Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Freitag, 13.12.2019
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Kulturnachrichten

Samstag, 17. September 2016

Schauspieler Hilmar Thate gestorben

Er wurde 85 Jahre alt

Der Schauspieler Hilmar Thate ist tot. Er verstarb bereits am Mittwoch im Alter von 85 Jahren, wie die Akademie der Künste in Berlin mitteilte. "Wir werden ihn, seine sonore Stimme, seine glasklare Haltung zum gesellschaftspolitischen Geschehen, seine unverwechselbare Figur, sehr vermissen", erklärte Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel. Thate hatte von Anfang der 50er bis Ende der 70er Jahre das Theater der DDR mit Rollen von Brecht oder Shakespeare geprägt, zudem war er ein wichtiger Darsteller in Filmen von Kurt Maetzig oder Konrad Wolf. Nach seinem Protest gegen die Ausweisung von Wolf Biermann wurde er aber kaum noch besetzt und verließ die DDR 1980 gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Angelica Domröse. Eine zweite Karriere begann Thate im Theater sowie in Filmen von Rainer Werner Fassbinder oder Volker Schlöndorff. Als "Der König von St. Pauli" begeisterte er das Fernsehpublikum. Am Theater arbeitete er mit Regiegrößen wie George Tabori, Peter Zadek und Heiner Müller zusammen.

Iran schickt Film von Farhadi ins Oscar-Rennen

Der Regisseur hatte schon in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhalten

Der Iran wird bei der Oscar-Akademie in Hollywood
den Film "Forushandeh" (Salesman) von Asghar Farhadi als Beitrag in der Kategorie Bester fremdsprachiger Spielfilm einreichen. Die für die Auswahl zuständige Cinema Stiftung Farabi hat sich nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA zwischen fünf Filmen für "Forushandeh" entschieden. Farhadi hatte mit dem Film schon bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhalten. Vor der Entscheidung der Farabi Stiftung gab es diesbezüglich heftige Diskussionen. Das iranische Kultusministerium hatte für den Oscar einen Film gefordert, der auch die islamische Kultur und ideologischen Werte des Landes vorstelle. Diese Aspekte fehlten in Farhadis Gesellschaftsdrama über ein junges iranisches Ehepaar. Schon für das Scheidungsdrama "Nader und Simin - Eine Trennung" hatte Farhadi 2012 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film erhalten.

Julia Jentsch für Selbstbestimmung

Spätabtreibungs-Drama "24 Wochen" kommt in die Kinos

Die Schauspielerin Julia Jentsch hält es für richtig, dass nur die Schwangere selbst bestimmen darf, ob sie ein Kind mit einer schweren Behinderung bekommen möchte. "Ich finde, dass am Ende sie und nur sie entscheiden kann. Weil es eine Entscheidung ist, die ihren eigenen Körper mit einschließt", sagte Jentsch der "Berliner Zeitung". Jentsch, die in ihrem neuesten Film "24 Wochen" eine werdende Mutter spielt, die erfährt, dass ihr Kind Trisomie 21 und einen schweren Herzfehler hat, sagte weiter: "Bei einem Eingriff wie dem einer Spätabtreibung, aber auch bei einer solchen Geburt, setzt sich die Frau einer großen Gefahr aus, und wer soll darüber bestimmen, wenn nicht sie selbst." Die Entscheidung dürften andere nicht verurteilen, das stehe niemandem zu, sagte die 38-Jährige.

Terrorschutz bei Frankreichs Tagen des offenen Denkmals

Zwölf Millionen Besucher erwartet

Die Tage des offenen Denkmals in Frankreich stehen in diesem Jahr unter besonders strengen Schutzmaßnahmen. Wie französische Medien berichten, werden an diesem Wochenende landesweit rund zwölf Millionen Besucher erwartet. Etwa 17.000 Orte öffnen ihre Türen. Das Innenministerium und die Behörden vor Ort erließen besondere Sicherheitskonzepte gegen Terroranschläge. Einige Städte zogen aus Geld- oder Personalmangel die Teilnahme ihrer Kulturerbestätten zurück, so etwa das Theater in Castres östlich von Toulouse oder die Synagoge von Reims. Auch die Zisterzienserabtei von Soligny-la-Trappe (Somme) und das Haus des Präfekten von Lille bleiben geschlossen.

US-Erfolgsdramatiker Edward Albee gestorben

Schöpfer des gefeierten Stücks "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"

Der US-Dramatiker Edward Albee, Autor des berühmten Theaterstücks "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", ist gestorben. Medienberichten zufolge starb Albee in seinem Haus in Montauk im US-Bundesstaat New York. Albee begann bereits als Schüler mit dem Schreiben von Gedichten und Geschichten. Mit dem Ehedrama "Wer hat Angst vor Virgina Woolf?" hatte er 1962 seinen Durchbruch als Dramatiker. 1966 wurde das Stück, das am Broadway gefeiert wurde, mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen verfilmt. Albee bekam für "Empfindliches Gleichgewicht" sowie zwei weitere Werke den begehrten Pulitzer-Preis. Albees Tod löste weit über die Theaterwelt hinaus Betroffenheit aus. Die Schauspielerin Mia Farrow nannte ihn auf Twitter "einen der größten" Dramatiker unserer Zeit. Ihr Kollege Michael McKean schrieb: "Es gab nur einen Edward Albee. Unersetzlich."

