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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. Februar 2015

Schillerpreis für Andrea Breth

Die Theaterregisseurin wird für ihre Schiller-Inszenierungen geehrt

Andrea Breth Regisseurin, erhält den diesjährigen Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar. Das teilte die Stadt mit. Breths Inszenierungen von Friedrich Schillers Dramen "Maria Stuart" und "Don Carlos" zählten zu den besten der letzten Jahre, heißt es zur Begründung von der Jury. Breth verzichte auf Textfreiheit und setze auf das ursprüngliche Wort des Dichters. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Breth am 10. November in der Marbacher Stadthalle Schillerhöhe überreicht werden.

Prozess um Kunstfälschungen tritt auf der Stelle

Stagnation beim Kunstprozess um gefälschte Werke russischer Avantgardekunst

Auch am zweiten Verhandlungstag konnte die Staatsanwaltschaft wegen weiterer Anträge der Verteidigung noch nicht die Anklageschrift verlesen. Drei Männern werden vor dem Landgericht gewerbs- und bandenmäßiger Betrug sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. Sie sollen mit dem Verkauf von 19 gefälschten Bildern im Stil von Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch fast elf Millionen Euro ergaunert haben. Am kommenden Montag (16.2.) will das Landgericht entscheiden, ob der Prozess mit der vorgesehenen Besetzung der Richter und Schöffen fortgesetzt werden kann. Die beiden 42 und 68 Jahre alten Hauptangeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Ein 41-Jähriger muss sich wegen Beihilfe verantworten.

Bayern gibt gestohlene historische Bücher an Italien zurück

Werke von Galilei und Kopernikus waren unter den geraubten Schätzen

Die bayerischen Behörden geben 500 historische Bücher zurück, die aus italienischen Bibliotheken gestohlen worden waren. Darunter sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft München auch Originalausgaben der Werke von Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler. Der Gesamtwert der 543 Bücher, die überwiegend aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Am Freitag sollen die in einem Münchner Auktionshaus beschlagnahmten Bücher den italienischen Behörden übergeben werden. Nach deren Ermittlungen wurden sie zwischen Juni 2011 und April 2012 vor allem aus der Bibliothek Girolamini in Neapel gestohlen.

Richter-Gemälde zum Rekordpreis von 41 Millionen versteigert

So teuer kam noch nie ein Werk des deutschen Malers Gerhard Richter unter den Hammer

"Abstraktes Bild" hat in London einen Rekordpreis von umgerechnet 41 Millionen Euro erzielt. Damit habe Richter Maßstäbe für lebende europäische Künstler gesetzt, teilte das Auktionshaus Sotheby's nach der Versteigerung mit. Das farbenfrohe Bild von 1986 hing lange im Kölner Museum Ludwig. Geschätzt worden war sein Wert auf bis zu 27 Millionen Euro. Der Käufer blieb anonym. Insgesamt wechselte am Dienstagabend zeitgenössische Kunst für 166,5 Millionen Euro den Besitzer. Das düstere Doppelporträt «Zwei Studien für ein Selbstporträt» von Francis Bacon brachte knapp 20 Millionen Euro.

Berlinale Kamera für Oscar-Preisträger Marcel Ophüls

Die Berliner Filmfestspiele haben Marcel Ophüls mit einer Berlinale Kamera ausgezeichnet

Der 87-Jährige wird für seine Dokumentarfilme geehrt. Mit 6 Jahren musste er mit seinen Eltern vor den Nazis nach Frankreich fliehen. Später setzte sich der Sohn des bekannten Regisseurs Max Ophüls in seiner eigenen Arbeit als Dokumentarfilmer intensiv mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Sein Film „Hotel Terminus über den Gestapo-Kommandanten Klaus Barbie (1989) wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Bei den Nürnberger Prozessen entstand die fünfstündige Dokumentation „The Memory of Justice (Nicht schuldig, 1976).

