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Sonntag, 20.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 9. Mai 2021

Schauspieler Bruch rechtfertigt #allesdichtmachen

Eine kleine Gruppe von Schauspielern um "Babylon Berlin"-Star Volker Bruch hat sich für die Video-Aktion #allesdichtmachen gerechtfertigt. Ziel sei gewesen, die Kritik an den Corona-Maßnahmen aus der als extremistisch gebrandmarkten Ecke zu holen, sagte Bruch der Zeitung "Welt am Sonntag" in einem Interview, das er gemeinsam mit den Schauspielerinnen Miriam Stein, Nina Gummich und Karoline Teska gab. Kritik sei nicht nur für Künstler wichtig, sondern auch für die Politik, so Bruch. Sie sei eine Form der Rückmeldung, die es ermögliche, nachzujustieren. Es gebe Leute, "die sich jetzt trauen, etwas zu sagen, weil wir das getan haben", fügte Bruch hinzu. "Aber zugleich versucht man, uns zu kriminalisieren und in eine undemokratische Ecke zu schieben", beklagte der 41-Jährige, der in der Serie "Babylon Berlin" den Kommissar Gereon Rath spielt. Bei der Aktion #allesdichtmachen war mit rund fünfzig ironisch-satirischen Videos die deutsche Corona-Politik kommentiert worden. Nach heftiger Kritik und teils Zustimmung auch aus dem rechten Lager distanzierten sich mehrere Teilnehmer von ihren Beiträgen.

Stararchitekt Helmut Jahn ist tot

Helmut Jahn, berühmter Architekt von Bauwerken wie dem Sony Center in Berlin und dem Messeturm in Frankfurt, ist tot. Er starb bei einem Fahrradunfall in Campton Hills, einem Vorort im Westen von Chicago im US-Bundesstaat Illinois. Jahn habe an einem Stop-Schild nicht angehalten und sei daraufhin mit zwei Autos zusammengestoßen, bestätigte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Der 1940 in Nürnberg geborene Jahn wurde mit kühnen Hochhäusern und Bürotürmen, inspiriert von Bauhaus-Legende Mies van der Rohe, berühmt. Er gestaltete weltweit auch mehrere Flughafenterminals und war zuletzt unter anderem im Emirat Katar tätig. Jahn wurde 81 Jahre alt.

Akademien der Künste kritisieren Ungarn

Die Berliner Akademie der Künste hat sich besorgt über die Entwicklungen in Ungarn gezeigt. Wenn die Kunst- und Meinungsfreiheit in einem Mitgliedsland der Europäischen Union beschnitten werde, sei dies auch ein Vorstoß gegen die demokratischen Rechte in den anderen europäischen Ländern. Es könne nur gemeinsam gelingen, diese zu verteidigen, teilte Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel mit. Laut Mitteilung will die Europäische Allianz der Akademien Beschwerde bei der UN-Sonderberichterstatterin für Kultur, Karima Bennoune, einreichen. Auch eine Online-Petition beim Europäischen Parlament ist vorgesehen. Das Bündnis aus 65 Kunstakademien und Kulturinstitutionen fordert, den Verstößen gegen die Freiheit der Kunst in Ungarn "mit dem zur Verfügung stehenden juristischen Instrumentarium" zu begegnen.

Saudische Frauenrechtsaktivistin muss zur Befragung

Drei Monate nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis ist die prominente saudische Frauenrechtsaktivistin Ludschain al-Hathlul von Ermittlungsbehörden zu einer Befragung vorgeladen worden. Das bestätigte ihre Schwester der Nachrichtenagentur AP. Ludschain al-Hathlul solle sich beim Büro des Generaldirektorats für Ermittlungen in Riad melden. Das Generaldirektorat gehört zum saudischen Innenministerium. Warum die Frauenrechtlerin dort vorstellig werden soll, war zunächst nicht bekannt. Die Aktivistin war im Februar nach 1001 Tagen Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie war von einem Antiterrorgericht im Zusammenhang mit ihrem Aktivismus verurteilt worden. Teilweise saß sie in Einzelhaft, zudem gab es Foltervorwürfe. Zu den Bedingungen ihrer Freilassung zählten ein fünfjähriges Reiseverbot und drei Jahre Bewährung. Al-Hathlul gehört zu den prominentesten Stimmen in Saudi-Arabien, die sich für mehr Frauenrechte einsetzen. So hatte sie für Frauen das Recht eingefordert, selbst Auto zu fahren, bevor das entsprechende Verbot Mitte 2018 aufgehoben wurde.

