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Im Gespräch | Beitrag vom 17.09.2018

Schauspieler Rufus und Jonathan BeckWenn der Vater mit dem Sohne

Moderation: Ulrike Timm

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Schauspieler Rufus und Jonathan Beck (picture alliance / SvenSimon)
Rufus Beck steht auch mit seinem Sohn Jonathan auf der Bühne. (picture alliance / SvenSimon)

Nur wenige Schauspieler sind als Hörbuchsprecher so populär wie Rufus Beck. Millionen Menschen kennen seine Stimme von den Harry-Potter-Hörbüchern. Dass er so gut vorlesen kann, hat auch mit seinem Sohn Jonathan zu tun.

Man kennt Rufus Beck, seit er 1994 in der Komödie "Der bewegte Mann" die Rolle der "Waltraut" spielte. Noch viel bekannter wurde er als Vorleser der Harry-Potter-Romane, der "Unendlichen Geschichte" und unzähliger anderer Hörbücher. Hörbuch ist Kino für die Ohren, sagt Rufus Beck, und man lernt es am besten, wenn man, wie er, seinen Kindern vorliest.

Rufus Beck hat eine lebendige Theaterfamilie, immer wieder sieht man ihn gemeinsam mit seinem Sohn Jonathan, der seit seiner Kindheit Theater spielt und vor der Kamera steht. Tatsächlich sind beide auch häufiger als Vater und Sohn auf der Bühne zu sehen. Ab 23. September z.B. im Berliner Schiller-Theater in "Willkommen bei den Hartmanns".

Die Zusammenarbeit sehen beide sehr positiv:

"Das ist der Vorteil, wenn man sich ein Leben lang kennt, kennt man ja die Stärken und die Schwächen und dann weiß man auch genau, wann ein guter Moment ist, um offen miteinander zu reden. Manchmal weiß man aber auch, wann man den anderen vielleicht schont. Das erleichtert die Zusammenarbeit sehr", sagt Jonathan.

Der Diplomat und der Polarisierer

Der Vater fügt hinzu: "Er ist der Diplomat und ich bin da eher Polarisierer – und deswegen ergänzen wir uns ganz gut."

Füreinander sind beide des Lobes voll, sie wissen die Arbeit des jeweils anderen zu schätzen: "Also mein Vater … Sie müssen ihn mal auf der Bühne sehen, wenn er schon auf die Bühne raufkommt – er hat eine Wahnsinnsenergie und das merkt man eben speziell im Theater, wie er es schafft, den ganzen Fokus spielerisch auf sich zu lenken. Es ist sehr faszinierend und sehr toll."

"Was mich bei Jonathan fasziniert hat von klein auf, Jonathan war unglaublich diszipliniert, fokussiert. Als so Siebenjähriger, wenn ich gesagt habe, Mensch, da kommt jetzt Fußball, bleib doch wach, komm, mach mal Hausaufgaben morgen früh – dann ist der nach oben marschiert. Da dachte ich, das ist ja Wahnsinn, wo kommt’n das her? Diese Disziplin und dieses akribische Arbeiten auch im Beruf als Schauspieler, wie er sich vorbereitet."

Sich selber hält Vater Beck da für schlampiger – räumt aber ein, dass beim Schauspiel 90 Prozent Arbeit sind und nur 10 Prozent Talent: "Mit Talent allein kommt man nicht weit."

Absolutes Vertrauen - nicht nur auf der Bühne

Auch wenn die beiden nicht arbeiten, verbringen sie gerne Zeit miteinander, z.B. beim Sport: Tauchen, Mountain-Bike-Fahren, Klettern oder Bergwandern – mehrfach haben sie schon mit dem Fahrrad die Alpen überquert. Gratwanderungen sind dann schön, wenn man sich aufeinander verlassen kann, so Rufus Beck:

"Es hat auch was mit einer Seilschaft zu tun, im positiven Sinne. Es gibt ein Bild von uns, da waren wir auf einem Viertausender und oben ist ein ganz ganz schmaler Grat, wir haben da eine Hochtour gemacht. Und da sind wir mit einem Seil miteinander verbunden – das ist wirklich eine Lebensversicherung, das ist auch toll. Dem anderen auch zu vertrauen ist ja ein ganz großes Gefühl: Ich vertrau Dir, dass, wenn was passiert, Du mich auffängst."

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