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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 28. März 2018

Sat.1-Moderator Martin Haas gestorben

Trauer um dienstältesten Moderator des Privatsenders

Der Sat.1-Moderator Martin Haas ist tot. Er starb am Dienstag überraschend im Alter von 55 Jahren, wie der Münchner Privatsender mitteilte. Seit 1991 präsentierte Haas die Nachrichten im Sat.1-Frühstücksfernsehen und war damit der dienstälteste Moderator des Senders. Haas, der aus Aalen in Baden-Württemberg stammte, war auch für Antenne Bayern tätig. "Ich bin geschockt und sehr traurig", sagte Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger. Haas sei nicht nur ein wichtiger Teil des SAT.1-Frühstücksfernsehens, sondern auch die absolute Verkörperung sympathischer Nachrichten gewesen. "Er wird uns und unseren Zuschauern sehr fehlen", sagte Pflüger.

John Bailey bleibt Oscar-Akademie-Chef

Entscheidung folgt Vorwürfen angeblicher sexueller Belästigung

Der Kameramann John Bailey wird seinen Posten als Vorsitzender der Oscar-Akademie in Los Angeles behalten. Der Verband habe einen kürzlich vorgebrachten Vorwurf von angeblicher sexueller Belästigung gründlich geprüft und nun verworfen, teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit. Es seien "keine weiteren Schritte" in dieser Angelegenheit notwendig, zitierte das Branchenblatt "Hollywood Reporter" aus der Mitteilung. Einzelheiten über die Vorwürfe wurden nicht bekanntgegeben. Bailey, der unter anderem beim Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier" hinter der Kamera stand, war im vorigen August vom Aufsichtsrat der Academy gewählt worden. Bei einem Treffen der diesjährigen Oscar-Anwärter Anfang Februar sagte Bailey mit Blick auf die MeToo-Debatte, dass sich die Oscar-Akademie derzeit in einem Wandel befinde. Die Organisation bemühe sich um mehr Vielfalt und habe schärfere Richtlinien gegen Sexismus und Diskriminierung geschaffen.

S. Fischer-Verlag stellt Weltalmanach ein

Letzte Ausgabe erscheint im Herbst

Der "Fischer Weltalmanach" erscheint mit dem 60. Band im kommenden September zum letzten Mal. Der Jubiläumsband des traditionsreichen Nachschlagewerks werde der letzte sein, bestätigte ein Verlagssprecher. Angesichts der Recherchemöglichkeiten im Internet finde ein so ungeheuer aufwändiges Produkt nicht mehr genügend Leser, begründet der Verlag das Aus.
Der Weltalmanach galt seit 1959 mit seinen globalen Daten und Fakten lange als erfolgreichstes Jahrbuch in Deutschland. Der Almanach sei ein wichtiges Projekt zur "Demokratisierung des Wissens" mit Hilfe von Taschenbüchern gewesen, sagte Nina Sillem, Fischer-Programmleiterin Sachbuch/Wissenschaft. Die Entscheidung für ein Ende des Nachschlagewerkes sei dem Verlag schwer gefallen.

Sachsen-Anhalt präsentiert Bauhaus-Pläne

Eigene Akzente für das Jubiläum 2019

Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg setzen Schwerpunkte im Landesprogramm Sachsen-Anhalts zum Bauhausjubiläum 2019. Neben dem neuen Bauhaus Museum Dessau, dessen Eröffnung im Herbst 2019 geplant ist, wollen sich zahlreiche Kunst- und Kulturinstitutionen mit Ausstellungen, Lesungen, Theaterprojekten oder neuen Kulturstadtplänen präsentieren, wie Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) und Vertreter der Städte deutlich machten. Damit will Sachsen-Anhalt neben dem bundesweiten Jubiläumsprogramm eigene Akzente setzen. Im kommenden Jahr wird das 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses gefeiert.

Zwei Kunsthändler festgenommen

Spanische Polizei geht gegen Antiquitäten-Schmuggel vor

Die spanische Polizei hat zwei Kunsthändler festgenommen, die mit gestohlenen Antiquitäten aus libyschen Ausgrabungsstätten gehandelt haben sollen. Wie das Innenministerium in Madrid mitteilte, sollen die beiden Spanier ein Netzwerk angeführt haben, das Diebesgut von Dschihadistengruppen kaufte, um es in Spanien zu veräußern. Gruppen, die mit dem "Islamischen Staat "(IS) verbündet sind, hätten die Objekte aus archäologischen Stätten gestohlen. Ein vom Ministerium veröffentlichtes Video zeigte einige der von der Polizei beschlagnahmten Objekte, darunter Mosaike und Sarkophage. Die Ermittler hätten mit Hilfe libyscher Behörden die Echtheit der Objekte überprüft, hieß es. Dabei habe sich herausgestellt, dass sie aus antiken Stätten in Libyen stammten.

Geschäftsführer-Trio führt "Handelsblatt"

Nachfolge von Gabor Steingart neu geregelt

Der Holtzbrinck-Verlag hat die Nachfolge von Gabor Steingart bei der Handelsblatt Media Group neu geregelt, wie der Mediendienst "Meedia" berichtete. Ab sofort sollen die Geschäftsführer Ingo Rieper (CFO), Gerrit Schumann (CDO) und Frank Dopheide das Unternehmen gleichberechtigt führen. Der Verlag teilte mit, die Entscheidung sei "eine Bestätigung, den eingeschlagenen Weg der Innovation und Transformation kraftvoll weiterzugehen". Frank Dopheide werde dabei als Sprecher der Geschäftsführung agieren. Die Neuordnung im Topmanagement der Mediengruppe war nötig geworden, nachdem Verleger Dieter von Holtzbrinck im Februar den Journalisten Gabor Steingart als Handelsblatt-Herausgeber und Vorsitzenden der Geschäftsführung überraschend abberufen hatte.