Chipperfield will "Haus der Kunst" behutsam umgestalten

Star-Architekt will das Haus sichtbarer machen

Der britische Stararchitekt David Chipperfield will den einstigen Nazi-Kunsttempel "Haus der Kunst" umgestalten. Derzeit verberge sich das Haus in München hinter einem "grünen Vorhang" aus Bäumen und Büschen, so Chipperfield. "Man sollte es der Stadt zurückgeben.
Es stellt heute keine Bedrohung mehr dar", sagte Chipperfield. Als "Haus der Deutschen Kunst" beherbergte es den Nationalsozialisten genehme Bilder und Plastiken. In den kommenden Jahren wird der Ausstellungsort für rund 60 Millionen Euro saniert. So soll im hinteren Teil zum Englischen Garten eine Zone der Erholung mit einer Lounge-ähnlichen Atmosphäre entstehen. Den besonders maroden Westflügel will Chipperfield zu einem multifunktionalen Konferenz- und Eventzentrum umgestalten. Der Architekt wurde in Deutschland vor allem durch seinen Masterplan für die Berliner Museumsinsel, das Essener Folkwang-Museum und das Literaturmuseum in Marbach bekannt.

Guggenheim hat jetzt ein goldenes Klo

New York steht Schlange

In New York gibt es jetzt ein goldenes Klo. Die voll funktionsfähige Toilette aus 18-karätigem Gold wurde im Guggenheim-Museum in Manhattan eröffnet - und sofort bildeten sich lange Schlangen davor. Das Klo kann und soll zwar benutzt werden, ist aber auch ein Kunstwerk des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan. Der hatte eigentlich vor einigen Jahren seinen Rückzug aus der Branche angekündigt und meldet sich mit der goldenen Toilette nun zurück. Das "America" betitelte Klo biete eine "Erfahrung von nie dagewesener Intimität mit einem Kunstwerk", hieß es vom Guggenheim-Museum. "Cattelans Toilette verweist auf die Exzesse des Kunst-Markts, aber lässt auch an den amerikanischen Traum von unbegrenzten Möglichkeiten für alle denken."

Jenny Erpenbeck erhält Thomas-Mann-Preis

Für ihre Texte zur politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts

Die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck erhält heute in Lübeck den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis 2016. Die 46 Jahre alte, in Ost-Berlin geborene Autorin wird nach Angaben der Jury für ihre Romane, Erzählungen, Essays und Dramen zur politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und zu den brennenden Fragen der Gegenwart geehrt. Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Michael Krüger, werden die Auszeichnung überreichen. Der gemeinsame Preis der Stadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wird seit 2010 abwechselnd in München und Lübeck vergeben. Preisträger waren unter anderem Rüdiger Safranski, Juli Zeh und Christa Wolf.

DiCaprio warnt vor Millionen Klimaflüchtlingen

Er erinnerte an die Vereinbarungen der Pariser Weltklimakonferenz

Der für sein Umweltengagement bekannte Hollywoodstar Leonardo DiCaprio blickt mit Sorge in die Zukunft. Er habe "unvorstellbare, von Menschen verursachte Zerstörung überall auf unserem Planeten" gesehen, sagte er in New York bei einer Feier zur Würdigung des Internationalen Tags des Friedens. Er warnte vor Hunderten von Millionen Klimaflüchtlingen, die eine Zukunft schaffen könnten, die alles andere als friedlich wäre. DiCaprio fügte hinzu, es sei furchterregend, aber "Lösungen sind heute vorhanden (...), wenn wir jetzt vorangehen". Er drängte Studenten, ihre Staats- und Regierungschefs für die im vergangenen Jahr bei der Pariser Weltklimakonferenz gemachten Versprechungen im Kampf gegen den Klimawandel zur Verantwortung zu ziehen. Und Staatschefs zu wählen, die ihr Hauptaugenmerk auf Erneuerbare Energien richten und "antworten, bevor es zu spät ist".

Joseph-Breitbach-Preis an Reiner Stach verliehen

Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert

Der Essayist und Literaturwissenschaftler Reiner Stach hat in Koblenz den Joseph-Breitbach-Preis entgegen genommen. Der Preis ist mit 50.000 Euro eine der höchstdotierten literarischen Auszeichnungen in Deutschland. Die Laudatio im Theater Koblenz hielt der Journalist, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Paul Ingendaay. In der Begründung der Jury hieß es, Stach habe mit seinem dreibändigen Werk zu Leben und Literatur des berühmten Prager Schriftstellers Franz Kafka neue Maßstäbe für das Genre der Biografie gesetzt. Der 1951 in Rochlitz geborene Biograf lebt in Berlin. Bisherige Preisträger sind unter anderem Thomas Lehr, Navid Kermani, Brigitte Kronauer, Ingo Schulze, und Herta Müller.

Kulturnachrichten hören

September 2016
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Trump-Thanos-MemeAushöhlung des demokratischen Diskurses
Screenshot des Memes, in dem der Kopf von US-Präsident Donald Trump auf den Filmheld Thanos montiert wurde (Trump War Room)

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Wahlkampf-Videoclip als Comic-Bösewicht Thanos inszeniert. Ein Beispiel für die Strategie Neurechter, die offene Gesellschaft mit ihren eigenen Mitteln zu bekämpfen, urteilt Kulturwissenschaftler Daniel Hornuff.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur