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Mittwoch, 02.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 10. April 2020

Schauspieler Ernst-Georg Schwill gestorben

Der Schauspieler Ernst-Georg Schwill ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren in einem Berliner Krankenhaus. Das teilte die "Eulenspiegel-Verlagsgruppe" mit. Der Ur-Berliner spielte in der DDR in zahlreichen Defa-Filmen mit, unter anderen in dem Streifen "Berlin - Ecke Schönhauser". Nach dem Mauerfall war er in TV-Krimis wie dem "Tatort" aus Berlin zu sehen. Auch in der Romanverfilmung "Der Turm" nach dem Buch von Uwe Tellkamp spielte Schwill mit.

Papst begeht Karfreitag-Prozession in Rom

Papst Franziskus hat den Karfreitag wegen der Corona-Krise komplett anders begangen, als es seit Jahrzehnten Tradition ist. Bei der Kreuzweg-Prozession, die sonst von Tausenden Pilgern begleitet wird, waren diesmal nur das katholische Kirchenoberhaupt und wenige andere Menschen dabei. Die Zeremonie war vom antiken Kolosseum in den abgesperrten Vatikan verlegt worden. Bei der Feier werden traditionell das Leiden Jesus', sein Weg in den Tod am Kreuz und ins Grab in 14 Stationen nachstellt. Die Meditationstexte, die verlesen wurden, stammten diesmal unter anderem von Häftlingen des Gefängnisses "Due Palazzi" aus dem norditalienischen Padua. Auch Eltern, deren Tochter ermordet wurde, die Mutter eines Straftäters und Justizmitarbeiter hatten die Ansprachen in der Ich-Form verfasst.

Figur auf Caspar-David-Friedrich-Gemälde identifiziert

Das Rätsel um die Figur auf Caspar David Friedrichs Gemälde "Der Wanderer über dem Nebelmeer" scheint gelöst. Bei der prominenten Rückenansicht handele es sich um Franz Christian Boll, einen Pastor aus Neubrandenburg, berichtet das Magazin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Herausgefunden habe es der frühere Journalist Detlef Stapf, der die erste Biografie Friedrichs und zugleich ein Buch über Boll im Berliner Okapi-Verlag vorlegt. Nach den Recherchen Stapfs stammten Friedrich und Boll aus ähnlichen Verhältnissen, kannten sich aus Neubrandenburg und waren miteinander befreundet. Stapf habe durch moderne Methoden der Gesichtserkennung herausgefunden, dass Boll auch auf weiteren Bildern Friedrichs zu sehen sei. "Der Wanderer über dem Nebelmeer" entstand um 1818 und gilt als eines der bedeutendsten Bilder der Romantik. Das unsignierte Ölgemälde befindet sich in der Hamburger Kunsthalle.

Markusdom in Venedig legt Instandhaltung auf Eis

Der Markusdom in Venedig hat angesichts der Corona-Krise alle Instandhaltungsarbeiten eingestellt. Nur der Wach- und Reinigungsdienst werde aufrecht erhalten, sagte der zuständige erste Prokurator der Basilika, Carlo Alberto Tesserin, der Zeitung "Italia Oggi". Sämtliche Restaurierungen würden ausgesetzt; 53 Beschäftigte erhielten Kurzarbeitergeld. Auch nach dem Ende des Notstands werde die Rückkehr zur Normalität "leider ziemlich lang", so Tesserin. Nach Angaben der Zeitung ist es das erste Mal in der über tausendjährigen Geschichte des Markusdoms, dass das Gotteshaus komplett geschlossen ist. Erst im November hatte die Kathedrale durch ein Hochwasser schwere Schäden am Mauerwerk und der Baudekoration erlitten.

Johannes-Passion-Stream begeistert Zuhörer weltweit

Die Aufführung der Johannes-Passion per Livestream aus der Leipziger Thomaskirche hat heute weltweit Tausende Zuschauer begeistert. Unter strengen Corona-Auflagen des Ordnungsamtes brachten zehn Künstler in der leeren Kirche die Bachmusik zu Gehör. Zudem wurden Chöre aus aller Welt in den Stream geschaltet, die Aufzeichnungen von Chorälen beisteuerten. Allein auf der Facebook-Seite des Bach-Archivs Leipzig verfolgten nach Angaben der Veranstalter mehr als 6000 Menschen die Aufführung. Die Idee für die besondere Johannes-Passion stammte vom Intendanten des abgesagten Leipziger Bachfestes, Michael Maul. Das Konzert ist zeitversetzt im MDR-Radio um 19.00 Uhr sowie umd 23.50 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen.

Kampagne #loverecordstores gestartet

Solidarität mit dem Tonträgerhandel vor Ort: Dieses Ziel hat eine nun auch in Deutschland von Prominenten unterstützte Social-Media-Initiative unter dem Hashtag "#loverecordstores". In der Coronakrise und angesichts geschlossener Geschäfte sollten die Verbraucher ermutigt werden, ihre Musik "weiter bei unabhängigen Plattenläden und online einzukaufen". Das teilte der Verband unabhängiger Musikunternehmer, VUT, mit - zu seinen Mitgliedern zählen rund 1200 Künstler, die sich selbst vermarkten, sowie Labels, Verlage, Vertriebe und Produzenten. Erste Videobotschaften sollen die Konsumenten auf das Anliegen aufmerksam machen. Der physische Tonträger-Markt habe in Deutschland im vorigen Jahr immer noch rund 36 Prozent ausgemacht, hieß es. Doch die aktuelle Situation beeinträchtige die Einnahmen massiv. Langfristig würden fehlende Erträge aus dem Handel auch Dominoeffekte auf weitere Teilbereiche der Musikwirtschaft haben.

Klavier-Festival Ruhr startet zunächst digital

Das Klavier-Festival Ruhr ist heute digital gestartet. Auf der Webseite des Festivals sind ab sofort Video- und Tonaufnahmen von Konzerten der vergangenen Jahre abrufbar. "Wir wollen unser Publikum während der Pandemie nicht alleine lassen", sagte Intendant Franz Xaver Ohnesorg in einer Videobotschaft. Die Musik solle aufbauen, ermuntern und zuversichtlich machen. Die vor der Corona-Pandemie für das Frühjahr geplanten Konzerte werden den Angaben zufolge zwischen dem 30. August und 28. November 2020 nachgeholt. Zur Eröffnung der digitalen Konzertreihe wurde eine Video-Aufnahme der Klavierkonzerte von Franz Liszt mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin unter der Leitung des 2016 verstorbenen Pierre Boulez gezeigt. Am 14. und 16. April stehen Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, gespielt von Benjamin Moser und Mona Asuka, auf dem Programm.

Lesbische Bürgerrechtlerin Phyllis Lyon gestorben

Die US-amerikanische Aktivistin für die Rechte Homosexueller, Phyllis Lyon, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Lyon und ihre langjährige Partnerin Dorothy Del Martin gehörten zu den ersten Paaren, die sich 2008 trauen ließen, nachdem die Ehe für Alle in Kalifornien erlaubt wurde. Die beiden seien Aktivistinnen und Mentorinnen gewesen, lange bevor es eine Bewegung oder eine Gemeinde gegeben habe, sagte Kate Kendell, die frühere Geschäftsführerin des Nationalen Zentrums für die Rechte von Lesben in den USA. Zusammen mit anderen lesbischen Paaren hatten Lyon und Del Martin 1972 die politische und soziale Organisation Daughters of Bilitis gegeründet und ein monatliches Magazin für Lesben veröffentlicht. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, bezeichnete Lyon als eine seiner Heldinnen.

Schauspieler Dieter Laser gestorben

Der Schauspieler Dieter Laser ist tot. Das teilte seine Frau der Deutschen Presse-Agentur mit. Laser starb demnach bereits am 29. Februar in Berlin. Wenige Tage zuvor, am 17. Februar, war er 78 Jahre alt geworden. Laser spielte unter anderem mit Hollywood-Stars wie Burt Lancaster, John Malkovich und Glenn Close. 1975 wurde er für die Titelrolle in seinem ersten Kinofilm "John Glückstadt" mit dem Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler ausgezeichnet. Zuletzt war der Schauspieler im vergangenen Jahr bei den Bad Hersfelder Theater-Festspielen zu sehen.

Neuer Leiter der Berliner Tanztage

Mateusz Szymanówka wird ab Juni Künstlerischer Leiter der Berliner Tanztage. Gleichzeitig wird er die Position des Tanzdramaturgen der Sophiensäle übernehmen. Szymanówka ist Dramaturg und Kurator im Bereich Choreografie, Tanz und Performance. Er hat in Warschau und Berlin Kultur-, Theater- und Tanzwissenschaften studiert. Szymanówka wird in Berlin Nachfolger von Anna Mülter, die nach Niedersachsen wechselt. Die Berliner Tanztage sind ein auch überregional bedeutsames Festival für Nachwuchschoreografinnen und -choreografen.

Maas will Goethe-Institute vor Einschnitten bewahren

Die Bundesregierung will das Goethe-Institut und seine Kulturpolitik im Ausland vor schmerzhaften Konsequenzen durch die Coronakrise bewahren. Es dürfe auf keinen Fall Einschnitte in die Struktur der Kulturpolitik geben, sagte Außenminister Maas in Berlin. Daher wolle man mit zusätzlichen Geldern helfen, kündigte der SPD-Politiker an. Bis auf eines sind derzeit weltweit alle 157 Einrichtungen des Goethe-Instituts für den Publikumsverkehr geschlossen. Traditioneller Kern der Einrichung ist die Spracharbeit. Sprachunterricht im Ausland ist zudem Teil der im Grundgesetz festgelegten Aufgaben des Auswärtigen Amts in der Kulturpolitik. Mit der Corona-Krise ist im März eine riesige Finanzlücke beim Goethe-Institut entstanden, weil viele Sprachkurse storniert wurden.

Tschechien zahlt 40 Millionen für "Rettung der Kultur"

Die tschechische Regierung stellt umgerechnet knapp 40 Millionen Euro für Kulturschaffende bereit, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern. Das Kabinett aus der populistischen Partei ANO und der sozialdemokratischen CSSD habe das Ausgabenpaket gebilligt, teilte eine Sprecherin des Kulturministeriums mit. Das Förderprogramm zur "Rettung der Kultur" richtet sich zum einen an etablierte Theater, Museen, Galerien und Orchester. Zum anderen sollen freischaffende Künstler unterstützt werden, die in der aktuellen Situation alternative Internet- und Multimediaangebote entwickeln. Die Kultur sei einer der am stärksten betroffenen Bereiche, so der zuständige Minister Lubomir Zaoralek.

"Fusion"-Festival fällt aus

Das "Fusion"-Festival auf dem ehemaligen Flugplatzgelände Lärz (Mecklenburg-Vorpommern) fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. "Angesichts der Lage und der Aussichten, die wir jetzt sehen, können wir das Festival in diesem Jahr nicht durchführen", teilten die Veranstalter auf der Internetseite mit. Das nächste Fusion-Festival soll den Angaben zufolge vom 30. Juni bis zum 4. Juli 2021 stattfinden. Das Festival mit Musik, Theater und Kunstperformances war nach Veranstalterangaben mit rund 70 000 Tickets bereits ausverkauft.

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