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Interview | Beitrag vom 18.05.2021

Schule nach CoronaMehr digitales Lernen, weniger Präsenzunterricht

Olaf Köller im Gespräch mit Ute Welty

Ein Mädchen sitzt zu Hause an ihrem Schreibtisch und macht an ihrem Laptop Aufgaben für die Schule. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Kira Hofmann)
Je älter und leistungsstärker, desto besser kommen Schülerinnen und Schüler mit autonomem Lernen klar, sagt Bildungsforscher Olaf Köller. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Kira Hofmann)

Trotz vieler Klagen über Homeschooling: Vor allem ältere Kinder könnten gut zu Hause lernen, sagt der Bildungsforscher Olaf Köller. Autonome Lernphasen sollte es auch nach Corona geben. Auch Eltern kämen "verblüffend" gut mit der Lage zurecht.

Ob Wechselunterricht oder rein digitales Lernen: Die Coronakrise fordert Lehrende, Lernende und Eltern besonders heraus. Viele fühlen sich gestresst und überfordert. Der Bildungsforscher Olaf Köller zeichnet allerdings ein differenzierteres Bild. Er findet, dass Erkenntnisse aus der Pandemie auch später genutzt werden sollten:

"Auf jeden Fall können wir darüber nachdenken, wie wir bei älteren Schülerinnen und Schülern und bei besonders Leistungsstarken Phasen einbauen, in denen sie autonom lernen können", sagt Köller. Dies könne in der Aula oder einem Schulcafé oder auch zu Hause geschehen: "Generell lehrt die Krise, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler sehr gut autonom lernen können."

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In der Grundschule allerdings seien Kinder stark auf die Lehrkraft angewiesen und könnten den Lernprozess noch nicht gut selbst steuern. Hier sei Präsenzunterricht wichtig. Besondere Aufmerksamkeit benötigten auch Leistungsschwache oder Kinder mit "multinationalen Problemen". 

Für die Mehrheit ist digitales Lernen kein Problem

Nach einem Jahr Coronaforschung zeige sich: Schulen und Familien haben "digital deutlich aufgerüstet". Aktuelle Studien zeigten, "dass über 90 Prozent der Familien mittlerweile angeben, dass im Prinzip das digitale Lernen zu Hause für die Kinder überhaupt kein Problem mehr" sei.

"Darauf aufbauend muss man sich natürlich für die Schule der Zukunft fragen, ob wir diese Voraussetzungen, die jetzt langsam geschaffen wurden, nicht auch wirklich für alternative Entwürfe von Unterricht nutzen können"

Auch bei Eltern sieht der Bildungsforscher Positives. Selbst wenn 30 bis 35 Prozent über Stress zu Hause klagten: "Die Mehrheit der Eltern kommt mit der Situation viel besser klar, als wir es im letzten Jahr oder in den letzten Monaten erwartet haben. Ganz verblüffend."

(bth)

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