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Fazit / Archiv | Beitrag vom 23.05.2016

Schriftsteller Menasse zur österreichischen PräsidentenwahlDurchatmen oder Sorgen machen?

Robert Menasse im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Alexander Van der Bellen, neuer österreichischer Bundespräsident (picture alliance / dpa / Florian Wieser)
Alexander Van der Bellen, neuer österreichischer Bundespräsident (picture alliance / dpa / Florian Wieser)

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse atmet durch: Weil Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten seines Landes gewählt wurde. Er fragt sich aber, warum nun niemand von einem Linksruck spreche - in Parallele zum viel zitierten Rechtsruck bei Erfolgen der FPÖ.

Es war ein denkbar knappes Ergebnis, doch am Ende hat der frühere Parteichef der Grünen Alexander Van der Bellen das Rennen um das Amt als österreichischer Bundespräsident gegen seinen Kontrahenten Norbert Hofer von der FPÖ gewonnen. Der Schriftsteller Robert Menasse kommentierte den Wahlausgang im Deutschlandradio Kultur:

"Ich bin natürlich erleichtert und wenn Hofer gewonnen hätte, dann hätte man das ganz ganz vehement dahingehend interpretiert: ein brutaler Rechtsruck. Es hat aber Van der Bellen gewonnen, ganz knapp, aber niemand sagt: ein Linksruck - obwohl das wirklich der denkbar größte Gegensatz zu Hofer ist."

Erster grüner Präsident Europas

Dabei habe Österreich den ersten grünen Bundespräsidenten in Europa. Allerdings könne Van der Bellen in seinem neuen Amt wohl nicht alle zurückgewinnen, die den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer gewählt hatten. Eine Chance sieht Robert Menasse allerdings bei den Protestwählern:

"Der Rest, das ist einfach das Reservoir, das die Freiheitlichen haben, immer hatten und immer haben werden."

Wäre ein FPÖ-Triumph ein notwendiger Weckruf gewesen? Das wiederum fragt sich sein österreichischer Autorenkollege Thomas Glavinic. Warum er über einen Sieg Norbert Hofers nicht unfroh gewesen wäre, darüber spricht er im zweiten "Fazit"-Gespräch ab 23 Uhr 05. 

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