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Mittwoch, 21.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 9. November 2018

Hartmann und das Burgtheater schließen Frieden

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt

Knapp vier Jahre nach seiner Entlassung als Intendant des Wiener Burgtheaters, haben Matthias Hartmann und das Theater ihren Streit außergerichtlich beigelegt. Die Parteien hätten sich geeinigt, die fristlose Entlassung in eine einvernehmliche Beendigung umzuwandeln, teilten beide Seiten mit. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Hartmann eingestellt. Grund des Streits waren die finanzielle Schieflage des Burgtheaters und ein System schwarzer Kassen. Hartmann hatte bestritten, dafür verantwortlich zu sein und eine Entschädigung von zwei Millionen Euro gefordert. Über den Vergleichsinhalt wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA wird es keine Zahlungen seitens des Burgtheaters an den 55-Jährigen geben. Hartmann habe aber Anspruch auf Geld aus der Manager-Haftpflichtversicherung.

Iranische Prominente stellen sich gegen Sanktionen

Asghar Farhadi und andere warnen vor Folgen für die Bevölkerung

Nach Inkrafttreten der neuen Iran-Sanktionen der USA haben iranische Prominente eine Kampagne gegen die Strafmaßnahmen gestartet. "Erneut haben die USA Sanktionen gegen den Iran verhängt. Jeder Iraner wird persönlich den Preis dafür zahlen", warnten der Filmemacher Asghar Farhadi, der Musiker Kayhan Kalhor und andere Prominente in der Petition "Stimmen gegen die Sanktionen", die auf der Online-Plattform change.org lanciert wurde. "Politiker kommen und gehen, doch die Auswirkungen ihrer katastrophalen Entscheidungen werden ein Albtraum für die kommenden Generationen sein", hieß es in der Petition, die bis Freitag fast 5000 Unterschriften bekam. Neben dem zweifachen Oscar-Gewinner Farhadi und dem Grammy-Preisträger Kalhor unterzeichneten auch zahlreiche iranische Regisseure, Musiker, Aktivisten und Anwälte die Petition. Nachdem Anfang August ein erstes Sanktionspaket in Kraft getreten war, folgte am Montag eine zweite Welle von Finanz- und Handelsbeschränkungen, die sich vor allem gegen die iranischen Öl- und Bankensektoren richten.

Nele Heyse wird Magdeburger Stadtschreiberin

Unter 38 Bewerbern ausgewählt

Die Berliner Schriftstellerin Nele Heyse wird Stadtschreiberin in Magdeburg. Heyse, die unter 38 Bewerbern ausgewählt wurde, wird ihr neues Amt am 1. März 2019 antreten, teilte die Stadtverwaltung Magdeburg mit. Das Stadtschreiber-Stipendium, das monatlich 1.200 Euro und eine mietkostenfreie Wohnung umfasst, wird damit zum siebten Mal vergeben. Nele Heyse wurde 1954 in Meiningen geboren und wuchs in Weimar auf. Von 1973 bis 1977 studierte sie an der Berliner Schauspielschule. 1984 verließ sie mit ihrem Sohn die DDR. Sie arbeitete unter anderem als Schauspielerin in Basel, Mannheim, Bremen, Leipzig und am Deutschen Theater Berlin. 2013 erschien ihr erster Roman "Haltewunschtaste".

Gottorf darf NS-Raubkunst-Gemälde behalten

"Mädchen mit Geranie" in Galerie Flechtheim gekauft

Das Landesmuseum Gottorf darf das mutmaßliche NS-Raubkunst-Gemälde "Mädchen mit Geranie" des expressionistischen Malers Karl Hofer weiterhin ausstellen. "Die vier Enkelkinder von Max Selig haben uns mitgeteilt, dass das Werk in unserem Besitz verbleiben darf - darüber freuen wir uns natürlich sehr", sagte Direktorin Kirsten Baumann in Schleswig. Im Zuge von Provenienzforschungen hatte das Landesmuseum die Herkunft des Bildes zum Teil geklärt und die Enkel des früheren jüdischen Eigentümers darüber informiert. Der in Düsseldorf lebende jüdische Kaufmann und Privatsammler Max Selig hatte demnach spätestens im Juni 1929 das Gemälde in der Galerie Flechtheim in Düsseldorf erworben. In der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde der gesamte private Besitz von Selig in seinem Wohnhaus zerstört und geplündert.

