Seit 17:30 Uhr Tacheles

Samstag, 07.12.2019
 
Seit 17:30 Uhr Tacheles

Interview / Archiv | Beitrag vom 05.10.2016

Schule der ZukunftIst der Youtuber der bessere Lehrer?

Christian Füller im Gespräch mit Liane von Billerbeck und Joachim WIese

Podcast abonnieren
Friedrich-Gymnasium in Freiburg / Baden-Württemberg: Physiklehrer Patrick Bronner unterrichtet seine Klasse in einem Pilotprojekt mit einem Tabletcomputer. Die Schüler erarbeiten Ergebnisse mit dem Smartphone. (picture alliance / dpa)
Unterricht per Tabletcomputer - das ist, wo wie hier in einer Freiburger Gymnasium, keine Seltenheit mehr. (picture alliance / dpa)

Nach Ansicht des Bildungsjournalisten Christian Füller sollten Pädagogen auf jeden Fall internetaffin sein, denn fast jedes Kind trüge heute ein Smartphone in der Hosentasche. Akzeptieren müsse man auch, dass die Kinder immer selbstständiger lernten.

Der Lehrerberuf befinde sich mitten in einer Revolution, die Rolle des Lehrers werde sich stark verändern, meint der Bildungsjournalist Christian Füller:

"Die Revolution liegt darin, dass die Schüler zu 80 oder 90 Prozent das Internet in der Hosentasche mit in die Schule bringen."

Bis vor kurzem habe man Handys in der Schule noch verbieten können. "Das geht aber heute nicht mehr – es sind einfach keine Handys mehr, es sind ja Wissensmaschinen."

Unterricht als Smartphone-Video

Die Digitalisierung sei also in den Schulen längst angekommen – auch wenn in den Klassen nicht aktiv damit gearbeitet werde.

Den 'Lehrer der Zukunft' zeichnete Füller daher als eine Art Conférencier, der sein Wissen geschickt zu präsentieren wisse und über ein hohes technisches Wissen verfüge. Im Idealfall sollte er in der Lage sein, den Stoff als Video anzubieten.

Auf der anderen Seite würden sich die Schülerinnen und Schüler immer mehr Stoff selbst erarbeiten und anschließenden präsentieren.

"Wir müssen verstehen, dass Lernen projektorientiert und anders wird", sagte Füller. Das sei ein bisschen so wie den Journalisten. Die könnten auch nicht alle Themen voll beherrschen, sondern müssten oft jeden Tag etwas anderes machen.

Mehr zum Thema

Historikertag in Hamburg - Geschichte kommt in der Schule zu kurz
(Deutschlandfunk, Nachrichten vertieft, 20.09.2016)

NRW-Schulministerin zum Turbo-Abi - "Schule von den Kindern aus denken"
(Deutschlandfunk, Campus & Karriere, 15.09.2016)

Schule und Bildung - "Wenn die Toiletten stinken, dann fühlt sich niemand wohl"
(Deutschlandfunk, Interview, 15.09.2016)

Sexueller Kindesmissbrauch - Die Schule als Tatort
(Deutschlandfunk, Campus & Karriere, 13.09.2016)

Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" - "Volkskrankheit" Missbrauch
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 13.09.2016)

Bildung - Hausaufgaben sollten in der Schule gemacht werden
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 06.09.2016)

Interview

"German Zero"Wie ein Bürgerrat das Klima retten will
Berber sitzt im Wuestensand, Marokko, Merzouga. (imago images / blickwinkel / M. Woike)

Das Klimapaket der Bundesregierung reicht nicht, um einen entscheidenden Beitrag zur Klimawende zu leisten, sagen Kritiker. Die Bürgerinitiative "German Zero" will ein Gesetz einbringen, dass der Politik höhere Ziele setzt, das Klima zu schützen.Mehr

Internationale KonflikteBeim Dialog niemanden ausgrenzen
Geschäftsmann und Geschäftsfrau beim Handschlag mit Stangen über einem Abgrund (imago images / Ikon Images)

In manchen Regionen der Welt halten Konflikte so lange an, dass die Situation verfahren scheint. Ist Diskussionsbereitschaft kulturell bedingt? Konfliktforscher Hans-Joachim Giessmann erklärt, worauf es ankommt. Die Situation in Deutschland besorgt ihn.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur