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Tonart | Beitrag vom 03.12.2019

Schostakowitsch als PianistSeltene Fundstücke für echte Fans

Von Elisabeth Hahn

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Dmitri Schostakowitsch im Moskauer Konservatorium bei der Uraufführung seiner letzten Sinfonie durch seinen Sohn. Rechts stehen Geiger bereit, links applaudiert das Publikum dem Komponisten. (imago images / ITAR-TASS)
Der Komponist Dmitri Schostakowitsch im Moskauer Konservatorium bei der Uraufführung seiner letzten Sinfonie durch seinen Sohn Maxim im Jahr 1972. (imago images / ITAR-TASS)

Eine neue Sammlung zeigt erstmals umfassend den Komponisten Dmitri Schostakowitsch als Interpreten seiner eigenen Werke. Darunter finden sich auch seltene Aufnahmen aus der Wohnung des Komponisten – inklusive schlagender Uhr im Hintergrund.

Dmitri Schostakowitsch ist heute vor allem als Komponist von 15 Sinfonien weltbekannt. Auch sein umfangreiches Kammermusik- und Klavierwerk wird geschätzt und viel gespielt.

Schostakowitsch gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Russlands des 20. Jahrhundert. Als ausgebildeter Pianist hat Schostakowitsch seine Werke selbst regelmäßig am Klavier aufgeführt und eingespielt. 

Eine fünfteilige CD-Box mit dem Titel "Shostakovich plays Shostakovich" porträtiert jetzt erstmals in großem Umfang den Pianisten Schostakowitsch. Alle Aufnahmen wurden zwar irgendwann schon mal veröffentlicht, sind teilweise aber nur schwer zugänglich.

Wohnungsaufnahmen mit Hintergrundatmosphäre

Selbst echte Schostakowitsch-Fans dürften noch die eine oder andere Entdeckung machen. Wie zum Beispiel bei privaten Aufnahmen in der Wohnung von Schostakowitsch. Man hört ihn dort mit dem sowjetischen Star-Geiger David Oistrach seine Violinsonate spielen, während man im Hintergrund die Uhr schlagen hört.

Einige private Tonbandaufnahmen stammen aus der Zeit, als Schostakowitsch nicht mehr öffentlich auftrat. Eine chronische Rückenmarksentzündung hatte zu einer fortschreitenden Lähmung seiner rechten Hand geführt.

Einblick in die russische Musikszene

Auf den fünf CDs kann man nicht nur den Komponisten hören, sondern auch andere große Musiker aus der Sowjetunion, darunter die Cellisten Daniil Shafran und Milos Sadlo, das Beethoven-Quartett oder Schostakowitschs Sohn Maxim.

Damit gibt die Sammlung nicht nur einen Einblick in die damalige russische Musikszene, sondern auch einen authentischen Eindruck vom Komponisten und Interpreten Schostakowitsch, für den nicht die eigene Interpretation im Mittelpunkt stand, sondern vielmehr die kompositorische Aussage.

(npt)

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