Kulturhaushalt steigt um 140 Millionen Euro

Projekte in Regionen jenseits der Metropolen stärken

Der Bund will im kommenden Jahr 140 Millionen Euro mehr für Kultur und Medien ausgeben als 2018. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte, beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags eine Steigerung auf insgesamt gut 1,9 Milliarden Euro. "Mit den zusätzlichen Mitteln werden wir insbesondere Kultureinrichtungen und Projekte in den Regionen jenseits der Metropolen stärken", kündigte Grütters an. So fließen beispielsweise bis zu 40 Millionen Euro zusätzlich in Denkmalschutzmaßnahmen, bis zu 3,5 Millionen Euro in die Digitalisierung im Bereich Kultur und Medien, 5 Millionen Euro in den "German Motion Picture Fund", der High-End-Serien fördert.

Chefredakteur von Website "Medusa" tritt zurück

Vorwurf sexueller Belästigung auf Jubiläumsfeier

Über die #MeToo-Debatte hatte die russischsprachige Website "Medusa" groß berichtet - jetzt ist ihr Chefredakteur wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Ivan Kolpakow, der das in Lettland ansässige Nachrichtenportal mitgründete und seit 2016 die Redaktion leitet, erklärte seinen Rücktritt in einer auf "Medusa" veröffentlichten Erklärung. Dieser Schritt sei "die einzige Möglichkeit", Schaden von der Redaktion abzuwenden, erklärte er. Laut "Medusa" wird Kolpakow vorgeworfen, auf der Jubiläumsfeier der Website in angetrunkenem Zustand die Frau eines Mitarbeiters belästigt zu haben. Der Journalist gab an, sich nicht daran erinnern zu können, schloss es aber auch nicht aus. Die Redaktion von "Medusa" sitzt in Lettland, um der Kontrolle des russischen Staates zu entgehen.

Festnahmen nach Schmuckdiebstahl aus Dogenpalast

Schmuckstücke hatten einen Wert von 1,7 Millionen Euro

Elf Monate nach einem spektakulären Schmuckdiebstahl aus Venedigs Dogenpalast hat die Polizei in Kroatien fünf Verdächtige festgenommen. Nach Angaben des kroatischen Innenministeriums wurden vier Kroaten in der Hauptstadt Zagreb und auf der Halbinsel Istrien festgenommen, einen Serben schnappten die Ermittler an einem Grenzübergang nach Serbien. Ob auch das Diebesgut gefunden wurde, war zunächst unklar. Die italienische Polizei hatte die fünf zwischen 43 und 60 Jahre alten Männer mit internationalem Haftbefehl gesucht. Sie sollen Anfang Januar ein Paar Ohrringe sowie eine Brosche aus der Ausstellung "Schätze der Mogule und der Maharadschas" gestohlen haben. Laut Innenministerium hatten die beiden Schmuckstücke einen Wert von 1,7 Millionen Euro.

ARD zufrieden mit Nutzerzahlen der Audiothek App

Spitzenreiter bei den Downloads ist die Hörspielfassung von "Der nasse Fisch"

Die vor einem Jahr gestartete ARD-Audiothek ist bislang von rund 510.000 Nutzern auf dem Smartphone installiert worden. Über die App riefen die Hörer 21 Millionen Audios wie Hörspiele, Features, Nachrichtenbeiträge oder Comedy-Stücke ab, wie SWR-Intendant Peter Boudgoust in Karlsruhe mitteilte. Er sprach von einer sehr guten Nachfrage, die die "hohe Qualität des ARD-Hörfunks" belege. Spitzenreiter bei den Downloads war zuletzt die Hörspielfassung des Krimis "Der nasse Fisch" von Volker Kutscher, der auch Grundlage der TV-Serie "Babylon Berlin" ist. Den Nutzern der App stehen Inhalte von mehr als 60 öffentlich-rechtlichen Hörfunkwellen zur Auswahl.

