988 anlässlich des 25. Jahrestages des Élysée-Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und Frankreich geschaffen. Der Élyséevertrag stammt aus dem Jahr 1963 - er war in Paris von dem damaligen Staatspräsidenten Charles De Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterschrieben worden.

Alternativer Nobelpreis: Verleihung in Stockholm

Preisträger aus Saudi-Arabien haben keine Ausreisegenehmigung erhalten

Der Alternative Nobelpreis belohnt in diesem Jahr den Kampf gegen Korruption in
Mittelamerika, Totalitarismus in Saudi-Arabien und die Dürre in Afrika. Der Bauer Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und der Australier Tony Rinaudo setzen sich beide dafür ein, dass dürres, unfruchtbares Land in Afrika landwirtschaftlich genutzt werden kann. Die saudi-arabischen Menschenrechtskämpfer Abdullah
al-Hamid, Mohammed Fahad al-Kahtani und Walid Abu al-Chair fordern friedlich das autoritäre System ihres Landes heraus. Sie werden bei der Preisverleihung in Stockholm durch Familienmitglieder und den Menschenrechtsanwalt und ehemaligen Kampfpiloten der Royal Saudi Air Force Yahya Assiri vertreten.Die drei inhaftierten Regimekritiker haben trotz Appellen für ihre sofortige Freilassung von den saudischen Behörden keine Ausreisebewilligung erhalten. Wie die Right-Livelihood-Stiftung mitteilte, ist am Vormittag vor der saudi-arabischen Botschaft eine Protestkundgebung geplant.

Bericht zur Rückgabe afrikanischer Kunstwerke

Frankreichs Präsident Macron nimmt Expertenbericht entgegen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nimmt heute Nachmittag einen Expertenbericht zur Rückgabe afrikanischer Kunstwerke an die Herkunftsländer entgegen. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr untersuchten im Auftrag des Staatschefs die Bedingungen für die Rückgabe von Werken, die zwischen 1885 und 1960 nach Frankreich kamen. Sie schlagen eine Gesetzesänderung vor, um bilaterale Abkommen mit den Herkuftsländern zu ermöglichen. Macron hatte bei einem Besuch in der früheren französischen Kolonie Burkina Faso im vergangenen Jahr die Rückgabe afrikanischer Kunstwerke, die während der Kolonialzeit nach Frankreich gebracht wurden, in Aussicht gestellt. 2016 war der Präsident von Benin, Patrice Talon, mit seiner Forderung nach einer Rückgabe von Kunstgegenständen aus seinem Land noch auf Ablehnung in Paris gestoßen. Museen blicken nun besorgt auf die neue Entwicklung in Frankreich, die einen Präzedenzfall in Europa schaffen könnte.

Kritik: Rassistische Anfeindungen

Friedrichstadt-Palast-Intendant sieht Jugendensemble Anfeindungen ausgesetzt

Der Intendant des Berliner Friedrichstadt-Palasts, Berndt Schmidt, sieht sein internationales Kinder- und Jugendensemble Anfeindungen ausgesetzt. An Kleinigkeiten könne man merken, dass sie nicht mehr als Berliner Kinder, sondern als Fremdkörper wahrgenommen werden, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das seien etwa Zurufe wie "Benimm dich, solange du hier bist". Der Friedrichstadtpalast hat das größte Kinder- und Jugendensemble Europas mit 250 Darstellern. Darunter sind viele mit asiatischem Hintergrund oder dunkler Hautfarbe. Auch erwachsene Künstler mit internationalem Hintergrund seien verunsichert, so Schmidt. Der Intendant des Berliner Friedrichstadt-Palasts war letztes Jahr mit einem Brandbrief gegen AfD-Wähler aufgefallen. Er hatte geschrieben, das Theater werde sich künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent der potenziellen Kunden im Osten abgrenzen.

Private Kunstkollektion in Italien beschlagnahmt

Italien will verhindern, dass Kulturgut ins Ausland gebracht wird

Eine der spektakulärsten privaten Sammlungen griechischer und römischer Statuen der Welt ist von der italienischen Justiz beschlagnahmt worden. Ein Gericht stellte mehrere Paläste und Kunstwerke der Familie Torlonia vorläufig unter staatliche Zwangsverwaltung. Grund für die Maßnahme ist ein Bruderkrieg um das Erbe des Bankiers und Unternehmers Alessandro Torlonia, der Ende 2017 gestorben war. Das Gericht stellte somit sicher, dass die Kunstsammlung, deren Wert auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt wird, vorerst in Italien bleibt.

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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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