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Kulturnachrichten

Freitag, 23. August 2019

Schlagertexterin Irma Holder gestorben

Sie schrieb Hits wie "Hello Again" von Howard Carpendale und textete Schlager für Michelle, Heino, Freddy Quinn und Udo Jürgens. Nun ist die Schlagertexterin Irma Holder im Alter von 93 Jahren in baden-württembergischen Gärtringen gestorben. Holder, die rund 1000 Musiktitel geschrieben hat, starb bereits am 16. August. In den 1970er Jahren fing die gelernte Bankkauffrau unter anderem mit Texten für Udo Jürgens und Monica Morell an, später arbeitete sie auch für Roy Black, Tommy Steiner und Karel Gott. Von Holder stammt unter anderem der Text für den ersten Erfolg von Stefanie Hertel ("Über jedes Bacherl geht a Brückerl"), den Schlager "Und morgen früh küss' ich Dich wach" von Helene Fischer sowie für Andrea Bergs Hit "Du hast mich tausendmal belogen". Hunderte Songs aus ihrer Feder schafften es in die Charts. 2017 wurde Irma Holder mit dem Deutschen Musikautorenpreis geehrt.

Ai Weiwei zieht nach England

Nach vier Jahren in Berlin zieht der chinesische Künstler Ai Weiwei nach Cambridge um. Sein Berliner Atelier wird der 61-Jährige aber weiter betreiben. Der Umzug mit seiner Familie in die ostenglische Stadt folgt einer scharfen Kritik an Deutschland. In einem Interview kritisierte er, dass Deutschland keine "offene Gesellschaft" sei und beklagte sowohl einen Alltagsrassismus als auch den zu laschen Umgang der Regierung mit China. Dem "Guardian" sagte Ai nun, dass er auch von Großbritannien nicht viel erwarte: Das Land stecke nach der Brexit-Abstimmung in einem "Sumpf". Zudem kritisierte Ai Weiwei die fehlende Solidarität des Vereinten Königreichs mit den Demonstranten in Hongkong.

Otobong Nkanga erhält Peter-Weiss-Preis

Die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga erhält den mit 15 000 Euro dotierten Peter-Weiss-Kulturpreis der Stadt Bochum. Die Fotografin, Performerin, Plastikerin und Autorin begreife ihre künstlerisch-anthropologischen Studien als den ganzen Menschen umfassende Untersuchungen, lobte die Jury. Nkanga ist aktuell auf der 58. Kunstbiennale in Venedig vertreten. Die alle zwei Jahre stattfindende Verleihung des Peter-Weiss-Preises ist für Dezember geplant.

Frühere Trump-Sprecherin geht zu Fox News

Die frühere Sprecherin des US-Präsidenten, Sarah Sanders, wird künftig als Expertin bei einem der Lieblings-Fernsehsender ihres einstigen Chefs auftreten. Fox News teilte mit, Sanders werde in Zukunft Kommentare und Analysen für die Berichterstattung des US-Senders liefern. Ihr erster Auftritt sei für den 6. September bei der Sendung "Fox & Friends" geplant. Als treuer Zuschauer der Sendung gilt US-Präsident Donald Trump, der dort mitunter für längliche Telefon-Interviews zugeschaltet wird. Sanders hatte Ende Juni das Weiße Haus verlassen. Sie wolle mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Kindern verbringen, sagte sie zur Begründung. Die 37-Jährige fiel durch ihre nach außen fast bedingungslose Loyalität zu Trump auf.

Hannelore-Elsner-Film wird fertiggestellt

Der unvollendete letzte Film von Hannelore Elsner soll noch fertiggestellt werden. Das teilte das Erste am Freitag in München mit. Die Schauspielerin hatte die Dreharbeiten wegen ihrer schweren Erkrankung abgebrochen, sie starb am 21. April im Alter von 76 Jahren. Der Nachdreh zur Tragikomödie "Lang lebe die Königin" unter der Regie von Richard Huber ist in dieser Woche in Dietramszell bei Bad Tölz zu Ende gegangen. Als Hommage an ihre verstorbene Kollegin haben fünf Schauspielerinnen ihre Rolle übernommen: Iris Berben, Hannelore Hoger, Eva Mattes, Gisela Schneeberger und Judy Winter spielten dem Ersten zufolge an je einem Drehtag eine Szene. Die Ausstrahlung des Films ist für 2020 geplant.

