Das Feature, vom 17.11.2020, 19:15 Uhr

Schulische InklusionZwei Wege, ein Ziel?

Leo ist zehn, Autist, Inklusionsschüler - und sitzt seit Monaten zu Hause. Seine Schulbegleiterin hatte während des Lockdowns gekündigt, und den Platz an der Regelschule hatte er ohnehin erst nach langen Auseinandersetzungen erhalten. Ein Paradebeispiel für die Schwierigkeiten, mit denen behinderte Kinder und ihre Eltern zu kämpfen haben.

Inklusionsunterricht in der Grundschule Biersstadt, Wiesbaden (imago/ Michael Schick)
Ein Job voller Herausforderungen: die Arbeit als Inklusionslehrerin (imago/ Michael Schick)

Dass es diese Kämpfe überhaupt gibt - und geben kann -, liegt unter anderem an der UN-Behindertenrechtskonvention. 2009 von Deutschland ratifiziert, verlieh sie dem Thema in den Schulen Auftrieb: Von 2008 bis 2017 stieg die Inklusionsquote bei Schülerinnen und Schülern von 1,1 auf 2,8 Prozent. Dass mehr Kinder mit Förderbedarf auf Regelschulen gehen, ist ein Erfolg - aber auf der anderen Seite ist auch die Zahl derjenigen gestiegen, die überhaupt als förderungsbedürftig eingestuft werden, von 6,0 auf 7,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen.

Das führt dazu, dass weiterhin ein Großteil der betroffenen Schülerinnen und Schüler auf Förderschulen unterrichtet wird - weil kein Platz an einer Regelschule zur Verfügung steht. Manchmal aber auch, weil die Eltern es so wollen. Auch die Lehrer sind keinesfalls einhellig für das gemeinsame Unterrichten - zumindest unter den aktuellen Bedingungen.

Schulische Inklusion: Zwei Wege, ein Ziel?
Von Armin Himmelrath

Regie: Philine Velhagen
Es sprachen: Enno Kalisch und Christiane Nothofer
Ton: Hendrik Manook
Redaktion: Tina Klopp
Produktion: Deutschlandfunk 2020

Armin Himmelrath ist Bildungs- und Wissenschaftsjournalist in Köln. Er ist unter anderem Autor der Bücher "Hausaufgaben - nein danke!" und "Das Schuljahr nach Corona" (zusammen mit Julia Egbers).

Schulische Inklusion: Zwei Wege, ein Ziel? (PDF)

Schulische Inklusion: Zwei Wege, ein Ziel? (Textversion)

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