Freistil, vom 05.10.2008

Von Rolf Cantzen

"Man kann nichts Gewaltsames oder Plötzliches im Wasser machen ... " - das soll ein bekannter Schwimmtrainer der 1920er Jahre gesagt haben, "selbst der Stein braucht Zeit zum Sinken". Menschen zieht es langsam aber nachdrücklich zum Wasser und in es hinein. Schwimmende Dichter und Denker umrinnt das warme Flusswasser, es umspielt sie leicht, trägt sie sanft. Oder sie werden von den Wellen des Meeres herumgewirbelt, hinausgezogen, hinuntergedrückt, zurück ans Land geworfen.

Sprung ins kalte Wasser (AP)
Sprung ins kalte Wasser (AP)

Die Griechen und Römer suchten den Kontakt ganz und gar und tauchten nackt ein. Heutige Meisterschwimmer rasieren sich am ganzen Körper - angeblich nur um dem Wasser weniger Widerstand zu bieten. Manche Menschen geben den Widerstand ganz auf, lassen sich von Nixen, Nymphen und Wasserfrauen sanft zu sich hinabziehen in das Urelement: "Halb zog sie ihn, halb sank er hin". Das Gerätetauchen ist eine weniger nachhaltige, populäre und dennoch beglückende Alternative.