Seit 18:05 Uhr Feature

Samstag, 18.08.2018
 
Seit 18:05 Uhr Feature

Literatur / Archiv | Beitrag vom 07.01.2018

Schriftsteller mit Soziologenblick"Wenn ich schreibe, sage ich alles"

Von Christoph Vormweg

Podcast abonnieren
Annie Ernaux (imago/ZUMA Press/Ulf Andersen/Aurimages)
Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux 2008 (imago/ZUMA Press/Ulf Andersen/Aurimages)

Drei Aufsteiger aus dem französischen Arbeitermilieu blicken mit soziologischer Brille auf Kindheit, Jugend und soziale Ausgrenzung: Die Schriftsteller Annie Ernaux und Édouard Louis sowie der Soziologe Didier Eribon.

Wie verändert der soziologisch geschulte Blick das literarische Schreiben? Die Bücher von Annie Ernaux, Didier Eribon und Jungstar Édouard Louis lassen sich als Kampfansagen wider die in Frankreich populäre Autofiktion lesen. Alle drei Autoren legen sehr genau die Mechanismen frei, die ein Leben prägen. Denn alle drei sind Aufsteiger aus dem Arbeitermilieu und geben ihrer Nabelschau eine analytisch-gesellschaftliche Dimension.

Der Soziologe Didier Eribon in Berlin (imago/Ulli Winkler)Der Soziologe Didier Eribon in Berlin (imago/Ulli Winkler)

Der Schriftsteller Édouard Louis beschreibt in seinem nicht-fiktionalen Roman "Im Herzen der Gewalt", wie eine euphorisch begonnene Liebesnacht eskaliert – bis hin zum Mordversuch.

Der französische Schriftsteller Édouard Louis. (picture alliance / dpa / Emilio Naranjo)Der französische Schriftsteller Édouard Louis. (picture alliance / dpa / Emilio Naranjo)

Die Autorin Annie Ernaux, Jahrgang 1940, seziert in ihrem erfolgreichsten Buch "Die Jahre" den eigenen Werdegang als unpersönliche Autobiografie.

Und der 1953 geborene Soziologe Didier Eribon wagt Jahrzehnte nach seinem Weggang die "Rückkehr nach Reims", wo er – als Intellektueller und Homosexueller – einst soziale Schande erlebte. Das Buch wurde mittlerweile auch für die Bühne adaptiert

"Wenn ich schreibe, sage ich alles" 
Annie Ernaux, Didier Eribon und Édouard Louis 
Frankreichs Schriftsteller mit Soziologenbrille
Von Christoph Vormweg
Produktion: WDR 2017

Das Manuskript als PDF zum Herunterladen

Literatur

LyriksommerDrei Kritiker, drei Empfehlungen
Ein aufgeschlagener Band mit einem Gedicht auf einem Tisch. Dazu eine Tasse Kaffee mit schöner Crema. (Thought Catalog/Unsplash)

Die Kritikerin Maren Jäger sowie die Kritiker Jan Bürger und Gregor Dotzauer diskutieren und empfehlen Lyrik-Neuerscheinungen. Eine Aufzeichnung aus dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach vom 18.7.2018.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur