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Besser essen | Beitrag vom 08.06.2018

Sarah Wieners SpeisekammerKüchenhygiene − ist Holz besser als Plastik?

Von Sarah Wiener

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Zucchini wird auf einem Brettchen in kleine Würfel geschnitten, (picture-alliance / dpa / Xamax)
Plastikbretter haben in der Küche nichts zu suchen, meint Sarah Wiener (picture-alliance / dpa / Xamax)

Aus Angst vor Keimen und Bakterien benutzten viele Menschen Schneidebretter oder Handschuhe aus Plastik in der Küche. Aber schützt das wirklich? Im Gegenteil, sagt Sarah Wiener und empfiehlt natürliche Materialen beim Kochen.

Immer weniger Menschen kochen selbst und haben trotzdem Angst vor Durchfallerkrankungen, Keimen und Bakterien, die ihnen schaden könnten. Mit ein paar einfachen Regeln kommt man sehr gut zurecht. Man sollte in der Küche seinen Arbeitsplatz sauber halten, aber nicht übertrieben mit Hygienesprays und Lebensmittel sollten nicht mit Plastikhandschuhen angefasst werden.

Wichtig für mich ist, dass man möglichst natürliche Materialien in der Küche benutzt und auf keinen Fall Plastik. Viele benutzen z.B. Plastikbretter weil sie denken, das ist hygienisch. In der Tat ist es aber so, dass man einerseits durch das Einschneiden Mikroplastik in seine eigene Lebensmittel einbringt und zum anderen durch diese kleinen Rillen den Bakterien oder Viren eine Chance gibt, sich darin festzusetzen.

Holz ist die bessere Alternative

Holz riecht, Holz duftet, es ist ein Naturmaterial, man kann es verbrennen und es ist hervorragend zum Schneiden geeignet. Erstens schont es die Messer, zweitens kann man bei zu tiefen Einschnitten das Holz immer wieder abhobeln und drittens haben bestimmte Holzarten sehr viel Gerbsäure. Die ist dafür verantwortlich, dass Keime und Bakterien abgetötet werden.

Was sagt die Wissenschaft?

Es gibt wissenschaftliche Studien, die Holz vs. Plastik in der Küche verglichen haben. Dafür wurden bestimmte Holzarten wie Kiefer, Fichte, Lärche, Ahorn, Buche, Eiche und Pappel, aber auch Plastik benutzt. Man untersuchte, wie viele Bakterien – insbesondere E. coli – jeweils nach einer bestimmten Zeit noch vorhanden sind. Dabei hat man festgestellt, dass es Holzarten gibt, die wahnsinnig stark in der Bakterienvernichtung sind, nämlich besonders Kiefer und Eiche, manche Materialien aber sehr ungeeignet sind. Und da ist neben dem Plastik die Pappel zu nennen.

Plastikhandschuhe sind nicht zu empfehlen

Ein neuer Trend ist, dass sich viele Köchinnen und Köche Plastikhandschuhe anziehen, um Lebensmittel zu schneiden. Doch dazu muss man sagen, dass nach fünf Minuten genauso viele Bakterien auf den Handschuhen sind wie an den Händen wären. Außerdem fangen die Hände unter den Handschuhen leicht zu schwitzen an, die Haut kann dann feine Haarrisse bekommen und dies ist ein idealer Nährboden für Bakterien

Und ihr Tipp?

Nasses, feuchtes Holz ist auch ein guter Nährboden für Bakterien, das sieht man ja im Wald. Deswegen: Nach dem Kochen das Holz säubern und gut austrocknen lassen. Entweder man stellt das Holz auf die Heizung oder gibt es bei 60 oder 70 Grad kurz in den Backofen rein. Dann hat man die beste Hygiene.

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