Freitag, 14.12.2018
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. Juni 2017

Schriftstellerin Jeannette Lander ist tot

Tochter jüdisch-polnischer Auswanderer kehrte 1960 nach Deutschland zurück

Die Schriftstellerin Jeannette Lander ist mit 86 Jahren im brandenburgischen Nauen gestorben. Die 1931 als Tochter polnisch-jüdischer Auswanderer in New York geborene Lander, lebte seit 1960 in Berlin, die letzten Jahre im Havelland. Für ihre Romane, Erzählungen und Rundfunkessays wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Jeanette Lander war Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbands und des Deutschen PEN-Zentrums. 1976 erhielt sie ein Stipendium in der Villa Massimo in Rom. Im Jahr 2000 war sie Writer in residence an der Universität von Georgia, ein Jahr später an der Washington Universität in St. Louis/Missouri.

Acht Städte wollen Kulturhauptstadt Europas werden

Halle wird sich nicht bewerben

Mindestens acht Städte haben bereits Interesse daran bekundet, 2025 für Deutschland als Europäische Kulturhauptstadt anzutreten. Wie eine dpa-Umfrage ergab, bereiten Nürnberg, Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Hildesheim, Hannover, Koblenz und die Documenta-Stadt Kassel Bewerbungen vor. In Halle entschied sich der Stadtrat gegen eine Bewerbung. In einer kontroversen Diskussion hatte man sich am Mittwoch gegen die Idee von Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) gestellt, der die Stadt unter dem Motto "Vernetzte Stadt" ins Rennen um den Titel bei der Europäischen Union schicken wollte. Die Entscheidung, welche deutsche Stadt 2025 zum Zug kommt, fällt nach einem ausführlichen Verfahren erst 2020. Neben Deutschland darf für 2025 auch Slowenien eine Stadt benennen.
Europäische Kulturhauptstadt waren aus Deutschland bislang 2010 Essen mit dem Ruhrgebiet, 1999 Weimar und 1988 Berlin.

Bester Vorleser Deutschlands gekürt

Am Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels 2016/17 beteiligten sich 570.000 Teilnehmer

Der 12.jährige Jarik Foth aus Schleswig Holstein setzte sich im Bundesfinale des 58. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels gegen 15 Landessieger durch. Insgesamt hatten sich rund 570.000 Teilnehmer aus 7.000 Schulen beteiligt. Der Gewinner las einen Drei-Minuten-Auszug aus „Stumme Helden lügen nicht von Simon Packham. Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, überreichte gemeinsam mit der Jury die Urkunden an die 16 Finalisten. „Mit ihren Auftritten haben uns die Kandidatinnen und Kandidaten heute alle mitgerissen. Wer so selbstbewusst vorliest und sich für Bücher begeistert, hat schon gewonnen. Lesen ist Ausdauertraining fürs Köpfchen, das Vorlesen vor Anderen stärkt das Auftreten und das Selbstbewusstsein. Das möchten wir mit dem Vorlesewettbewerb bei Schülerinnen und Schülern fördern", sagte Riethmüller. Der Vorlesewettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Doppelspitze für das Schauspielhaus Zürich

Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg werden Intendanten

Das Schauspielhaus Zürich bekommt eine Doppelspitze: Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg werden von der Spielzeit 2019/2020 an Intendanten. "Damit übernehmen ein international arbeitender und künstlerische Maßstäbe setzender Regisseur sowie ein Dramaturg, der als Chefdramaturg bereits avancierte Theaterneustarts maßgeblich mitgeprägt hat, die Leitung", teilte das Schauspielhaus mit. "Stemann und von Blomberg stehen für ein Theater, das sich zwar in der Tradition des klassischen Stadttheaters sieht, sich zugleich aber den Herausforderungen sich modifizierender Produktionsbedingungen und einer sich verändernden Welt stellt." Eine Findungskommission hatte die beiden Theatermacher aus einer Liste von rund 50 Persönlichkeiten ausgewählt, sie hatten ein Konzept für die Zukunft des Hauses eingereicht, das die Kommission überzeugt hat. Die jetzige Intendantin Barbara Frey hatte letztes Jahr bekanntgegeben, dass sie ihren Vertrag nicht weiter verlängern will.

Richter-Zyklus "Birkenau" im Reichstag

"Historische Dimension deutschen Selbstverständnisses"

Im Berliner Reichstag, dem Sitz des Bundestages, soll künftig der beklemmende Bilderzyklus "Birkenau" von Gerhard Richter an die Barbarei des Holocaust erinnern. Das hat der Kunstbeirat des Bundestags beschlossen. Für den vierteiligen monumentalen Zyklus hat Richter Motive aus Fotos verwendet, die im Jahre 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau heimlich aufgenommen wurden. Er hat die Werke als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Seit der Neueröffnung des Reichstagsgebäudes 1999 hängt in der westlichen Eingangshalle eine abstrakt schwarz-rot-goldene Farbkomposition des Künstlers. Die vier Werke "Birkenau" sollen nun an der gegenüberliegenden Wand angebracht werden. "So wird in der Halle ein gedanklicher Spannungsbogen aufgebaut und die historische Dimension deutschen Selbstverständnisses zur Anschauung gebracht", hieß es vom Bundestag. Die bisher an der Wand installierten Leuchtkästen des Künstlers Sigmar Polke müssen laut Bundestag restauriert werden. Deshalb sei es notwendig gewesen, eine neue Gestaltung für die Südwand zu finden.

