Dienstag, 20.11.2018
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. August 2017

Preußen-Stiftung gibt NS-Raubkunst zurück

Die Staatlichen Museen kaufen eine Radierung von Kirchner sofort zurück

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt neun als NS-Raubkunst erkannte Werke an die Erben eines jüdischen Kunstsammlers zurück. Eines davon - eine Radierung von Ernst Ludwig Kirchner - wurde für die Staatlichen Museen wieder zurückgekauft. Bei dem Bild handelt es sich um einen von Kirchner signierten Probedruck der Radierung "Fehmarnhäuser mit großem Baum" von 1908. Die neun grafischen Werke stammen aus der Sammlung des Berliner Kleiderfabrikanten Eugen Moritz Buchthal. Vor seiner Flucht nach London verkaufte er im Januar 1936 Grafiken notgedrungen an eine Berliner Galerie, wo die Staatlichen Museen sie noch im selben Monat erwarben.

Romanautor Liu Yongbiao in China festgenommen

Er gestand, vor 22 Jahren vier Menschen ermordet zu haben

Der bekannte chinesische Schriftsteller Liu Yongbiao ist 22 Jahre nach einem vierfachen Mord unter Tatverdacht festgenommen worden, wie die Polizei in Huzhou in der Ostprovinz Zhejiang mitteilte. Der 53-Jährige soll die Tat gestanden und den Polizisten gesagt haben: "Ich habe die ganze Zeit auf euch gewartet", wie ihn die Zeitung "Sixth Tone" zitierte. Er habe die Tat mit einem heute 64 Jahre alten Freund begangen, der ebenfalls festgenommen worden sei. Neue Methoden zur Analyse von Erbgut und Fingerabdrücke vom Tatort hätten die Polizei auf ihre Spur gebracht, schrieben das Blatt und die "China Daily". Beide sollen 1995 aus Geldmangel einen Gast in einer Unterkunft ausgeraubt und getötet haben. Um das Verbrechen zu vertuschen, hätten sie auch die Besitzer des Gästehauses und deren 13-jährigen Enkel erschlagen. 2010 hatte der Autor angekündigt, einen Krimi mit dem Titel "Die schöne Autorin, die tötete" schreiben zu wollen: "Ich will einen Roman über eine hübsche Schriftstellerin schreiben, die viele Menschen getötet hat, aber deren Fälle ungelöst sind." Er hat mehrere Bücher veröffentlicht. Ein Liebesroman von 2014 wurde als 50-teilige Fernsehserie adaptiert.

BDS ruft zu Boykott des Berliner Pop Kultur-Festivals auf

Die Kampagne wirft dem Festival Zusammenarbeit mit der israelischen Botschaft vor

Wegen eines Boykottaufrufs des BDS ("Boycott, Divestment and Sanctions") haben vier arabische Acts ihren Auftritt beim Berliner Pop Kultur Festival abgesagt. Die politische Kampagne BDS, die es sich zum Ziel gemacht hat, Israel wirtschaftlich, politisch und kulturell zu isolieren, hat im Internet einen entsprechenden Aufruf gestartet, in dem sie dem Festival vorwirft, mit der israelischen Botschaft zusammenarbeiten. Tatsächlich ist diese lediglich an den Reisekosten für die Musiker beteiligt. Trotzdem sind einige Musikerinnen und Musiker dem Aufruf gefolgt: der syrische Rapper Abu Hajar, die tunesische Sängerin Emel Mathlouthi, der syrische DJ Hello Psychaleppo und die ägyptische Gruppe Islam Gipsy & EEK. Die Festivalleiterin Katja Lucker sagte im Deutschlandfunk Kultur, das Festival habe wie in jedem Jahr Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt eingeladen und mit keinerlei Konflikten gerechnet. Der Groteil der Musikerinnen und Musiker unterstütze das Festival und kenne auch die Boykottaufrufe der BDS-Kampagne, die viele als antisemitisch einstufen.

Obama veröffentlicht erfolgreichsten Tweet aller Zeiten

Er twitterte ein berühmt gewordenes Nelson-Mandela-Zitat

Bereits am Samstag twitterte Barack Obama im Zusammenhang mit den rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville im US-Staat Virginia ein berühmtes Zitat des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela: "Niemand hasst von Geburt an jemanden aufgrund dessen Hautfarbe, dessen Herkunft oder dessen Religion". An den Tweet heftete er ein Foto, auf dem er mit drei kleinen Kindern zu sehen ist. Bisher wurde der Tweet fast drei Millionen Mal geliked und mehr als eine Million Mal geteilt.

"Digedags" kommen als Animationsserie ins Fernsehen

Erste Staffel mit Helden der DDR-Comiczeitschrift "Mosaik" soll 25 Folgen haben

Dig, Dag und Digedag sollen ihre eigene Animationsserie im Fernsehen bekommen. Das Medienboard Berlin-Brandenburg fördert die von Mar Vista Media entwickelte Produktion mit den Helden der DDR-Comic-Zeitschrift "Mosaik" mit 20 000 Euro. Als Vorlage für die Entwicklung von 25 Folgen der ersten "Digedags"-Staffel diene die "Ritter Runkel"-Serie. Darin brechen die Comic-Figuren zu einer abenteuerlichen Schatzsuche in den Orient auf, wie das Medienboard am Mittwoch mitteilte. Auf welchem TV-Sender die Serie zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt. Die DDR-Oberen hatten um das Jahr 1950 nach einer sozialistischen Antwort auf westliche Comics wie "Micky Maus" gesucht. Am 23. Dezember 1955 erschien das erste "Mosaik"-Heft - mit den drei Helden Dig, Dag und Digedag, geschaffen vom Grafiker Hannes Hegen (1925-2014). Nach einem Streit um die politische Ausrichtung des Heftes stieg Hegen 1975 aus. Die Digedags wurden von den Abrafaxen abgelöst.

