Dienstag, 20.11.2018
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Juni 2017

Schriftsteller Juan Goytisolo in Marrokko beerdigt

Spanischer Intellektueller war am Sonntag im Alter von 86 Jahren gestorben

Mit dem Tod von Juan Goytisolo hat Spanien einen seiner größten Autoren verloren. Goytisolo galt seit vielen Jahren als Kandidat für den Literaturnobelpreis. 2014 erhielt er in seiner Heimat den renommierten Cervantes-Preis. Goytisolo galt als Pendler zwischen der westlichen und der arabischen Welt, als Mittler zwischen den Kulturen und den Religionen. In seinen Büchern rechnete der Autor mit der Rückständigkeit der spanischen Gesellschaft während der Franco-Diktatur (1939-1975) ab. In seinen späteren Werken kritisierte er auch das moderne Spanien.

Zaha Hadid-Bahnhof bei Neapel eingeweiht

Kritiker sprechen von "Kathedrale im Nirgendwo"

Ein riesiger Bahnhof von Stararchitektin Zaha Hadid ist nach jahrelangen Querelen in der Nähe von Neapel eingeweiht worden. Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni würdigte das Werk der im vergangenen Jahr verstorbenen Architektin. Von kommenden Sonntag an sollen am Bahnhof in Afragola die ersten Hochgeschwindigkeitszüge auf der Nord-Süd-Achse rollen. An dem 400 Meter langen, schlangenförmigen Megabahnhof wird seit 2003 gebaut, allein für die erste Bauphase wurden rund 60 Millionen Euro veranschlagt. Die zweite Bauphase soll erst 2022 abgeschlossen sein. Kritiker nannten den futuristischen Bahnhof bereits eine "Kathedrale im Nirgendwo", weil eine gute Anbindung an die Millionenstadt Neapel fehle.

Frankfurter Bühnen: Sanierung ähnlich teuer wie Neubau

Kulturdezernentin spricht von "Herausforderung"

Ein Neubau der maroden Städtischen Bühnen in Frankfurt könnte einem Gutachten zufolge bis zu 889 Millionen Euro teuer werden. Die Kosten für eine Sanierung werden auf 848 Millionen bis 868 Millionen Euro geschätzt, wie aus einer Machbarkeitsstudie hervorgeht. Darin eingerechnet sind Kosten für Ausweichstandorte und mögliche Preissteigerungen. Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig sprach von einer Herausforderung. "Eine weitreichende politische Entscheidung steht an." Das Gutachten gebe keine politische Entscheidung vor. "Von Sanierung kann fast nicht mehr die Rede sein, sondern vom Startschuss für etwas Neues", sagte Baudezernent Jan Schneider angesichts der Größenordnung des Projekts.

Museum Bern verkauft Gurlitt-Immobilien

Auch Verkauf von Bildern sei nicht ausgeschlossen

Das Museum Bern verkauft die Wohnung des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt in München und sein Salzburger Haus, um Rechtsstreitigkeiten rund um den Fall zu finanzieren. Auch der Verkauf von Bildern aus dem Nachlass werde nicht ausgeschlossen. sagte der der Vizepräsident des Museums, Marcel Brülhart. Das Museum wolle möglichst keine eigenen Mittel zur Abwicklung des Erbes der millionenschweren Sammlung aufbringen. "Ob das hinterlassene Vermögen zur Deckung der Kosten ausreicht, ist im Moment noch nicht definitiv abschätzbar", so Brülhart. Bislang sind laut Museum Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Franken (2,3 Millionen Euro) aufgelaufen. Der Kunstsammler hatte seine umfangreiche, aber mit Raubkunstverdacht behaftete Sammlung nach seinem Tod 2014 überraschend dem Kunstmuseum Bern vermacht. Gurlitts Cousine hatte das Testament vor Gericht angefochten.

Schriftzug "Zweifel" auf Berliner Schloss?

Gründungsintendanten schlagen Schriftzug neben Kreuz vor

Was soll auf die Kuppel des rekonstruierten Berliner Schlosses? Die Debatte, ob ein Kreuz auf die Kuppel kommt, ein Mikroskop oder Halbmond, Davidstern und Kreuz geht weiter. Jetzt haben die drei Gründungsintendanten des künftigen Humboldt Forums vorgeschlagen, neben dem Kreuz auch den riesigen Schriftzug "Zweifel" auf dem Gebäude zu installieren. In Berlin hätten der Zweifel als Kernelement der preußischen Aufklärung und das Kreuz als christliches Hoheitszeichen lange zusammengewirkt, erklärten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

"Wallace & Gromits"-Stimme Peter Sallis gestorben

Britischer Schauspieler wurde 96 Jahre alt.

Peter Sallis war vor allem durch die Trickfilmserie "Wallace & Gromit" bekannt geworden. Er hatte dem glatzköpfigen Erfinder Wallace zwischen 1989 und 2010 seine Stimme geliehen. Sallis habe seine einzigartige Gabe und seinen Humor in alles eingebracht, was er tat. Damit habe er die sehr britische Kunst des Seltsamen und Unauffälligen verkörpert, sagte Nick Park, der die Knetefiguren Wallace und Gromit erfunden hatte.