Jury für Deutschen Buchpreis 2015 steht fest

Sechs Kritiker und Büchhändler gehören dem Gremium an

Die Mitglieder für die Jury, die über den Deutschen Buchpreis 2015 entscheidet, stehen fest. Das Forum, das den besten deutschsprachigen Roman des Jahres auswählt und prämiert, besteht aus vier Kritikern und zwei Buchhändlern. Es sind Rolf Keussen (Mayersche Droste, Düsseldorf), Ursula Kloke (Botnanger Buchladen, Stuttgart), Claudia Kramatschek (freie Kritikerin), Ulrike Sárkány (Norddeutscher Rundfunk), Christopher Schmidt (Süddeutsche Zeitung) und Bettina Schulte (Badische Zeitung). Außerdem zählt der Kulturmanager Markus Hinterhäuser (Wiener Festwochen) zur siebenköpfigen Jury. Die Juroren küren den Sieger in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Der Deutsche Buchpreis wird im Oktober zum Beginn der Frankfurter Buchmesse verliehen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels teilte mit, dass Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 27. März jeweils zwei Titel einreichen können.

Erstmals Ausstellung mit Werken von Otto Piene in Teheran

Ausstellungspremiere im Iran für den ZERO-Künstler

Erstmals zeigt ein Museum in der iranischen Hauptstadt Teheran eine Einzelausstellung mit Werken des ZERO-Künstlers Otto Piene. Nach Heinz Mack im Jahr 2001 und Günther Uecker im Jahr 2012 sei Piene der dritte ZERO-Künstler, dessen Werk im Iran präsentiert werde, teilte die Düsseldorfer Galerie Breckner mit. Ort der Ausstellung "Rainbow" mit etwa 90 Werken werde das 1977 eröffnete Museum of Contemporary Art in Teheran sein. Kurator sei der stellvertretende Direktor der Nationalgalerie Berlin, Joachim Jäger. Piene war im Juli 2014 im Alter von 86 Jahren gestorben, er hatte die Ausstellung im Iran aber noch selbst mitkonzipiert. ZERO war die erste international beachtetet Avantgarde-Kunstbewegung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Verband der Kinder- und Jugendtheater kritisiert Finanzierung

Plädoyer für eine gerechtere Verteilung der staatlichen Förderung

Der Verband der Kinder- und Jugendtheater, Assitej, hat die Etatunterschiede für verschiedene Theatersparten kritisiert. Nach wie vor gelte, dass Theater für Kinder und Jugendliche per se billiger sein müsse als das für Erwachsene, sagte Assitej-Geschäftsführerin Meike Fechner in Leipzig der Deutschen Presse-Agentur. Das spiegele sich in Etats und Fördersummen wieder, ergebe aber wenig Sinn. Ein Schauspieler müsse von seiner Arbeit leben können, sagte Fechner. Dabei sei es egal, ob er für Kinder spiele oder für Erwachsene. Assitej hat nach eigenen Angaben 400 Mitglieder, darunter rund 280 Theater.

Ennio Morricone in Berlin gefeiert

Tourneeauftakt des berühmten Filmkomponisten

Zum Auftakt von fünf Konzerten in Deutschland ist der Filmkomponist und Dirigent Ennio Morricone am Dienstagabend in Berlin vom Publikum gefeiert worden. Vor 7400 Zuhörern dirigierte der 86-Jährige viele seiner Klassiker. Er wie auch die rund 170 Musiker des Tschechischen National-Symphonieorchesters und des ungarischen Kodaly Chors zeigten sich gut aufgelegt und in bester Spiellaune. Morricone bot einen Querschnitt seiner Kompositionen aus mehr als 50 Jahren. Die Soundtracks zu Italo-Western wie "Für eine Handvoll Dollar» und "Spiel mir das Lied vom Tod" machten ihn in den 1960er Jahren weltberühmt. 2007 erhielt Morricone den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, 2013 den Europäischen Filmpreis.

Autoren starten Online-Experiment zum Thema IS

Mosaik-Roman im Internet

Neun junge deutsche Autoren wollen sich von der kommenden Woche an gemeinsam in einem Mosaik-Roman im Internet mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befassen. Mit dem Experiment unter dem Titel "Zwei Mädchen im Krieg" folgen die Schriftsteller einem Aufruf ihres Kollegen Thomas von Steinaecker. Der 38-Jährige bezieht sich auf die wahre Geschichte zweier Wiener Teenager, die nach Syrien zogen und dort tief verschleiert Werbung für den IS machen. Veröffentlicht wird der Roman im literarischen Online-Magazin "hundertvierzehn" von S. Fischer. Wie der Verlag mitteilte, schreiben die Autoren ab 16. Februar über drei Wochen hinweg ihre Beiträge. Der abgeschlossene Mosaik-Roman soll während der Leipziger Buchmesse am 12. März vorgestellt werden.

Unterstützung für Moskau nach Bilbliotheksbrand

Deutsches Hilfsangebot

Deutschland will Russland bei der Wiederherstellung der Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften helfen, die Ende Januar bei einem Brand schwer beschädigt wurde. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bot auch die Entsendung von deutschen Experten an. "Auch in politisch schwierigen Zeiten dürfen wir die kulturellen Brücken zwischen Deutschland und Russland nicht kappen", sagte der SPD-Politiker. Die Bibliothek in Moskau mit ihren mehr als 14 Millionen Büchern gilt als eine der wichtigsten Buch- und Dokumentesammlungen in Europa. Nach vorläufigen Angaben wurden bei dem Brand mehr als 1,5 Millionen Dokumente zerstört oder schwer beschädigt.

Bayerisches Kabinett billigt Pläne für Konzertsaal-Umbau

Die Philharmonie soll entkernt werden um in der alten Hülle einen Saal mit neuer Akustik zu bauen

Nach jahrelangem Dauerstreit über einen neuen Konzertsaal in München hat die bayerische Staatsregierung entschieden, dass es keinen dritten Saal geben, stattdessen soll die Philharmonie im Gasteig komplett umgebaut werden. Ungeachtet heftiger Kritik aus der Kulturszene stellte sich das bayerische Kabinett heute hinter den kürzlich von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ausgehandelten Plan. Dieser sieht vor, dass in der alten Hülle des Kulturzentrums Gasteig ein komplett neuer Konzertsaal entstehen soll. Dort soll neben den Münchner Philharmonikern auch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine Heimat bekommen, mit abwechselnden Belegungsrechten. Pläne für einen weiteren Konzertsaal werden damit auf Eis gelegt.

Gericht erlaubt Eröffnung von "Körperwelten"-Museum

Das umstrittene Museum in Berlin kann in einer Woche eröffnen

Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren. In der Dauerausstellung im Sockelbau des Berliner Fernsehturms will der Anatom Gunter von Hagens präparierte menschliche Leichen ausstellen. Dagegen hatte das Bezirksamt Berlin-Mitte eine Unterlassungsverfügung eingelegt, die nun keinen Erfolg hatte. Das Verwaltungsgericht erklärte, das Amt könne weiterhin nicht belegen, dass die Ausstellung gegen das Berliner Bestattungsgesetz verstoße. Es ließ gegen seine Entscheidung zugleich Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.

Deutschland bei Biennale in Venedig

Der deutsche Pavillon setzt auf Verständigung durch Kultur

Bei der Kunstbiennale in Venedig soll der deutsche Beitrag auch zur Verständigung über Kulturgrenzen hinaus dienen. Angesichts der aktuellen Krisen weltweit sei das wichtiger denn je, sagte Andreas Görgen, Leiter der Kulturabteilung im Auswärtigen Amt, bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin. Die Biennale gehört zu den renommiertesten Kunstschauen der Welt. Der diesjährige deutsche Kurator Florian Ebner hat fünf Konzept- und Medienkünstler ausgewählt, die von Mai bis November 2015 ihre Positionen zeigen sollen.

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