Ehemaliger Pfalzbau-Intendant Michael Haensel gestorben

Er starb nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren

Der ehemalige Intendant des Theaters im Pfalzbau in Ludwigshafen, Michael Haensel, ist tot. Er starb nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren, wie das Theater mitteilte. Während seiner Zeit in der Pfalz von 1991 bis 2003 wagte Haensel immer wieder Experimente. Die US-amerikanische Oper "Street Scenes" des Komponisten Kurt Weill präsentierte er auf deutschem Boden erstmals in englischer Originalsprache, um der Atmosphäre des Stücks gerecht zu werden. Haensel hatte am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Regie und Schauspiel studiert. Nach Regieaufgaben in Nürnberg, Salzburg, Basel, Lübeck und Berlin war er seit 1981 an der Kölner Oper tätig. Sein Weg führte ihn von dort aus schließlich nach Ludwigshafen.

Über 2000 Jahre alte Gräber bei Kairo entdeckt

Die Gräber im Niltal stammen aus der Ptolemäischen Epoche

Ägyptische Archäologen haben im Niltal südlich von Kairo mehr als 2000 Jahre alte Gräber aus der Ptolemäischen Epoche entdeckt. In einer Erklärung des Antiquitätenministeriums hieß es, die ausgegrabenen Sarkophage und Lehmfragmente legten den Schluss nahe, dass die Region Al-Kamin-al-Sahrawi in der Provinz Minja irgendwann zwischen der 27. Dynastie und der griechisch-römischen Phase eine große Nekropole gewesen sei. Bisher seien zwei Gräber ausgegraben worden.

Daniel Craig bestätigt Rückkehr als James Bond

Der neue "Bond" kommt Ende 2019 in den USA in die Kinos

Nach andauernden Spekulationen hat Daniel Craig im amerikanischen Fernsehen bestätigt, dass er im 25. Bond-Abenteuer die Hauptrolle übernehmen wird. Angeblich soll dem Schauspieler eine Gage von umgerechnet 90 Millionen Euro angeboten worden sein. Ende Juli hatten britische und amerikanische Medien berichtet, dass Craig nach den Filmen "Casino Royale", "Ein Quantum Trost", "Skyfall" und "Spectre" auch im neuen Bond zu sehen sein wird. Unmittelbar nach "Spectre" sagte Craig 2015 in einem Interview, er würde sich lieber die Pulsadern aufschneiden, als jetzt noch einen weiteren Bond-Film zu drehen. In den US-Kinos wird der nächste Film mit dem britischen Agenten ab dem 8. November 2019 zu sehen sein.

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Polanski

Weiteres angebliches Opfer meldet sich

Roman Polanski sieht sich neuen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen ausgesetzt: Auf einer Pressekonferenz in Los Angeles warf eine Frau dem französisch-polnischen Starregisseur vor, sie 1973 als 16-Jährige missbraucht zu haben. Weil die Verjährungsfrist abgelaufen sei, werde sie nicht klagen, sagte ihre Anwältin. Ihre Mandantin sei aber zu einer Aussage unter Eid bereit, sollte es jemals einen Strafprozess geben. Polanski hatte 1977 den Missbrauch einer damals 13-jährigen zugegeben. Kurz vor der Urteilsverkündung floh er nach Europa und kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück. Das Verfahren gegen ihn wurde bis heute nicht eingestellt.

Kritik an Trump

Prominente setzen erneut ein Zeichen

Filmregisseur Michael Moore führte nach einer Broadway-Aufführung in New York eine Gruppe von Menschen zum Trump Tower, wie in einem Live-Video bei Facebook zu sehen war. Schauspieler Mark Ruffalo empfing die Gruppe dort, gemeinsam sangen sie: "Hey, hey, ho, ho, Donald Trump has to go." Basketball-Profi LeBron James nannte auf einer Veranstaltung vor Studenten Trump abfällig den "sogenannten Präsidenten der Vereinigten Staaten". Alle Menschen sollten sich fragen, was sie besser machen könnten, um einen Wandel herbeizuführen. Anlass waren Trumps Kommentare, in denen er bekräftigt hatte, für die eskalierte Gewalt bei den Protesten in Charlottesville seien "beide Seiten" verantwortlich gewesen.

Eintritt am Grab von Elvis

Fans müssen erstmals für Gedenkveranstaltung zahlen

40 Jahre nach dem Tod von Elvis kostet die Teilnahme an der jährlichen Prozession bei Kerzenschein auf dem Anwesen Graceland in Memphis knapp 30 Dollar. Als Grund gibt der Verwalter, das Unternehmen Elvis Presley Enterprises , unter anderem an, die Sicherheitsmaßnahmen für die sogenannte jährliche Elvis-Woche erhöht zu haben. Der Musiker und Entertainer starb am 16. August 1977. Nach seinem Tod riefen einige Fans eine Art jährliche Pilgerreise zum Anwesen Presleys ins Leben. Die Veranstaltung allein zum 40. Todestag sollte 30 000 bis 50 000 Menschen anziehen. Durchschnittlich kommen nach Angaben von Graceland 500 000 Besucher pro Jahr zu dem Anwesen.

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