Comicbuchpreis geht an Anke Kuhl

Hochdotierter Preis wird für noch unveröffentliches Werk vergeben

Die Illustratorin und Autorin Anke Kuhl erhält den mit 20.000 Euro dotierten Comicbuchpreis 2019 der Berthold-Leibinger-Stiftung. Sie werde für das Buch "Manno!" ausgezeichnet, das "mit seinem Witz, der lebhaften Bildsprache und den wunderbaren Kurzberichten aus einem ganz normalen Kinderleben zwischen Euphorie und Katastrophe begeistert", heißt es in der Begründung der Jury. Anke Kuhl gründete 1999 mit Philip Waechter und Moni Port die Frankfurter Ateliergemeinschaft Labor. Sie arbeitet freiberuflich als Illustratorin und Autorin für verschiedene Verlage. Insgesamt hatten sich 77 Autoren und Zeichner beworben. Der Comicbuchpreis wird seit 2014 jährlich ausgeschrieben und würdigt "hervorragende, unveröffentlichte, deutschsprachige Comics", deren Fertigstellung absehbar sei.

Kulturinstitutionen bilden Bündnis gegen Rechts

"Erklärung der Vielen" will sich für Toleranz engagieren

In Berlin haben sich mehr als 140 Kulturinstitutionen zu einem Bündnis gegen Rechts zusammengeschlossen. Die Initiatoren stellten eine "Erklärung der Vielen" vor, in der sie sich zum Engagement gegen Nationalismus und Intoleranz und für die Freiheit der Kunst verpflichten. Ähnliche Bündnisse starteten auch in Düsseldorf, Hamburg und Dresden. Den Veranstaltern zufolge haben sich bundesweit rund 300 Kulturinstitutionen angeschlossen. "Ich hoffe, wir werden den Rechten von heute an das Leben deutlich schwerer machen", sagte Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats in Berlin. Gerade in kleineren Orten sei der Druck von Rechts dramatisch gewachsen. In Berlin haben sich die meisten großen Kulturinstitutionen wie die drei Opernhäuser, alle führenden Theater, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Berliner Festspiele der Aktion angeschlossen. Auch zahlreiche kleinere Häuser und freie Initiativen sind vertreten. Der Anstoß kam von dem 2017 gegründeten Verein Die Vielen, der von der Stiftung des Fotografen Wolfgang Tillmans unterstützt wird.

Sachsen baut am "Archiv der Avantgarden"

Umbau des barocken Blockhauses kostet 20 Millionen Euro

In Dresden entsteht bis 2022 das "Archiv der Avantgarden". Die Privatsammlung mit Werken des 20. Jahrhunderts wird im barocken Blockhaus an der Augustusbrücke untergebracht. Für den Umbau des Gebäudeinneren sind mehr als 20 Millionen Euro vorgesehen. Dresden hatte Ende 2016 die Sammlung der Avantgarden des deutsch-italienischen Kunstmäzen Egidio Marzona mit rund 1,5 Millionen Objekten geschenkt bekommen. Wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mitteilten, hat Marzona Dresden nun noch weitere rund 200.000 Objekte überlassen. Kernstück des neuen Archivbaus ist ein schwebender Kubus in der Hülle des denkmalgeschützten Blockhauses.

Bundesregierung fördert Games "made in Germany"

Branchenverband spricht von einem "historischen Schritt"

Die Bundesregierung fördert künftig die Entwicklung von Computerspielen in Deutschland. Laut Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags sollen im kommenden Jahr 50 Millionen Euro für einen Games-Fonds bereitstehen. Der Branchenverband game sprach von einem "historischen Schritt". Seit Jahren setzt sich der Verband für eine bessere Förderung ein, um Entwickler aus Deutschland international konkurrenzfähiger zu machen. Obwohl der Markt für Games in Deutschland zuletzt kräftig zugelegt hatte, war der Anteil an Spieleentwicklungen aus Deutschland weiter abgesackt.

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