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Kulturnachrichten

Dienstag, 29. Mai 2018

Schlagerstar Jürgen Marcus gestorben

Durchbruch mit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben"

Schlagersänger Jürgen Marcus ist tot. Er starb bereits Mitte Mai im Alter von 69 Jahren in München, teilte sein Manager mit. "Schweren Herzens gebe ich bekannt, dass Jürgen Marcus den Kampf gegen die chronische Lungenkrankheit COPD verloren hat". Marcus litt seit 2002 an der Krankheit. Deshalb beendete er auch seine Karriere. Der Durchbruch gelang Marcus 1972 mit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben". 1976 ging er beim Eurovision Song Contest für Luxemburg an den Start. Marcus arbeitete mit Größen der Musikbranche wie Jack White und Andrew Lloyd Webber zusammen. Weitere bekannte Hits sind "Ein Festival der Liebe", "Auf dem Bahnhof der vielen Geleise" und "Ein Lied zieht hinaus in die Welt".

Russischer Journalist in Kiew erschossen

Arkadi Babtschenko lebte im ukrainischen Exil aus Angst vor russischer Verfolgung

Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erschossen worden. Seine Ehefrau habe ihn am Dienstag blutend in seiner Wohnung entdeckt und den Notarzt gerufen, teilte die Polizei mit. Babtschenko sei jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Der 41-Jährige kämpfte während der 90er Jahre für das russische Militär im Ersten Tschetschenienkrieg, später wurde er Journalist. Als Kriegsreporter war er im Anschluss für verschiedene russische Medien im Einsatz gewesen. Er galt in den vergangenen Jahren als äußerst kremlkritisch. Russland verließ er im Jahr 2017, nachdem er nach eigenen Angaben Drohungen erhalten und Angst bekommen hatte, in Gewahrsam genommen zu werden. Er zog dann nach Kiew, wo er als Moderator eines Fernsehsenders der Krimtataren arbeitete.

Monopolkommission gegen Buchpreisbindung

Kulturstaatsministerin Grütters reagiert empört

Die Monopolkommission empfiehlt die Abschaffung der Buchpreisbindung. Die Preisbindung für Bücher sei ein schwerwiegender Markteingriff, dem ein nicht klar definiertes Schutzziel gegenüberstehe, heißt es in einer Mitteilung zu einem veröffentlichten Sondergutachten der Kommission. Es sei fraglich, ob die Buchpreisbindung einen "kulturpolitischen Mehrwert" schaffe, der den Markteingriff rechtfertige. Kulturstaatsministerin Monika Grütters reagierte empört. "Die Empfehlung der Monopolkommission macht mich fassungslos", sagte Grütters laut Mitteilung. Sie unterhöhle die jahrelangen Bemühungen der Bundesregierung, den unabhängigen Buchhandel und die Verlage als Garanten der literarischen Vielfalt zu schützen. Sie werde sich weiterhin mit aller Kraft für den Erhalt der Buchpreisbindung einsetzen, sagte die Politikerin. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem Union und SPD der Preisbindung eine unverzichtbare Rolle für die Vielfalt des deutschen Buchmarktes zugesprochen hätten.

Bremen will Nama-Gebeine an Namibia zurückgeben

Senat folgt damit namibischem Rückgabegesuch

Die Stadt Bremen will zwei Nama-Schädel aus der Sammlung des Übersee-Museums an Namibia zurückgeben. Der Senat stimmte einem entsprechenden Ersuchen der Republik Namibia zu. Der Zeitpunkt der Übergabe stehe noch nicht fest. Die Republik Namibia war mit zwei Rückgabegesuchen an das Übersee-Museum herangetreten. Die Rückgabe könnte laut Senat im Rahmen einer zentralen Feier erfolgen. Die Republik Namibia plane derzeit eine Übergabezeremonie für aus der Bundesrepublik Deutschland zurückzuführende Gebeine in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der evangelischen Kirche in Berlin. Zwischen Deutschland und Namibia läuft seit rund vier Jahren ein Dialog auf Regierungsebene zur Aufarbeitung der Geschehnisse. Vor einem New Yorker Bezirksgericht ist zudem seit einem Jahr eine Klage von Vertretern der Herero und Nama gegen die Bundesrepublik anhängig. Darin fordern sie, an diesen Verhandlungen beteiligt zu werden. Zudem verlangen sie Reparationszahlungen.

Bildhauer Gerhard Thieme mit 90 Jahren gestorben

Mehr als 50 Totenmasken in seinem Werk

Einst nahm er Bertolt Brecht die Totenmaske ab: Der Bildhauer Gerhard Thieme ist mit 90 Jahren in Berlin gestorben. Vor allem in Berlin hinterlässt er zahlreiche Brunnen und Skulpturen. 1928 im sächsischen Rüsdorf geboren, war Thieme mit der Erzgebirgischen Tradition des Holzschnitzens aufgewachsen. Er studierte Kunst zunächst in Dresden, später in Berlin-Weißensee. Zusammen mit seinem Mentor Fritz Cremer nahm er 1956 dem berühmten Dramatiker Bertolt Brecht in dessen Sterbezimmer die Totenmaske ab. Insgesamt gehören zu Thiemes Werk mehr als 50 Totenmasken - unter anderem von DDR-Staatsrat Walter Ulbricht, von Komponist Hanns Eisler sowie von der Tänzerin Gret Palucca.

