Seit 00:05 Uhr Stunde 1 Labor
Sonntag, 20.06.2021
 
Seit 00:05 Uhr Stunde 1 Labor

Interview / Archiv | Beitrag vom 04.01.2020

Satelliten im Weltall Die Folgen von immer mehr "künstlichem Blechgeflügel"

Von Carolin Liefke

Blauer Sternenhimmel. (picture alliance / xim.gs)
"Der Sternenhimmel ist ein Naturerlebnis", sagt die Astronomin Carolin Liefke. (picture alliance / xim.gs)

Die Astronomin Carolin Liefke sorgt sich um die Schönheit des Nachthimmels. Sie kritisiert die Pläne von Tesla-Chef Elon Musk, der Tausende von Satelliten ins Weltall schicken will - um überall auf der Erde den Zugang zum Internet zu sichern.

Um das Internet überall und für jeden erreichbar zu machen, will Tesla-Chef Elon Musk "Starlink"-Satelliten in den Weltraum schicken. Schon im vergangenen Mai und im November wurden je 60 von ihnen ins All gebracht - und dieses Jahr soll es weitergehen. Es sei überraschend, dass ein Milliardär einfach hingehen könne und mehrere zehntausend Satelliten starten könne, sagt die Astronomin Carolin Liefke vom Max-Planck-Institut in Heidelberg.

Der Tesla-Chef habe sich offenbar nicht überlegt, in wieweit das andere Technologiezweige, die Wissenschaft  oder sogar die ganze Menschheit beeinträchtigen könnte. "Man muss natürlich aufpassen, dass man da jetzt nicht in Panikmache verfällt", so Liefke, die eine öffentliche Debatte vermisst.

Eine SpaceX Falcon 9-Rakete im Orbit, mit 60 Starlink-Satelliten an Bord, Mai 2019. (picture alliance / newscom / Space X)Eine Rakete von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX brachte im Mai 2019 die ersten Starlink-Satelliten ins All. (picture alliance / newscom / Space X)

"Wie viel sich ändern wird, ist natürlich im Moment noch schwer einzuschätzen", sagt die Astronomin. In jedem Fall werde in Zukunft "mehr künstliches Blechgeflügel" unterwegs sein. Schon jetzt beeinträchtigten Satelliten die Schönheit des Nachthimmels. "Der Sternenhimmel ist ein Naturerlebnis."

Dunkle Beschichtung der Satelliten

Musks Überlegung, die Unterseite der Satelliten dunkel zu beschichten, sei schwer zu beurteilen, so Liefke. Da werde noch viel ausprobiert, aber ein dunkel gestalteter Satellit sorge für einige technische Veränderungen. "Ob das wirklich so machbar ist, ist fraglich." Die vielen Satelliten beeinträchtigten aber auch Radioastronomen, da diese Flugkörper auch Radiostrahlung abgebe. Das lasse sich auch durch dunkle Farbe nicht verhindern.  

(gem)

Mehr zum Thema

Satelliten-Schwemme - Der Verlust des Nachthimmels
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 05.12.2019)

Gigantisches Projekt Starlink - Der Schrecken der 40.000 Satelliten
(Deutschlandfunk, Sternzeit, 06.11.2019)

Neuer Wind-Satellit im All - Genauere Wettervorhersagen dank Aeolus
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 04.09.2018)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Heike Geißler über die Bachmann-Jury"Das geht nicht"
Die Jury im Studio bei der Lesung von Heike Geißler. Die Schriftstellerin ist über Bildschirme zugeschaltet. (LST Kärnten / Johannes Puch)

Die Schriftstellerin Heike Geißler hat in Klagenfurt gelesen und übt nun deutliche Kritik an der Arbeit der Jury: Die Diskussion sei unfair und nicht auf den Text bezogen gewesen. Das sei aber das Mindeste, was Literaturkritik leisten müsse.Mehr

Studie zur Spaltung der GesellschaftEin Land, zwei Lager
Köpfe einer Menschenmenge am Potsdamer Platz in Berlin. Es handelt sich um eine Demo. Zwischen den Köpfen ragt ein Schild mit der Aufschrift "Dagegen" hervor. (Unsplash / Leon Bublitz)

Eine Studie zeigt, dass sich in der deutschen Gesellschaft zwei Lager polarisiert gegenüber stehen: Das Problem daran ist, dass sich eines von ihnen marginalisiert fühle und unzufrieden mit der Demokratie sei, sagt der Psychologe Mitja Back. Mehr

Schule und CoronaNoch nicht fit für den Herbst
Unterrichtsszene: In einem Klassenzimmer sieht man zwei Kinder von hinten. Sie sitzen jeweils einzeln an einer Bank und blicken nach vorne zur Tafel, neben der ihre Lehrerin steht. (picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleu)

Im Herbst könnten die Infektionszahlen wieder steigen. Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband mahnt, die Schulen bis dahin mit Luftfilteranlagen und schnellem Internet auszustatten: Distanzunterricht könnte wieder notwendig werden.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur