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Interview | Beitrag vom 04.01.2020

Satelliten im Weltall Die Folgen von immer mehr "künstlichem Blechgeflügel"

Von Carolin Liefke

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Blauer Sternenhimmel. (picture alliance / xim.gs)
"Der Sternenhimmel ist ein Naturerlebnis", sagt die Astronomin Carolin Liefke. (picture alliance / xim.gs)

Die Astronomin Carolin Liefke sorgt sich um die Schönheit des Nachthimmels. Sie kritisiert die Pläne von Tesla-Chef Elon Musk, der Tausende von Satelliten ins Weltall schicken will - um überall auf der Erde den Zugang zum Internet zu sichern.

Um das Internet überall und für jeden erreichbar zu machen, will Tesla-Chef Elon Musk "Starlink"-Satelliten in den Weltraum schicken. Schon im vergangenen Mai und im November wurden je 60 von ihnen ins All gebracht - und dieses Jahr soll es weitergehen. Es sei überraschend, dass ein Milliardär einfach hingehen könne und mehrere zehntausend Satelliten starten könne, sagt die Astronomin Carolin Liefke vom Max-Planck-Institut in Heidelberg.

Der Tesla-Chef habe sich offenbar nicht überlegt, in wieweit das andere Technologiezweige, die Wissenschaft  oder sogar die ganze Menschheit beeinträchtigen könnte. "Man muss natürlich aufpassen, dass man da jetzt nicht in Panikmache verfällt", so Liefke, die eine öffentliche Debatte vermisst.

Eine SpaceX Falcon 9-Rakete im Orbit, mit 60 Starlink-Satelliten an Bord, Mai 2019. (picture alliance / newscom / Space X)Eine Rakete von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX brachte im Mai 2019 die ersten Starlink-Satelliten ins All. (picture alliance / newscom / Space X)

"Wie viel sich ändern wird, ist natürlich im Moment noch schwer einzuschätzen", sagt die Astronomin. In jedem Fall werde in Zukunft "mehr künstliches Blechgeflügel" unterwegs sein. Schon jetzt beeinträchtigten Satelliten die Schönheit des Nachthimmels. "Der Sternenhimmel ist ein Naturerlebnis."

Dunkle Beschichtung der Satelliten

Musks Überlegung, die Unterseite der Satelliten dunkel zu beschichten, sei schwer zu beurteilen, so Liefke. Da werde noch viel ausprobiert, aber ein dunkel gestalteter Satellit sorge für einige technische Veränderungen. "Ob das wirklich so machbar ist, ist fraglich." Die vielen Satelliten beeinträchtigten aber auch Radioastronomen, da diese Flugkörper auch Radiostrahlung abgebe. Das lasse sich auch durch dunkle Farbe nicht verhindern.  

(gem)

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