Preis der Initiative Kulturelle Integration vergeben

Sieger der Mitmachaktion "Gib mir ein Zeichen" ist der Entwurf von Dorothee Hermann

Die Initiative Kulturelle Integration hat die Ulmerin Dorothee Hermann für ihren Entwurf bei der Mitmachaktion "Gib mir ein Zeichen" ausgezeichnet. Insgesamt waren insgesamt 780 Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen. Ein "Und"-Zeichen in einem Kreis, alles kunterbunt gestreift - dieses Symbol soll künftig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft stehen. Auf Vorschlag des Deutschen Kulturrats hatten sich im vergangenen Jahr 28 Vertreter aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu der Initiative Kulturelle Integration zusammengeschlossen. Unter dem Motto "Zusammenhalt in Vielfalt" legten sie fünfzehn Thesen vor, die um Toleranz, Solidarität und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft werben. Möglichst viele Menschen sollen das jetzt ausgezeichnete Symbol als gemeinsames Zeichen nutzen - auf T-Shirts, Papier oder Taschen gedruckt. Es kann auf der Seite des Kulturrats heruntergeladen werden.

Erstes Großobjekt im Humboldt Forum angekommen

Extra große Öffnungen in den Wänden für Südseeboot freigelassen

Als erstes Ausstellungsobjekt ist ein weltweit einzigartiges Südseeboot in das Humboldt Forum im Berliner Schloss eingezogen. Eine eigens eingebaute Hebeanlage hievte die 16 Meter lange Holzkiste mit der wertvollen Fracht von der Eingangshalle in den Ausstellungssaal im ersten Stock. Dort waren extra zwei große Öffnungen in den Wänden freigelassen worden, um die Großobjekte aus dem Ethnologischen Museum einbringen zu können. Das Humboldt Forum direkt gegenüber der Museumsinsel soll von 2019 an ein großes Museums- und Kulturzentrum werden. Ausstellungsschwerpunkte sind die Sammlungen des Ethnologischen und das Asiatischen Museums.

"Mahnmal der grauen Busse" in Hadamar eingeweiht

Denkmal für Euthanasieopfer könnte dauerhaft bleiben

In der hessischen Stadt Hadamar könnte das "Mahnmal der Grauen Busse" möglicherweise für immer bleiben. Bei der Einweihung des Mahnmals für die Opfer der NS-Euthanasieanstalt stellte der Hadamarer Stadtverordnetenvorsteher Michael Lassmann die Möglichkeit in Aussicht, das Mahnmal für immer zentral im Ort zu belassen: "Das muss natürlich dann diskutiert werden, aber ich bin guter Dinge, dass es von der Bevölkerung gut angenommen wird und dann sollten wir das Ohr auch an den Bürgerinnen und Bürgern haben und wenn da auch eine Bereitschaft besteht, so was zu machen. Ich bin da offen, ich denke, es wäre eine wichtige Überlegung." Ab 1941 hatten die Nationalsozialisten in der psychiatrischen Anstalt bei Hadamar 15.000 Menschen ermordet. Auf ihrem Weg dorthin waren die Menschen in grauen Bussen durch die Stadt gefahren worden.

Marbach kauft den Nachlass von Bernard von Brentano

Archiv umfasst Romanentwürfe, Theaterstücke, Korrespondenzen

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den Nachlass des Schriftstellers Bernard von Brentano gekauft. Das Archiv umfasst Manuskripte zu Romanen, Erzählungen, Theaterstücke, Essays und Kritiken. Zum Bestand gehören auch Korrespondenzen mit Zeitgenossen wie Theodor W. Adorno, Gottfried Benn und Marie Luise Kaschnitz. Brentanos 1932 erschienenes Buch "Beginn der Barbarei in Deutschland", in dem er sich gegen den Nationalsozialismus wandte, wurde später verboten. 1933 ging er mit seiner Frau ins Exil in die Schweiz. Dort schrieb er den größten Teil seines literarischen Werks, darunter sein Hauptwerk "Theodor Chindler". Brentano starb 1964.

Winckelmann-Jubiläum ohne Museum

Umbaumaßnahmen dauern bis September

Im Jubiläumsjahr zu Ehren des Gelehrten Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) bleibt das Museum in seinem Geburtsort Stendal definitiv geschlossen. Wie die Winckelmann-Gesellschaft auf ihrer Homepage mitteilt, dauern die Umbaumaßnahmen voraussichtlich bis September an. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für den 26. Mai geplant. Winckelmann gilt als Wegbereiter des Klassizismus und Gründervater der modernen Archäologie. Am 8. Juni jährt sich sein Todestag zum 250. Mal.

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