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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Juli 2015

Schriftsteller Ulrich Zieger mit nur 53 Jahren gestorben

Ein deutscher Dichter mit Wahlheimat Montpellier

Der Schriftsteller Ulrich Zieger ist völlig unerwartet mit nur 53 Jahren in seiner Wahlheimat Montpellier gestorben. Das bestätigte der S. Fischer Verlag, in dem Ziegers letzter Roman erschienen ist. "Durchzug eines Regenbandes" war Anfang 2015 erschienen und ist der erste Roman nach 20 Jahren. Ulrich Zieger begann in den 80er Jahren in einem wissenschaftlichen Verlag in Ost-Berlin zu arbeiten. Er war in der Literatenszene des Prenzlauer Bergs aktiv, schrieb für literarische Untergrundzeitschriften und wirkte in der freien Theatergruppe „Zinnober" mit. Kurz vor dem Mauerfall ging er nach Westdeutschland und schrieb vor allem Theaterstücke, Lyrik und Drehbücher, sowie den sehr gelobten Roman "Der Kasten" und die Erzählung "Der zweifelhafte Ruhm dreier Dichter".

Bayreuth eröffnet erweitertes Richard-Wagner-Museum

Ort der Heldenverehrung oder Wagner-Puppenstube?

Das erweiterte Richard-Wagner-Museum in Bayreuth will sowohl ein Erinnerungsort für den großen Komponisten sein, als auch Raum für kritische Auseinandersetzung bieten. Am Sonntag wird das erweiterte und sanierte Museum eröffnet. Das einstige Wohnhaus des Komponisten und Festspielgründers Richard Wagner ist zwar weiterhin das Herzstück des Museums - soll aber kein "historisches Disneyland" sein, so Museumsdirektor Sven Friedrich. "Wir wollten den Wunsch nach der Erfahrung der Lebenswelt Wagners verbinden mit dem Auftrag historischer Redlichkeit". Man will sich deshalb auch mit der Ideologiegeschichte auseinandersetzen, den völkischen Ideen, die in Bayreuth gedeihen konnten, den engen Verbindungen der Familie Wagner zu den Nationalsozialisten. Das nebenliegende Siegfried-Wagner-Haus soll all das museal aufbereiten.

Martin Berg vom Goethe-Institut gestorben

Er wurde 55 Jahre alt

Das Goethe Institut nennt Martin Berg einen "unverzichtbaren Anstifter und Ermöglicher". Der Leiter des Bereichs Theater und Tanz starb in München. Der 1960 geborene Rheinländer studierte an der Universität Köln Biologie und Deutsch. Parallel dazu absolvierte Berg eine Pantomimenausbildung und arbeitete zwischen 1983 und 1988 als Dramaturg und Theaterpädagoge. Nach einer Dozentenausbildung am Goethe-Institut arbeitete er zunächst in Bonn, dann in Moskau, um 1997 nach München zu wechseln. Dort leitete er 16 Jahre den Bereich Theater und Tanz.

Fatih Akin verfilmt "Tschick"

Wolfgang Herrndorfs Bestseller kommt nächstes Jahr ins Kino

Der Regisseur Fatih Akin ("Gegen die Wand") wird "Tschick" verfilmen, den Bestseller des vor 2 Jahren verstorbenen Schriftstellers Wolfgang Herrndorf. Kinostart ist am 15. September 2016. Ursprünglich sollte David Wnendt ("Feuchtgebiete") die Regie übernehmen. Produzent Marco Mehlitz und Wnendt hätten sich jedoch entschieden, nicht mehr gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten. Das preisgekrönte, auch als Theaterversion erfolgreiche Buch, handelt von zwei jugendlichen Außenseitern, die einen Sommer lang ohne Karte und Kompass durch die ostdeutsche Provinz fahren - Stoff für ein Roadmovie.