Britische Pop-Stars sammeln Geld für Brand-Opfer

"Bridge Over Troubled Water"

Britische Musiker haben eine Single veröffentlicht, um Geld für die Opfer des Brandes im Londoner Grenfell-Tower zu sammeln. Zu den Künstlern gehören Stormzy, Robbie Williams,The Who, Leona Lewis und James Blunt. Sie haben den Song "Bridge Over Troubled Water" von Simon and Garfunkel gecovert. Außerdem ist ein großer Chor zu hören, der aus Bewohnern des Turmes und aus der Gegend gebildet wurde.

US-Rapper Prodigy gestorben

Überraschend im Alter von 42 Jahren

Der US-Rapper Prodigy ist gestorben. Er war ein Mitglied des New Yorker Hip-Hop-Duos Mobb Deep. Vor einigen Tagen sei der 42-Jährige in Las Vegas nach einem Auftritt ins Krankenhaus gekommen, nachdem er Schwierigkeiten mit seiner Erkrankung an Sichelzellanämie bekommen habe, teilte sein Sprecher mit. Der Tod des Musikers sei überraschend, hieß es. In den 1990er Jahren feierte Prodigy gemeinsam mit dem Rapper Havoc als Duo Mobb Deep Erfolge. Hits der Musiker waren unter anderem "Quiet Storm" mit Lil Kim und "Shook Ones (Part II)" sowie "Hey Luv (Anything)". Rapper Nas, der wie Prodigy aus Queens in New York stammt, würdigte Prodigy in einem Eintrag im sozialen Netzwerk Instagram als "König". Der Rapper galt als Lyrik- und Reim-Talent.Im Jahr 2007 war er wegen Waffenbesitzes zu einer dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden, von der er das meiste abgesessen hatte.

Fête de la Musique läutet den Sommer ein

Musiker spielen auf vielen Bühnen kostenlos

In mehr als 50 deutschen Städten und Gemeinden wird heute die Fête de la Musique gefeiert. Allein in Berlin spielen auf mehr als 100 Bühnen Musiker kostenlos und unter freiem Himmel. Die Spannweite reicht von Techno über Jazz bis zu Weltmusik aus Syrien, Ungarn oder Finnland. Die Idee, zu Sommeranfang ein Fest der Musik stattfinden zu lassen, kommt ursprünglich aus Frankreich.

Daniel Day-Lewis hört auf

Britisch-irischer Schauspieler gewann drei Mal den Oscar

Die Ankündigung sorgte für Entsetzen in Hollywood: Der 60-jährige Daniel Day-Lewis hört mit der Schauspielerei auf. Seinen letzten Film habe er abgedreht, sein letztes Theaterstück absolviert, teilte eine Sprecherin mit. Er danke allen Kollegen und Zuschauern. Die Entscheidung für das Karriereende sei privat gefallen, weitere Kommentare werde es nicht geben, sagte sie. In dem im Dezember erscheinenden Film "Phantom Thread" von Paul Thomas Anderson wird Day-Lewis damit letztmals zu sehen sein. Als einziger Schauspieler wurde er drei Mal mit dem Oscar in der Kategorie "bester Schauspieler" ausgezeichnet. Neben seiner Darstellung in "Lincoln" gewann er den begehrten Preis auch für seine Charaktere in "My Left Foot" und "There Will Be Blood".

Chefin des Circus Krone gestorben

Christel Sembach-Krone wurde 80 Jahre alt

Jahrzehntelang leitete sie Europas größten Zirkus. Nun ist Christel Sembach-Krone nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Wie der Zirkus in München mitteilte, soll ihre Adoptivtochter Jana Mandana Lacey-Krone ihre Nachfolge antreten. Von 1956 bis 2006 stand Sembach-Krone mit ihren dressierten Pferden selbst in der Manege. Ihr Großvater Carl Krone hatte einst den Weltruhm des Circus Krone begründet. Vor mehr als 100 Jahren zeigte er den Menschen eine neue Sensation: Der Löwe Pascha thronte auf dem Rücken eines Pferdes. Carl Krone wollte Tiere nicht mehr nur zeigen, sondern dressieren. Trotz zunehmender Kritik von Tierschützern besuchen bis heute mehr als eineinhalb Millionen Menschen jährlich die Shows des Circus Krone in München.

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