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Besser essen / Archiv | Beitrag vom 02.02.2019

Sarah Wieners SpeisekammerWelches Essen wirklich gegen Erkältungen hilft

Von Sarah Wiener

Ingwer und Anis neben einer Tasse. (EyeEm / Tina Burdiashvili)
Ingwer - eine wahre Wunderpflanze gegen Erkältung, meint Sarah Wiener. (EyeEm / Tina Burdiashvili)

Bei einer Erkältung muss es nicht immer der Griff in den Arzneischrank sein. Die Köchin und Kolumnistin Sarah Wiener kennt einige einfache und doch wirkungsvolle Hausmittel aus der Küche gegen Erkältung. Allen voran Ingwer.

Das berühmte Sprichwort "one apple a day keeps the doctor away" – "Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern" – kann ich nur unterstreichen. Aber nicht nur Äpfel sind gesund und vorbeugend gegen Krankheiten, sondern auch viele, viele andere natürliche Lebensmittel. Gerade jetzt, wo uns Erkältung und Grippe drohen, gibt es einige einfache Hausmittel, die gegen die Erkältung gut wirken können. Zum Beispiel der Ingwer.

Der Ingwer wirkt besonders gut gegen Erkältungen, weil er ätherische Öle hat, die Gingerole. Diese machen den Ingwer zu einer Heilpflanze, die in ihrer Struktur und Wirksamkeit sogar einer Aspirin-Tablette ähnelt. Sie hat eine blutverdünnende Wirkung und wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Genau das, was man jetzt in der kalten Jahreszeit braucht.

Sarah Wiener (Copyright: Christian Kaufmann)Unsere Kolumnistin Sarah Wiener (Copyright: Christian Kaufmann)

Außerdem ist Ingwer schleimlösend, antiviral, antioxidativ und er wärmt von innen. Das wird jeder kennen, der mal so ein richtiges Stück Ingwer gegessen hat. Ich empfehle, einfach einen Ingwertee zu machen: Heißes Wasser bei 60 Grad aufzubrühen, ein paar Ingwerscheiben rein, ziehen lassen, am Ende frischen Zitronensaft reinpressen, ein Löffelchen Honig und trinken, trinken, trinken - denn mit viel Flüssigkeit werden auch Krankheitserreger aus dem Körper geschwemmt und dann wird man schneller gesund.

Besser fühlen mit Knoblauch

Ein weiteres Lebensmittel, was gerade jetzt gut in der kalten Jahreszeit ist, scheidet die Geister: der Knoblauch. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Der Knoblauch ist gut für alle unsere Venen und Arterien. Und eine kleine Studie hat gerade die Wirksamkeit von rohem Knoblauch bei Erkältung getestet und da ist man draufgekommen, dass wenige Stunden nach der Einnahme von Knoblauch die Gene untersucht worden sind und eine immunstärkende Blutzellenaktivität festgestellt worden ist.

Also, ich empfehle, zwei bis drei Zehen frischen Knoblauch feinhacken oder zerdrücken, mit ein bisschen Ingwer mischen - und essen. Vielleicht auf ein Stück Brot - dass es nicht so hart ist - oder im Salat. Schmeckt gut, ist gesund und kann man gut als Erkältungsmittel anwenden.

Honig statt Hustensaft

Genau die andere Seite von Knoblauch ist etwas, was wahrscheinlich jeder mag, und was ich besonders liebe. Mein heiliger Gral, das ist der Honig. Und der Honig hat sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe, antioxidativ wirkende Polyphenole und Flavonoide. Man weiß schon seit hunderten Jahren, dass Honig gut gegen Erkältung ist und auch gut gegen Heiserkeit - übrigens in manchen Studien besser als so mancher Hustensaft.

Die größten Wirkstoffe im Honig werden bei höherer Temperatur zerstört. Deswegen sollte man Honig nicht über 40 Grad erwärmen. Also die heiße Milch oder den heißen Tee auf 40 Grad abkühlen lassen und dann ein Löffelchen Honig rein.

Scharfe Hühnersuppe fürs Immunsystem  

Etwas, was ich besonders gerne mag und was ich mit Vorliebe in der kalten Jahreszeiten esse, ist die gute und heilende Wirkung von Hühnersuppe. Im Huhn, weiß man, stecken hochwertige Eiweißbausteine, die freie Radikale neutralisieren können. Und diese Inhaltsstoffe im Huhn hemmen die Bewegung weißer Blutkörperchen und deswegen wirken sie entzündungshemmend und helfen bei einem grippalen Infekt.

Mein Tipp für die Hühnersuppe: Ich nehme ein Biohendl, gebe es in einen Topf mit Wasser, mit ein bisschen Salz, mit Pfefferkörnern, mit Lorbeeren, mit Chili, Ingwer und Knoblauch - alles, was gut ist gegen Erkältung - und koche dieses Huhn lange, lange ordentlich aus. So ungefähr drei, vier, fünf Stunden, je nach Größe des Huhns kochen und hat dann ein Schärfe und fühlt sich auch geborgen. Guten Appetit.

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