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Donnerstag, 14.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 11. Juli 2019

Schauspielpreis für Julia Koschitz

Die Schauspielerin Julia Koschitz erhält den diesjährigen Preis für Schauspielkunst des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen. Die 44-Jährige sei eine Repräsentantin des jungen Deutschen Films und eine Verwandlungskünstlerin, sagte Festivaldirektor Michael Kötz in der pfälzischen Stadt. Die Auszeichnung soll der Schauspielerin am 4. September überreicht werden. Zur 15. Auflage der Filmschau werden zwischen dem 21. August und 8. September rund 100 000 Besucher erwartet. Das Festival ist auch wegen seines Veranstaltungsorts auf einer Parkinsel im Rhein populär.

Lukas Bärfuss schreibt Stück für Nibelungen-Festspiele

Der Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss, dem gerade der renommierte Georg-Büchner-Preis zugesprochen wurde, schreibt für die Nibelungen-Festspiele in Worms das für 2021 geplante Stück. Dann jährt sich Martin Luthers berühmte Widerrufsverweigerung auf dem Wormser Reichstag zum 500. Mal. Im Jubiläumsjahr wollen die Festspiele daran erinnern. Auf dem Reichstag in Worms hatte sich Luther 1521 vor dem Kaiser geweigert, seine Thesen zu widerrufen - und damit die Spaltung der Kirche ausgelöst. Dabei werden Luther vielfach die berühmten Sätze "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders." zugeschrieben. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Bärfuss am 2. November in Darmstadt den Büchner-Preis erhält.

Erneut ein Journalist auf den Philippinen ermordet

Auf den Philippinen ist erneut ein Journalist ermordet worden. Wie örtliche Medien berichteten, wurde in der Nacht der Radiomoderator Eduardo Dizon nach der Arbeit von Unbekannten erschossen. Seinem Arbeitgeber und der Journalistengewerkschaft zufolge hatte Dizon wenige Tage zuvor Morddrohungen erhalten. Das mehrheitlich katholische Inselreich der Philippinen mit seinen über 100 Millionen Einwohnern gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Nach Angaben der Journalistengewerkschaft wurden seit 1986 mindestens 186 Reporter und andere Medienschaffende getötet. Seit dem Amtsantritt von Präsident Rodrigo Duterte Mitte 2016 waren es mindestens 13 Journalisten. Kritiker monieren, dass vor allem jene Reporter zur Zielscheibe würden, die über staatliche Willkür, Korruption und Ausbeutung berichteten.

Klimawandel gefährdet archäologisches Erbe Grönlands

Der Klimawandel gefährdet einer Studie zufolge auch das archäologische Erbe in Grönland. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschläge beschleunigen der in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Untersuchung zufolge die Zersetzung organischen Materials wie Holz, Knochen und DNA, die zuvor durch die Kälte im Boden geschützt waren. Für die Studie hatte der Umweltarchäologe Jörgen Hollesen seit 2016 sieben Fundstätten im Süden und Westen Grönlands untersucht. An einigen der untersuchten Fundstätten gebe es keine unversehrten Knochen oder Holzstücke mehr, berichtete der Forscher. Es liege nahe, dass sie sich in vergangenen Jahrzehnten bereits zersetzten.

Musikerin Taylor Swift ist bestbezahlte Prominente

Die US-Sängerin Taylor Swift ("You Need To Calm Down") hat mit einem geschätzten Jahreseinkommen von rund 185 Millionen Dollar (etwa 164 Millionen Euro) dem US-Magazin "Forbes" zufolge in den vergangenen zwölf Monaten mehr verdient als jeder andere Prominente weltweit. Swift sei damit zum zweiten Mal nach 2016 auf Platz eins der Liste der 100 weltweit am besten bezahlten Promis, teilte "Forbes" mit. Ein Großteil ihrer Einnahmen komme von Tourneen.

Kroatien: Vorwürfe gegen Staatssender

Kroatische Journalisten und Medienwissenschaftler werfen dem Management des öffentlich-rechtlichen Rundfunks HRT vor, mit Klagen auch gegen Redakteure des eigenen Hauses kritische Berichterstattung unterbinden zu wollen. Der Kommentator der kroatischen Tageszeitung „Novi list“, Tihomir Ponoš, sagte dem Deutschlandfunk, ganz besonders empfindlich reagiere das Führungspersonal, wenn ihm Misswirtschaft und eine falsche Senderpolitik vorgeworfen würden. Die Führung der Rundfunkanstalt weist solche Vorwürfe zurück. Die kroatische Journalistenassoziation verzeichnet nach eigenen Angaben derzeit rund 1.000 Klagen gegen Kollegen, allein 30 Prozesse strengte der Staatssender HRT an. Der Journalistenverband HND forderte eine Überarbeitung des Mediengesetzes. Derzeit darf jede Person Schadensersatz fordern, wenn ihnen eine Berichterstattung „seelische Qualen“verursache.

Lyrik-Übersetzerpreis für Romanistin Prammer

Die Romanistin und Autorin Theresia Prammer erhält den Heidelberger "Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik". Prammer wird für ihr Engagement in der Vermittlung italienischer Poesie gewürdigt, wie der Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg mitteilte. Außer Übersetzungen verfasst Prammer auch Essays und engagiert sich für Literaturfestivals in Deutschland und Italien. Die mit 5.000 Euro verbundene Auszeichnung soll ihr am 12. September in Heidelberg verliehen werden. Der seit 2018 vergebene Preis ist nach Angaben des Freundeskreis einzigartig für den deutschsprachigen Raum, da er gezielt Lyrikübersetzer auszeichnet. Der Name Ginkgo-Biloba verweist auf ein Gedicht von Johann Wolfgang Goethe, in dem er über die Blattform des Ginkgo-Baums nachdenkt.

Audiostreaming beschert Musikbranche Wachstum

Nach rund 20 Jahren mit einem nahezu ungebrochenen Abwärtstrend ist der Musik-Umsatz in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 wieder deutlich gewachsen. Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) in Berlin mitteilte, nahm die Branche durch Audiostreaming, CDs, Downloads und Vinyl über 780 Millionen Euro ein. Das waren rund acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zwischen 1998 und 2012 hatten sich die Umsätze der deutschen Musikindustrie fast halbiert. Die höchste Wachstumsrate seit 1993 sei nun vor allem dem Audiostreaming zu verdanken, das um 27,7 Prozent zulegte und bei 56,4 Prozent Marktanteil liegt. Daneben habe sich die CD leicht stabilisiert, während Vinyl wieder Zuwächse verzeichne.

Trotz US-Drohungen: Frankreich will Digitalsteuer

Frankreich hält trotz möglicher Strafzölle der USA an seiner Digitalsteuer für US-Konzerne wie Google und Apple fest. "Frankreich ist ein souveräner Staat, der eigenständig über seine Steuerregeln entscheidet", sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire vor der abschließenden Lesung des Steuergesetzes im Pariser Senat. Zugleich verbat er sich "Drohungen" aus Washington. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hatte erklärt, die Vereinigten Staaten seien "sehr besorgt", dass die Steuer in "unfairer Weise" US-Konzerne betreffe. Die sogenannte Gafa-Steuer (Gafa für Google, Amazon, Facebook und Apple) in Höhe von drei Prozent des Umsatzes in Frankreich zielt auf Internetriesen ab, die in Europa häufig nur sehr geringe Steuern zahlen. Sie soll rückwirkend zum 1. Januar gelten. Frankreich rechnet alleine in diesem Jahr mit Einnahmen von rund 400 Millionen Euro.

ADAC gibt "Motorwelt" an den Burda-Verlag

Der ADAC lässt seine millionenfach gedruckte Zeitschrift "Motorwelt" künftig als Auftragswerk vom Medienkonzern Burda produzieren und vermarkten. Das Magazin soll dann nicht mehr monatlich, sondern nurmehr viermal jährlich erscheinen. Außerdem wird die Zustellung in die Haushalte der 20 Millionen ADAC-Mitglieder eingestellt, stattdessen liegt die Zeitschrift ab nächstem Jahr zum Abholen in Edeka- und Netto-Supermärkten sowie in den Geschäftsstellen und anderen Niederlassungen des ADAC aus, wie der Autoclub in München mitteilte. Bisher produziert der ADAC die Zeitschrift in Eigenregie, dabei fallen jedoch hohe Kosten an, unter anderem für den teuren Versand.

Pleitgen warnt vor mangelnder Meinungsvielfalt

Der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, sieht die Meinungsvielfalt in den Medien bedroht. "Homogene Berichterstattung, wie wir sie bei Themen wie Griechenland, Lokführer-Streik, Russland, Brexit und auch Trump erlebt haben und erleben, ist der schleichende Tod der Demokratie", sagte Pleitgen dem "Handelsblatt". Er beobachte das in vielen wichtigen Fragen, nicht selten marschierten die Journalisten im Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Politik. Das sei bedenklich. Früher habe es mehr Richtungsstreit gegeben.