East Side Gallery demnächst unter neuer Obhut

Kultursenator Lederer will Berliner Mauer-Stiftung beauftragen

Die Berliner East Side Gallery samt landeseigener Grundstücke soll voraussichtlich im Laufe des Sommers an die Stiftung Berliner Mauer übertragen werden. Einer entsprechenden Vorlage von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) muss noch das Abgeordnetenhaus zustimmen, wie die Berliner Senatskanzlei mitteilte. Für die Stiftung Berliner Mauer spreche deren Erfahrung mit Gedenkstätten, hieß es. Die East Side Gallery an der Spree ist mit 1.316 Metern das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. Bis zum Herbst 1989 trennte es den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain von Kreuzberg in West-Berlin. Nach dem Mauerfall hatten etwa 120 Künstler aus 21 Ländern die Mauer auf der östlichen Seite bemalt. Bislang wird das Gelände vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verwaltet. Die Genehmigung von zwei Luxusbebauungen auf dem ehemaligen Grenzstreifen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt zu massiven, aber erfolglosen Protesten geführt.

Spitzelverdacht gegen Julia Kristeva

Vorwürfe gegen französisch-bulgarische Psychoanalytikerin

Die französisch-bulgarische Psychoanalytikerin und feministisch ausgerichtete Literaturwissenschafterin Julia Kristeva gilt politisch als engagierte Europäerin. Nun wurde bekannt, dass sie einst für den bulgarischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Die bulgarische Lustrationskommission teilte mit, dass Kristeva im Jahr 1971 unter dem Decknamen "Sabina" für den bulgarischen Auslandsgeheimdienst angeworben worden sei, wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtete. Anlass für die Überprüfung sei die Aufnahme Kristevas in das Herausgeberkollegium der bulgarischen Zeitschrift "Literarischer Bote" gewesen. Die Kommission äusserte sich nicht über Inhalt, Umfang und Dauer ihrer Geheimdiensttätigkeit. Die gebürtige Bulgarin Julia Kristeva war 1965 mit einem Promotionsstipendium nach Frankreich gekommen und hatte dort Karriere gemacht.

Marie-Luise Marjan wird Märchenbotschafterin

Frühere "Mutter Beimer" wirbt für Grimm-Festspiele

Die Schauspielerin Marie-Luise Marjan soll künftig als Märchenbotschafterin die Hanauer Brüder Grimm Festspiele deutschlandweit bekannter machen. "Märchen vermitteln uns Werte und sie geben uns die Hoffnung, dass am Ende das Gute siegt", sagte die vor allem als "Mutter Beimer" aus der Serie Lindenstraße bekannt gewordene 77-Jährige Schauspielerin. Sie sei mit den Geschichten aufgewachsen und habe in ihrer Karriere schon zahlreiche Hörbücher mit Grimms Märchen eingesprochen. Als Märchenbotschafterin will sie in Video- und Radiospots dafür sorgen, dass die Festspiele und Hanau als Geburtsstadt der Brüder Grimm bekannter werden. Vom 11. Mai bis 29. Juli werden dort rund 80.000 Festivalbesucher erwartet.

Berliner Philharmoniker bleiben Baden-Baden treu

Zusammenarbeit für Osterfestspiele wird bis 2022 fortgesetzt

Das Festspielhaus Baden-Baden und die Berliner Philharmoniker haben ihre Zusammenarbeit für die Osterfestspiele bis 2022 verlängert. "Der neue Vertrag ist ein großer Vertrauenbeweis und eine große Chance für die Entwicklung Baden-Badens", teilte Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser mit. Die Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, Andrea Zietzschmann, dankte dem Team und den Unterstützern des Festspielhauses für die Zusammenarbeit. Das Orchester habe nicht nur für die jährliche Opernproduktion eine Heimat gefunden, sondern auch ideale Bedingungen, um die Vielseitigkeit des Orchesters mit künstlerischen Wunschpartnern zu präsentieren. In diesem Jahr kommen die Berliner Philharmoniker zum letzten Mal unter der Leitung von Sir Simon Rattle nach Baden-Baden.

GEW fordert mehr interkulturelles Lernen

Schulen im Kampf gegen Antisemitismus stärken

Antisemitismus an Schulen sollte nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) durch interkulturelles Lernen bekämpft werden. Den Lehrern dafür Zeit zu geben, koste allerdings Geld, sagte die baden-württembergische GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz im Südwestrundfunk. Bislang komme die Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen zu kurz. Moritz warb dafür, dass sich Lehrer in der Grundschule und in der frühkindlichen Bildung stärker den Eltern zuwenden. Manche Mütter und Väter seien unsicher und hilflos im Umgang mit ihren Kindern. Wenn die Lehrkräfte Zeit für solche Eltern hätten, wäre das ein ganz wesentlicher Beitrag, der auch in späteren Jahren Früchte trage, sagte Moritz. Fälle von Antisemitismus in baden-württembergischen Schulen seien ihr zwar nicht bekannt, dennoch gehe sie von einer Diskriminierung in beträchtlichem Umfang aus. Auslöser der Debatte sind Vorfälle an einer Berliner Grundschule.

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