Karl-Sczuka-Preis für Radiokunst von Gerhard Rühm

Hörspiel "Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt"

Der vom Südwestrundfunk (SWR) ausgelobte Karl-Sczuka-Preis 2015 für Hörspiel als Radiokunst geht an den Schriftsteller und Komponisten Gerhard Rühm. Er erhält die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung für eine Co-Produktion von WDR und HR - das Hörspiel "Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt". Rühms Stück sei ein "radiophones Meisterwerk von gelassener Melancholie", das ein "berührendes Hörbild" der letzten Lebensphase des Komponisten Hugo Wolf zeichne, betonte die Jury. Beworben hatten sich in diesem Jahr 118 Hörspielmacher aus 20 Staaten. Über die Auszeichnungen entschied eine Jury unter Vorsitz der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss. Die Preisverleihung ist für den 18. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage geplant.

Übersetzer Moshe Kahn erhält Paul-Celan-Preis

15000 Euro für Übertragungen aus dem Italienischen und Französischen

Der Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche geht in diesem Jahr an Moshe Kahn. Die Auszeichnung wird jährlich vom Deutschen Literaturfonds in Darmstadt vergeben. Kahn werde mit dem Preis für sein Gesamtwerk ausgezeichnet, das Übersetzungen aus dem Italienischen und Französischen umfasst. Unter anderem hat er Werke von Pier Paolo Pasolini, Primo Levi, Luigi Malerba, Andrea Camilleri und Norberto Bobbio übersetzt. Jahrzehntelang hat Moshe Kahn an seinem Hauptwerk gearbeitet, der Anfang des Jahres erschienenen Übertragung des monumentalen Romans "Horcynus Orca" von Stefano D'Arrigo, der bisher als unübersetzbar galt. Moshe Kahn, 1942 geboren, floh mit seinen jüdischen Eltern im Zweiten Weltkrieg in die Schweiz. Er studierte Altorientalistik, Philosophie und Rabbinische Theologie. Heute lebt er im Elsass sowie in Marokko und Berlin.

Übersetzerin und Lyrikerin Uljana Wolf ausgezeichnet

Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an die Übersetzerin und Lyrikerin Uljana Wolf. Sie wird ihr beim 35. Erlanger Poetenfest am 28. August verliehen. Die Laudatio hält die deutsch-japanische Autorin Yoko Tawada. Wolf erhält den Preis für ihr lyrisches und übersetzerisches Gesamtwerk. Sie übersetzt aus dem Englischen und aus ostslawischen Sprachen. Außerdem hat sie mehrere Bände mit Lyrik und Prosagedichten veröffentlicht. Wolf lebt in Berlin und New York. In beiden Städten unterrichtet sie auch Poesie und Übersetzung.

Gedenken in Duisburg

Trauerfeier fünf Jahre nach Loveparade-Unglück

Fünf Jahre nach dem Unglück auf der Love-Parade will die Stadt Duisburg heute Abend mit einer Gedenkfeier an die Opfer erinnern. Dazu werden 500 Menschen erwartet. Nicht alle aber schätzen das öffentliche Gedenken: Mehrere Male wurde die Gedenkstätte für die Opfer bereits verwüstet. Regelmäßig würden etwa Grablichter oder Kränze geklaut. Die Verarbeitung des Unglücks werde noch lange dauern. "Das ist eine Riesen-Narbe in dieser Stadt." sagte Jörn Teich, Co-Vorsitzender des Betroffenen-Vereins. Auch die juristische Aufarbeitung kommt nicht voran. Ob und wann es einen Strafprozess geben wird, ist weiter unklar.

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Fazit

Uffizien in FlorenzGroße Gruppen müssen extra zahlen
Touristen stehen vor den Uffizien, Florenz 22.07.2014. Florenz Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMichaelxGottschalkx Tourists Stand before the Uffizi Gallery Florence 22 07 2014 Florence Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xMichaelxGottschalkx (imago stock&people)

Viele Museen in Italien drohen am Andrang der Touristen zu ersticken. Eike Schmidt, Leiter der Uffizien in Florenz, hat nun eine Gruppensteuer von 70 Euro eingeführt: Große Gruppen würden anderen Besuchern die Sicht auf die Kunstwerke versperren.Mehr

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