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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.03.2020

Schulschließungen wegen CoronaDer Unterricht im Umschlag

Astrid-Sabine Busse im Gespräch mit Julius Stucke

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Rostock: In einem leeren Klassenzimmer im Innerstädtischen Gymnasium Rostock sind die Stühle hochgestellt.  (dpa-Zentralbild/dpa/ Bernd Wüstneck)
Keine Noten und kein Unterricht: Ab nächster Woche bleiben viele Schulen in Deutschland geschlossen. (dpa-Zentralbild/dpa/ Bernd Wüstneck)

Wenn Schulen geschlossen werden, müssen die Kinder zuhause unterrichtet werden. An einer Grundschule in Berlin-Neukölln werden am Montag Lernumschläge verteilt. Schulleiterin Astrid-Sabine Busse und ihr Kollegium sind seit zwei Wochen vorbereitet.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat dazu geführt, dass viele Bundesländer inzwischen beschlossen haben, den Schulbetrieb einzustellen. Es sei eine Situation, für die man keine Erfahrungen habe, sagt Astrid-Sabine Busse, Leiterin der Schule in der Köllnischen Heide, einer Grundschule in Berlin-Neukölln. Sie ist zudem Vorsitzende des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen.

Umschläge mit Lehrinhalten

Unvorbereitet ist die Schule allerdings nicht - man habe geahnt, dass es zu solchen Maßnahme kommt, sagt die Schulleiterin. Mit den Kindern sei dies indes nicht über eine mögliche Schließung gesprochen wurden, um diese nicht zu verunsichern.

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Die Lehrerinnen und Lehrer hätten aber bereits vor zwei Wochen angefangen, Lernumschläge mit dem Unterrichtsmaterial zusammenzustellen, berichtet Busse. Denn nur wenige Familien verfügten über einen Internetanschluss oder hätten der Schule einen entsprechenden Kontakt zur Verfügung gestellt.

Am Montag, dem letzten Schultag vor der mehrwöchigen Schließung, werden die Umschläge dann an die Schüler ausgegeben. Busse ist sich sicher: "Unser Kinder werden nach kurzer Zeit sehr unglücklich sein, dass die Schule zu ist." Denn diese sei gerade in einem sozialen Brennpunkt nicht nur Lehranstalt, sondern auch Lebensraum für die Schülerinnen und Schüler.

Fünf Wochen Weihnachtsenge

Neben dem fehlenden Unterricht verweist Busse auch auf ein anderes Problem: Zwangsferien seien eben "keine Sommerferien, auf die man sich gefreut hat, sondern etwas anderes". Auch werde es in manchen Familien zu Verwerfungen kommen, ist sich die Schulleiterin sicher:

"Schon zu Weihnachten gibt es Probleme, wenn die Familie so eng beieinander ist. Jetzt haben wir auf einmal fünf Wochen Weihnachten."

(rzr)

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