Stars fordern mehr Reformen bei Golden Globes

Mehrere Stars und wichtige Firmen in Hollywood haben angekündigte Reformen bei den Golden Globes als nicht weitreichend genug kritisiert. Netflix und Amazon kündigten an, die Zusammenarbeit mit dem Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA/Hollywood Foreign Press Association), der die Golden Globes verleiht, weiter ausgesetzt zu lassen. Das könnte unter anderem bedeuten, dass von Produktionen dieser Unternehmen niemand an der Preisverleihung teilnimmt. Netflix-Titel hatten im Februar in zehn Kategorien den Golden Globe gewonnen. Im Vorfeld hatte es heftige Kritik gegeben, etwa wegen fehlender Diversität und intransparenter Mitgliedschaftskriterien. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" gehören der Preis-Jury keine Schwarzen an. US-Schauspielerin Scarlett Johansson sagte in einer Mitteilung, dass sie bei Pressekonferenzen der HFPA häufig sexistische Fragen gestellt bekommen habe. Die "Time's Up"-Organisation gegen Diskriminierung kritisierte, dass die Juroren zu keinem Nachweis verpflichtet seien, die nominierten Filme gesehen zu haben. Medienberichten zufolge will die Organisation in diesem Jahr mindestens 20 neue Mitglieder aufnehmen, vorrangig Afroamerikaner, und innerhalb von 18 Monaten die Zahl der Mitglieder verdoppeln.

Chance auf Festivals im Sommer in Belgien

Die belgische Regierung hat sich optimistisch gezeigt, dass im Sommer wieder Festivals stattfinden können. Regierungschef Alexander De Croo halte es für "möglich", dass in der "zweiten Hälfte des Sommers" wieder "einige große Festivals" veranstaltet werden können, teilte das Kabinett mit. Als Beispiel wurde das Elektro-Festival "Tomorrowland" genannt, das vom 27. August bis 5. September in der belgischen Stadt Boom geplant ist. Als Zugangsvoraussetzung könne etwa das EU-weite "grüne Zertifikat" gelten. Diese Bescheinigung soll neben Informationen über eine etwaige Corona-Impfung auch aktuelle Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten. Es soll voraussichtlich Ende Juni eingeführt werden. Der Eintritt zu den Festivals wäre den Angaben zufolge nur mit vorab gekauften Tickets möglich, um im Falle eines Coronavirus-Ausbruchs eine Nachverfolgung zu ermöglichen. Außerdem sollen die Veranstaltungen auf Besucher aus Europa beschränkt werden.

Großbritannien will Tierrechte im Gesetz verankern

Dass Wirbeltiere Gefühle haben, soll in Großbritannien gesetzlich verankert werden. Empfindungsvermögen gelte für Wirbeltiere, "alle, die ein Rückenmark haben", sagte Umweltminister George Eustice der Zeitung "Sunday Telegraph". In der Gesetzesvorlage wird betont, dass Tiere sich ihrer Gefühle und Emotionen bewusst sind und Freude und Vergnügen sowie Leiden und Schmerz empfinden können. Die Strafen für Tierquälerei sollen von sechs Monaten auf maximal fünf Jahre Haft steigen. Mit diesem Gesetz als Herzstück will die britische Regierung ihr Land zum Vorreiter bei Tierrechten machen. Weitere Gesetzentwürfe verbieten unter anderem den Import von Jagdtrophäen und Pelzen, den Export von lebenden Tieren sowie die Haltung von Primaten als Haustiere. Auch die Tötung von Schweinen mit Kohlendioxid soll beendet werden.

Der Erich-Fried-Preis geht an Esther Kinsky

Die deutsche Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky ist mit dem Erich-Fried-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am Sonntag in Wien statt, wenige Tage, nachdem der Dichter Erich Fried 100 Jahre alt geworden wäre. Als Schriftstellerin rücke Kinsky Naturerscheinungen und scheinbar Unwichtiges ins Zentrum und widme sich der Fremde, hieß es aus der Jury. Die 64jährige schreibt Romane sowie Lyrik und ist außerdem als literarische Übersetzerin bekannt. Zuletzt erschien 2020 ihr Gedichtband "Schiefern". Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird jährlich im Andenken an den österreichischen Lyriker Erich Fried (1921-1988) vergeben.

4000 Zuschauer ohne Maske bei den Brit Awards

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind in Großbritannien bei einer Musikveranstaltung wieder Zuschauer im Saal erlaubt. Bei den prestigeträchtigen Brit Awards in London dürfen am Dienstagabend 4000 Zuschauer dabei sein - ohne Masken und ohne Abstand. Die Preisverleihung ist Teil eines Testprogramms. Damit werden die Brit Awards 2021 das erste Musikevent in dieser Größe mit Live-Publikum sein. Im Rahmen des Testprojekts müssen alle Anwesenden negative Corona-Tests vorweisen, persönliche Daten hinterlegen und sich in den Tagen nach der Veranstaltung weiteren Tests unterziehen. In der zu einem Drittel gefüllten Londoner o2-Arena werden unter anderem Stars wie Dua Lipa, Pink, Rag'n'Bone Man und Arlo Parks auftreten.

302 Mio Dollar für Impfstoff-Gerechtigkeit gespendet

Ein Benefizkonzert für Gerechtigkeit bei Impfstoffen hat 302 Millionen Dollar an Spenden gesammelt. Mit dem Geld hätten mehr als 26 Millionen Impfstoffdosen gekauft werden können, teilte die Organisation Global Citizen mit, die das "Vax Live: The Concert to Reunite the World" veranstaltete. Die Einnahmen übertrafen das vorgegebene Ziel der Organisation. An dem Konzert hatten US-Präsident Joe Biden, der britische Prinz Harry sowie zahlreiche weitere Prominente teilgenommen. Die Veranstaltung in Inglewood in Kalifornien wurde bereits am 2. Mai aufgezeichnet und am Samstag (Ortszeit) ausgestrahlt. Vor Ort waren mehrere Tausend vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Besucher. Sie sahen Auftritte von unter anderen den Foo Fighters und Jennifer Lopez. Die Schauspieler Ben Affleck und Sean Penn, die Moderatoren Jimmy Kimmel und David Letterman sowie das Model Chrissy Teigen waren Gastredner.

Deutsches Erdölmuseum will Industriedenkmal werden

Das Deutsche Erdölmuseum in Wietze im Landkreis Celle will sich neu aufstellen. Ein Ziel sei die offizielle Anerkennung als Industriedenkmal, sagte Museumsleiter Stephan Lütgert der Nachrichtenagentur dpa. Der "Turm 70", ein 54 Meter hoher Bohrturm, sei saniert worden. Er gilt als Wahrzeichen des Ortes am Südrand der Lüneburger Heide. Schon 1859 war in Wietze bei einer Bohrung Erdöl entdeckt worden - noch vor dem Ölrausch in den USA. Der Geologe Konrad Hunäus hatte im Auftrag des Königreichs Hannover eigentlich nach Kohle gesucht. 1899 begann die industrielle Förderung. Wietze erhielt unter anderem eine Raffinerie, Pipelines, einen Ölhafen und den größten Öltank Europas. Bauern wurden zu Öl-Millionären.1963 dann wurde die Förderung eingestellt, 1970 eröffnete das Erdölmuseum. Dessen Dauerausstellung soll im kommenden Jahr für rund 1,1 Millionen Euro komplett umgestaltet und erweitert werden. Bereits jetzt gibt es eine App mit drei Entdeckertouren zur Wietzer Erdölzeit. Nach Monaten pandemiebedingter Schließung hat das Museum seit Anfang Mai wieder geöffnet.

Museums-Direktorin Berg besorgt über Antisemitismus

Die Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, Hetty Berg, sieht einen immer offener auftretenden Antisemitismus in Deutschland. Es sei eine "sehr besorgniserregende Entwicklung", wenn Terrorakte wie der Anschlag auf die Synagoge in Halle stattfänden oder bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen antisemitische Symbole gezeigt würden, sagte Berg dem Evangelischen Pressedienst. Sorgen mache ihr auch die Vermischung mit anderen Verschwörungsmythen. Die aus Amsterdam stammende Kulturhistorikerin betonte die Bedeutung von Bildungsarbeit. Damit versuche man etwa in den Niederlanden seit den 1980er Jahren, tief verwurzelten Vorurteilen und Ideen über Juden etwas entgegenzusetzen. "Dass das jetzt alles wieder auftaucht, verstärkt durch die sozialen Medien, ist schrecklich und zeigt viel Unwissen, Ignoranz und Hass", so Berg. In diesem Zusammenhang hob sie die Rolle des Jüdischen Museums Berlin hervor: Dieses sei wichtiger denn je, um "die Begegnung mit der jüdischen Kultur, mit Jüdinnen und Juden, mit jüdischem Leben heute" zu ermöglichen. Berg, langjährige Chefkuratorin des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam, hatte die Leitung des Berliner Museums vor einem Jahr übernommen.

Initiative verteidigt Segnung für homosexuelle Paare

Einer der Initiatoren der für heute und morgen von zahlreichen katholischen Gemeinden in Deutschland geplanten "Segnungsgottesdienste für Liebende", Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus dem Erzbistum Paderborn, hat die Aktion verteidigt. Er sagte im Deutschlandfunk Kultur, "wenn Menschen um einen Segen für ihre Liebe und Partnerschaft bitten - wer bin ich denn, dass ich als Kirche auftrete und sage, das mag ja alles sein, aber das kann gar nicht von Gott kommen, das ist Sünde". An der Stelle habe er kein überzeugendes kirchliches Argument gehört, was ihm untersagen könnte, solch einer Segnungsbitte zu entsprechen. Hintergrund ist, dass der Vatikan kürzlich die Segnung homosexueller Paare verboten hatte, da dies "objektiv" nicht Gottes Wille entspreche. Daraufhin hatte Initiative "#mehrSegen" katholische Gemeinden zu sogenannten Solidaritätsgottesdiensten aufgerufen und dabei auch ausdrücklich homosexuelle Paare eingeladen.

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