Erstmals Hype Awards für Hip Hop verliehen

In Berlin sind zum ersten Mal die Hip-Hop Preise Hype Awards verliehen worden. Als bester Künstler wurde der gebürtige Rüsselsheimer Mero ausgezeichnet, als beste Künstlerin die Schweizerin Loredana. Die Preise wurden ausgelobt worden, nachdem der Echo-Musikpreis vor einem Jahr abgeschafft worden war. Anders als die Echos werden mit den Hype Awards allerdings nur deutsche Rapper und Hip Hopper gewürdigt.

USA: Bande schmuggelte Antiquitäten für 143 Millionen

Wegen Handels mit gestohlenen Antiquitäten im Wert von mehr als 143 Millionen Dollar müssen sich mutmaßliche Mitglieder eines internationalen Kunstschmugglerrings vor einem Gericht in New York verantworten. Die Bande soll über drei Jahrzehnte hinweg mehr als 2600 Artefakte aus Indien, Afghanistan, Kambodscha, Pakistan und anderen Ländern verkauft haben. Einige Stücke wurden demnach in weltbekannten Museen ausgestellt. Dass sie auf illegalem Wege erworben wurden, wussten die dort Verantwortlichen nicht. Staatsanwälte sprachen von einem der größten Fälle von Kunstschmuggel. Erhoben wurden die Vorwürfe gegen einen Kunsthändler und sieben weitere Personen, seien mutmaßlichen Komplizen. Beim Kopf der Bande soll es sich um einen Besitzer einer New Yorker Kunstgalerie handeln, der 2011 in Deutschland festgenommen wurde.

UN: Bildungseinrichtungen gegen Klimawandel

Ein Netzwerk von mehr als 7000 internationalen Bildungseinrichtungen und Organisationen hat in einem gemeinsamen Brief den Klimanotstand ausgerufen. Die Institutionen verpflichteten sich mit ihrer Unterschrift, gegen den Klimawandel vorzugehen, wie die Umweltagentur der Vereinten Nationen mitteilte. Laut Sprecher Sam Barrett hofften die Organisatoren auf die Unterstützung von insgesamt 10 000 Institutionen bis Ende des Jahres. "Die jungen Köpfe, die durch unsere Institutionen geformt werden, müssen mit Wissen, Qualifikationen und Fähigkeiten ausgestattet werden, auf die immer weiter wachsenden Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren", hieß es in dem Brief. Die Institutionen verpflichten sich darin zu einem Drei-Punkte-Plan. Dazu gehört die Mobilisierung von Ressourcen für die Erforschung des Klimawandels, mehr Bildung über Umweltschutz und bis 2030 oder spätestens bis 2050 CO2-neutral zu werden.

Ältester Menschenknochen außerhalb Afrikas aufgespürt

Wissenschaftler haben die bislang ältesten Überreste menschlichen Lebens außerhalb Afrikas identifiziert. Der schon in den 1970er Jahren in der Apidima-Höhle im Süden Griechenlands ausgegrabene Teil eines Schädels sei mindestens 210 000 Jahre alt, schrieben die Forscher in der Zeitschrift "Nature". Der Überrest sei damit noch einmal 16 000 Jahre älter als ein in Israel gefundener Oberkieferknochen. Das Fundstück aus Griechenland habe lange relativ unbeachtet im Museum der Universität Athen gelegen, sagte die Forscherin Katerina Harvati von der Universität Tübingen. Es sei noch unklar ob es gelingen werde, DNA aus dem Fossil zu gewinnen. Andere Forscher waren davon ausgegangen, dass der Homo sapiens erst rund 100 000 Jahre später Afrika verlassen hat.

Robert De Niro baut Filmstudio in New York

Der US-Schauspieler Robert De Niro baut in New York ein neues Filmstudio auf. Gemeinsam mit seinem Sohn Raphael und Investoren habe De Niro ein Grundstück im Stadtteil Queens gekauft, berichtete die "New York Times". Für rund 400 Millionen Dollar (etwa 355 Millionen Euro) solle darauf das Wildflowers Studio entstehen. Zuvor hatte das Grundstück dem Klavierhersteller Steinway & Sons gehört. New York ist als Produktionsstätte mit über 300 gedrehten Filmen für die Film- und TV-Industrie in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Insbesondere der Stadtteil Queens, wo unter anderem auch die Silvercup Studios und die Steiner Studios ansässig sind, ist dabei immer stärker genutzt worden. De Niro zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Filmstars der USA und hat unter anderem zwei Oscars gewonnen.

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