Müller würdigt Peymann zum 80. Geburtstag

Der Intendant sei ein "Virtuose des Theaterdonners"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat den scheidenden Intendanten des Berliner Ensembles gewürdigt. Claus Peymann wird morgen 80 Jahre alt. Peymann habe wortgewaltig öffentliche Debatten befeuert, erklärte der SPD-Politiker in Berlin. Der Theatermacher sei einer der ganz Großen der Theatermetropole Berlin und Meister seines Faches. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte Peymann. Er kämpfe leidenschaftlich für die freie Kunst und das Politische im Theater, erklärte Grütters. Die CDU-Politikerin betonte, mit seinen "unkonventionellen, zuweilen provozierenden Arbeiten" habe Peymann seinem Publikum unvergessliche Theatermomente beschert. Peymann verlässt nach 18 Jahren als Intendant im Sommer 2017 das von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründete Haus. Sein Nachfolger am Berliner Ensemble wird Oliver Reese.

Kurz vor Schluss: Dylan reicht Nobelpreis-Rede ein

Am Samstag wäre die Frist abgelaufen

Bob Dylan, der Literaturnobelpreisträger 2016, hat seine Nobelvorlesung abgeliefert. Die Rede sei als Tonaufnahme eingetroffen, bestätigte die Schwedische Akademie. Die Frist wäre am Samstag abgelaufen, ihre Einhaltung ist Voraussetzung dafür, um die mit dem Literaturnobelpreis dotierten acht Millionen Schwedischen Kronen (etwa 820 000 Euro) ausgezahlt zu bekommen. "Die Rede ist außergewöhnlich", schrieb Akademie-Mitglied Sara Danius in einem Blog. In dem Vortrag, der im Hintergrund von Klaviermusik begleitet wird, beschreibt der Sänger, welche Musik und Bücher ihn beeinflusst haben. Seinen Musikerkollegen Buddy Holly nennt Dylan "einen älteren Bruder", außerdem drückt er seine Bewunderung für das Buch "Moby Dick" von Herman Melville und die "Odyssee" des griechischen Dichters Homer aus. Diese sei in die Balladen vieler Songschreiber eingeflossen.

Hollywood-Stern für Ice Cube

Der 2614. Stern geht an den Rapper und Schauspieler

Einen Stern auf dem Hollywood-"Walk of Fame" in der Sparte Musik bekommt der Rapper und Schauspieler Ice Cube verliehen. Am kommenden Montag soll der 47-jährige die Plakette enthüllen, wie die Veranstalter bekanntgaben. Der in Los Angeles unter dem Namen O'Shea Jackson geborene Künstler war Ende der 1980er Jahre mit der Rap-Gruppe N.W.A ("Niggaz Wit Attitudes") bekannt geworden. Als Solo-Künstler hat Ice Cube seit 1990 neun Alben herausgebracht. Für den Film "Boyz n the Hood - Jungs im Viertel" trat er 1991 erstmals vor die Filmkamera.

Vatikan vernetzt digitale Handschriftenbestände

Die Bibliothek will Forschern damit die Arbeit erleichtern

Die Vatikanische Bibliothek hat 14.000 der 80.000 teils in die Antike zurückreichenden Manuskripte bereits digitalisiert. Dieses elektronische Archiv soll nun in einen Verbund von rund 40 National- und Forschungsbibliotheken weltweit eingebettet werden. Forscher können so, auf der Basis eines gemeinsamen Internetprotokolls, Handschriften direkt miteinander vergleichen. Das berichtet die Vatikanzeitung "Osservatore Romano". Zusammen mit hochauflösenden Bilddateien will die Vatikanische Bibliothek laut dem Bericht für eine Gruppe lateinischer Handschriften auch Transkriptionen sowie Informationen zu den Texten und Glossen, Miniaturen, Schriftarten, Kopisten, Buchmalern und Besitzern bereitstellen. Die entsprechenden Standards waren 2012 von der Universität Stanford entwickelt worden. Der Vatikan ist aktuell auch Gastgeber der Jahrestagung der Bibliotheken, die am Patristik-Institut Augustinianum in Rom stattfindet.

Alexander Sokurow erhält Europäischen Filmpreis

Er erhält die Auszeichnung für sein Lebenswerk

Der russische Filmemacher Alexander Sokurow erhält den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk. Der 65-Jährige werde am 9.Dezember in Berlin für seine herausragende Arbeit als Regisseur, Dramaturg und Kameramann mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Sokurow sei eine wichtige und inspirierende Stimme im europäischen Kino - auch durch seinen mutigen Einsatz für die Freiheit der Kunst und humanistische Werte, hieß es seitens der European Film Academy. Der Filmemacher hat für sein vielschichtiges Werk bereits zahlreiche Preise erhalten. Zuletzt stellte er 2015 im Wettbewerb von Venedig seinen Film "Francofonia" über die Besetzung des Louvre durch die Nazis vor.

Jahrestagung des Bühnenvereins

Schwerpunktthema: Populismus

Der Deutsche Bühnenverein bezieht Stellung zu Fremdenhass, Populismus und Fake News. "Wir alle haben den Auftrag, klar Haltung zu zeigen und Position zu beziehen", sagte Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins. Theater suchten dabei nicht nur die künstlerische Auseinandersetzung mit solchen Themen, sondern wirkten darüber hinaus auch als Dialogforum im öffentlichen Raum. Man müsse sich im Klaren sein, welch ein Weltbild Parteien wie die AfD oder Strömungen wie die Identitäre Bewegung proklamierten. Am 9. und 10. Juni tagt der Bühnenverein auch zu diesen Themen in Dresden.

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