Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview | Beitrag vom 16.09.2019

SchulbildungHochschulverband fordert Zentral-Abi

Moderation: Nicole Dittmer

Beitrag hören Podcast abonnieren
Abiturienten gehen in eime Gymnasium kurz vor Beginn des Abiturs im Fach Deutsch zu ihrem Prüfungsraum an einem Schild vorbei, auf dem "Abitur Bitte Ruhe!" steht. (Picture Alliance / dpa / Felix Kästle)
Ob allein die Ruhe hilft, ist fraglich: Immer mehr Abiturienten schließen das Gymnasium mit einer Eins vor dem Komma ab. (Picture Alliance / dpa / Felix Kästle)

Laut einer Umfrage der „Rheinischen Post“ ist der Anteil der Einser-Abiturienten in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Ein bundesweites Zentralabitur sei hilfreich, die Leistungen zu vergleichen, sagt Bernhard Kempen vom Deutschen Hochschulverband.

Eine Umfrage der "Rheinischen Post" hat ergeben, dass der Anteil der Einser-Abiturienten in den vergangenen zehn Jahren bundesweit deutlich gestiegen ist: von 20,2 Prozent auf 25,8 Prozent. Dabei gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Bundesländern: So haben in Thüringen 37,9 Prozent ein Einser-Abitur, in Schleswig-Holstein hingegen nur 17,3 Prozent.

Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, wundert sich vor allem darüber, dass die jungen Menschen trotz Einser-Abiturs erhebliche Lücken im Bereich Mathematik oder Naturwissenschaften hätten, "wo wir gewaltig nachhelfen müssen, damit die überhaupt das erste Semester bestehen."

Druck durch Eltern, Druck durch Ministerien

Über die Zunahme der Einser-Abiturienten kann er nur Vermutungen anstellen:

"Meine Vermutung ist, dass die Eltern einen unglaublichen Druck auf die Lehrer ausüben, weil sie unbedingt wollen, dass ihr Kind auf die Uni kommt."

Auch die Ministerien übten Druck aus auf die Schulen, damit möglichst viele Schüler mit guten Noten herauskommen, glaubt Kempen. Auch die starken regionalen Unterschiede seien verwunderlich. Die Hochschulen würden es deshalb sehr begrüßen, wenn es so etwas wie ein bundesweites Zentralabitur gebe.

"Das würde es erlauben, die Leistungsstandards unserer Schülerinnen und Schüler nach einem Maßstab zu messen. Das wäre ein Fortschritt, wir an den Unis wären sehr dafür."

Den Kulturföderalismus sei durch ein Zentralabitur nicht gefährdet, glaubt Kempen.

Mehr zum Thema

Bildungsforscherin zu Sprachförderung - Deutsche Schulen nur für deutschsprachige Kinder?
(Deutschlandfunk Kultur, Tacheles, 31.08.2019)

Schule für Zirkuskinder - Erst Mathe, dann in die Manege
(Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 31.07.2019)

Bildung für alle - Ein Menschenrecht im Praxistest
(Deutschlandfunk Kultur, Die Reportage, 30.06.2019)

Interview

SPD-Regionalkonferenzen Mehr Slogans als Inhalte
Die Kandidaten für den Parteivorsitz der SPD stehen bei der letzten Regionalkonferenz auf der Bühne und halten übergroße Ballons mit der Aufschrift "#UnsereSPD". Bei der Konferenz geht es um die Nachfolge für die zurückgetretene Parteivorsitzende Nahles. (Lino Mirgeler/dpa/Picture-alliance)

Sechs Kandidatenduos stellen sich den SPD-Mitgliedern zur Wahl für den Parteivorsitz. Der "Spiegel"-Journalist Markus Feldenkirchen lobt den bisherigen Wettstreit als Möglichkeit der Mitwirkung. Dennoch sei das Verfahren zu starr ausgefallen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur