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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.11.2017

Saudi-ArabienMonarchie mit Vision 2030

Sebastian Engelbrecht im Gespräch mit Dieter Kassel

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Erstmals wurden Frauen in Saudi-Arabien in ein Sportstadion gelassen - aus Anlass des Nationalfeiertags. (AFP / Fayez Nureldine)
Auch für Frauen soll sich das Leben in Saudi-Arabien weiter wandeln. Sie wurden aus Anlass des Nationalfeiertags erst kürzlich erstmals in ein Sportstadion zugelassen. (AFP / Fayez Nureldine)

Der saudische Kronprinz Bin Salman hat mehrere Mitglieder der Königsfamilie festnehmen lassen. Der Vorwurf lautet auf Korruption. Von einer Aufbruchsstimmung berichtet unser Redakteur Sebastian Engelbrecht, der gerade im Land auf Reisen ist.

Trotz der jüngsten Festnahmen gibt es auch Signale dafür, dass die saudische Führung auf mehr Reformen setzt. "Hier ist in jeder Begegnung eine Aufbruchsstimmung zu spüren", sagt der Journalist Sebastian Engelbrecht im Deutschlandfunk Kultur, der sich auf einer Reise der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (Baks) durch die Region befindet. Bei den Gesprächen mit Politikern, islamischen Würdenträgern und Militärs in Riad sei eine "Energie der Veränderung"  zu bemerken. Dabei sei auch vom Kampf gegen den Terrorismus die Rede, aber auch von dem Versuch dafür eine breite Koalition von 41 arabischen Staaten aufzubauen. Es sei auch von mehr Toleranz gegenüber anderen Religionen die Rede und selbst in Gesprächen mit Frauen sei die Hoffnung zu spüren, dass sie in der Gesellschaft einen anderen Status bekämen.  

Umbau der Gesellschaft

Von Demokratie und liberalem Staat könne aber nicht die Rede sein, sagt Engelbrecht. "Das soll schon eine Monarchie bleiben, aber die Monarchie hat eine Vision, die nennt sich hier Vision 2030 – da ist ein kompletter Umbau der Gesellschaft das Ziel."  Darin sei vorgesehen, dass Frauen mehr arbeiteten und ab Juni 2018 Autofahren dürfen. Außerdem solle die Unterhaltungsindustrie gestärkt werden. Es sei von einer "Saudisierung der Gesellschaft" die Rede. Die eigenen Landsleute sollten stärker selbst arbeiten, statt ausländische Arbeitskräfte zu beschäftigen. "Da soll ein Arbeitsethos entwickelt werden."

Interview

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