Mittwoch, 11.12.2019
 

Konzert / Archiv | Beitrag vom 29.01.2017

Santtu-Matias Rouvali beim DSO BerlinEuropäische Musiklandschaft

Live aus der Philharmonie

Der Dirigent Santtu-Matias Rouvali (Kaapo Kamu/DSO)
Der Dirigent Santtu-Matias Rouvali (Kaapo Kamu/DSO)

Nach seinem Debüt hat ihn das DSO Berlin gleich wieder eingeladen: Der finnische Dirigent Santtu-Matias Rouvali ist nicht nur Spezialist für Skandinavisches, an diesem Abend allerdings schon. Er dirigiert Jean Sibelius' 1. Sinfonie, Baiba Skride spielt Carl Nielsens Violinkonzert. Zu Beginn fließt die Moldau durchs Orchester.

Dass eine Verpflichtung zur Konzertreihe "Debüt im Deutschlandradio Kultur" der Startschuss für eine vielversprechende Karriere sein kann, hat sich herumgesprochen. Am 29. Januar gibt es dafür gleich einen doppelten Beweis. Mit der Geigerin Baiba Skride und dem Dirigenten Santtu-Matias Rouvali sind gleich zwei ehemalige Weltklasse-Künstler beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zu Gast, die im "Debüt im Deutschlandradio Kultur" erstmals mit dem DSO musizierten. Auf dem Programm: Werke skandinavischer Komponisten.

Nachfolger des charismatischen Gustavo Dudamel zu sein, ist eine Herausforderung. Wenn der junge finnische Dirigent Santtu-Matias Rouvali im Herbst 2017 den Chefdirigentenposten bei den Göteborger Symphonikern übernimmt, ist er darauf allerdings gut vorbereitet. In Los Angeles war er 2011 einer der "Dudamel Conducting Fellows". Im Jahr 2014 wurde er für unsere Konzertreihe "Debüt im Deutschlandradio Kultur" eingeladen – und jetzt ist er erneut beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zu Gast. Nach Jean Sibelius‘ "Finlandia" bei seinem Debüt präsentiert er erneut ein Werk des finnischen Nationalkomponisten. Die Erste Sinfonie entstand 1898, und wie die berühmte Tondichtung, so scheint auch sie Bilder nordischer Weiten heraufzubeschwören. Der Komponist selbst hielt sich mit programmatischen Deutungen seiner sinfonischen Werke allerdings zurück.

Auch das zweite große Werk des Abends stammt aus Skandinavien, das Violinkonzert von Carl Nielsen. Bei der Uraufführung dieses Werks im Jahr 1912 stand der Komponist selbst am Pult der Königlichen Kapelle in Kopenhagen. Das Violinkonzert von Nielsen genießt zwar nicht die überbordende Popularität des Violinkonzerts von Sibelius, gilt aber als eines der großen Violinkonzerte der Spätromantik. Es wartet gewissermaßen mit verborgenen Schönheiten auf. Dazu gehören die ungewöhnliche Anlage in zwei Sätzen und auch der Rückgriff auf barocke Kompositionstechniken. Die Geigerin Baiba Skride, 2003 zu Gast im "Debüt im Deutschlandradio Kultur" hat seither Weltkarriere gemacht und konzertiert heute mit zahlreichen renommierten Orchestern weltweit.
Den beiden Werken von Jean Sibelius und Carl Nielsen stellt Santtu-Matias Rouvali mit der "Moldau" von Bedřich Smetana ein explizit tschechisches Werk gegenüber – und breitet auf diese Weise gewissermaßen eine europäische Musiklandschaft vor den Hörern aus.

Live aus der Philharmonie Berlin

Bedřich Smetana
"Die Moldau", Sinfonische Dichtung für Orchester aus dem Zyklus "Mein Vaterland"

Carl Nielsen
Konzert für Violine und Orchester op. 33

ca. 21.00 Uhr Konzertpause

Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 1 e-Moll op. 39

Baiba Skride, Violine
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Santtu-Matias Rouvali

Surround Sound - Dolby Digital 5.1

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