HR-Hörfunkdirektor bekräftigt Reformvorhaben

HR-Hörfunkdirektor Heinz-Dieter Sommer hat in der Debatte um die Zukunft des Senders HR2-Kultur die Notwendigkeit einer Reform bekräftigt. "Wir haben die Verpflichtung, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen", sagte Sommer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der HR wolle auch in Zukunft seinem Auftrag gerecht werden und mit seinen Inhalten weiterhin möglichst viele Menschen erreichen - "nicht nur die tradierten Zielgruppen", ergänzte er. Im Juli hatte der Sender mitgeteilt, dass HR2-Kultur in eine "Klassikwelle" für Hessen umgewandelt werden soll. Wortinhalte zu Kulturthemen sollen künftig vor allem über die Informationswelle HR-Info, sowie über das Internet ausspielen. Dagegen hatten Kulturschaffende öffentlich protestiert.

Christian Végh leitet Kunsthalle Bielefeld

Die Kunsthalle Bielefeld hat eine neue Leiterin: Christina Végh wird 2020 die Nachfolge von Friedrich Meschede antreten. Végh wurde in Zürich geboren, sie begann ihre kuratorische Laufbahn im Jahr 2000 an der Kunsthalle Basel. Derzeit ist sie Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover. Ihre kuratorische Arbeit zeichnet sich durch generationenübergreifende, experimentelle wie interdisziplinäre Ansätze aus, die gesellschaftliche Fragen und Wissensproduktion verhandeln. Die Kunsthalle Bielefeld ist der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet.

Altmaier plant europäische Cloud "Gaia-X"

Bundeswirtschaftsminister Altmaier plant offenbar den Aufbau einer europäischen Cloud unter dem Namen "Gaia-X". Dabei sollten sich Anbieter von Daten- und Rechenkapazitäten im Internet über eine Art offenes Netzwerk verknüpfen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine" in ihrer Online-Ausgabe. Mit den beteiligten Unternehmen würden kommende Woche die abschließenden Gespräche geführt. Die Bundesregierung wolle als Nutzer der Cloud eine Schlüsselrolle einnehmen. Unklar sei noch, ob Gaia-X als Unternehmen, Verein oder Stiftung aufgebaut werden soll. Die Cloudbranche wird weitgehend von US-Konzernen wie Amazon beherrscht.

Mehrheit kann falsche Nachrichten nicht erkennen

Eine Mehrheit der Deutschen hat Probleme damit, korrekte Nachrichten von manipulierten Inhalten zu unterscheiden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kandar im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor. So gaben 61 Prozent der Befragten in Deutschland an, es sei für sie "eher schwierig" oder "sehr schwierig", den Wahrheitsgehalt von Informationen zu unterscheiden. 37 Prozent der Menschen im Alter ab 14 Jahren schätzen das nach eigenen Angaben als "eher nicht schwierig" oder "gar nicht schwierig" ein.

Tote bei Musikkonzert in Algier

Am Rande eines Musikkonzerts in der algerischen Hauptstadt Algier sollen beim Einlass mindestens fünf Menschen im Gedränge zu Tode gekommen sein. Mehr als 20 Menschen seien am Donnerstagabend verletzt worden, berichtete das Medienunternehmen TSA unter Berufung auf Klinikpersonal. Das Konzert des Rappers Soolking fand demnach in einem Stadion statt, zu dem tödlichen Gedränge kam es an einem der Eingänge. Augenzeugen zufolge seien die Besucherströme nicht richtig gelenkt worden, hieß es in dem Bericht.

Eminem-Musikverlag verklagt Spotify

Der Musikverlag des amerikanischen Rappers Eminem hat den Streamingdienst Spotify verklagt. Das berichtet das Magazin The Hollywood Reporter. Die Klage wegen Urheberrechtsverletzungen sei vor einem Gericht in Nashville eingereicht worden. Der Musikverlag Eight Mile Style beschuldigt Spotify, Songs des Rappers ohne Lizenzen anzubieten. Dadurch entgängen der Plattenfirma Milliardeneinnahmen. Außerdem verstoße Spotify gegen den sogenannten Music Modernization Act. Das Gesetz ist seit knapp einem Jahr in den USA in Kraft und soll die Bezahlung von Rechteinhabern leichter machen.

Petrenko beginnt bei den Berliner Philharmoniker

Mit Ludwig van Beethovens 9. Symphonie startet Kirill Petrenko an diesem Freitag als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Das Konzert wird aus der Philharmonie auch in rund 145 Kinos in Europa übertragen. Auf dem Programm stehen auch Alban Bergs symphonische Stücke aus seiner Oper "Lulu" . Am Samstag spielt das Orchester Beethovens Sinfonie mit dem Schlusschor über Friedrich Schillers "Ode an die Freude" vor dem Brandenburger Tor als Teil der Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Die Philharmoniker hatten Petrenko vor vier Jahren als Nachfolger von Simon Rattle zu ihrem neuen Chefdirigenten gewählt. Er bleibt bis 2020 auch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.

Pilgerweg der Franken will Weltkulturerbe werden

Der alte Pilgerweg der Franken nach Rom, die Via Francigena, bewirbt sich als Weltkulturerbe der Unesco. Eine italienische Studie dazu soll nach Aussage von Luca Bruschi, Präsident der Europäischen Vereinigung der Vie Francigene, im Herbst mit den drei anderen Ländern am Frankenweg besprochen werden. Nach den Konsultationen mit Großbritannien, Frankreich und der Schweiz wolle man sich mit dem Projekt bei der Unesco bewerben, sagte Bruschi im Interview mit Vatican News. Die Via Francigena ist ein System alter Pilger- und Handelsstraßen, das vom englischen Canterbury über Reims und Lausanne nach Rom führt. Die Route ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Seit einigen Jahren erlebt der Frankenweg wie auch der Jakobsweg eine Renaissance.

Deutscher Filmpreis künftig auch für "Visuelle Effekte"

Beim Deutschen Filmpreis gibt es künftig auch eine Auszeichnung in der Kategorie "Beste visuelle Effekte und Animation". Visuelle Effekte gehörten inzwischen zum Standardrepertoire erfolgreicher Filmproduktionen und würden immer wichtiger, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Den neuen Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, beschloss sie gemeinsam mit der Deutschen Filmakademie. Deutsche Firmen seien in diesen Technologien international sehr gefragt, so Grütters. Mit der neuen Preiskategorie solle diese Leistung gewürdigt werden. Die "Lolas", die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino, werden das nächste Mal im April 2020 verliehen.

Verfassungsschutz mit Comedy gegen Salafisten

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat zwei Youtube-Kanäle zur Salafismus-Prävention gestartet. Wenn Salafisten wie der Islamische Staat ihre Propaganda ins Netz stellten, dann dürfe das nicht unwidersprochen bleiben, sagte Innenminister Herbert Reul bei der Vorstellung des Projekts auf der Spielemesse Gamescom in Köln. Der NRW-Verfassungsschutz ist die erste Sicherheitsbehörde in Deutschland mit eigenem Angebot gegen islamistische Propaganda auf der Videoplattform. Auf einem Kanal setze die Behörde auf Witz und Humor. Ziel des zweiten Youtube-Kanals sei es, Fakten gegen Lügen zu setzen. 32 Folgen seien für den Comedy-Kanal ("Jihadi Fool") und 16 für den Wissenskanal geplant.

Interesse an Klassik steigt laut Orchestervereinigung

Deutschlands Orchester vermelden ein größeres Publikumsinteresse an klassischer Musik, insbesondere die Besucherzahlen bei Open-Air-Konzerten seien ein Beleg, dass Klassik auf dem Erfolgskurs sei, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens. Allein zum Open-Air-Konzert der Berliner Philharmoniker am Brandenburger Tor unter dem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko würden am kommenden Samstag über 30.000 Menschen erwartet. Weiter verwies Mertens auf "45.000 Besucher bei der Oper für alle mit Deutscher Staatsoper und Staatskapelle Berlin auf dem Bebelplatz im Juni und 75.000 Besucher im Nürnberger Luitpoldhain bei den Nürnberger Philharmonikern." Diese Tausenden Musikliebhaber tauchten jedoch bislang in keiner offiziellen Besucherstatistik auf, denn der Eintritt zu vielen großen Klassik-Open-Air-Veranstaltungen sei frei, sagte der Geschäftsführer.

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