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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. Dezember 2020

Sammlung Berggruen soll auf Tour gehen

Mit der Sammlung Berggruen soll eine der wichtigsten Kollektionen mit Werken der klassischen Moderne auf internationale Promotionstour gehen. "Wenn das Museum Berggruen in die Sanierung geht, wollen wir mit der Sammlung werben", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Sammlung geht auf den aus Berlin stammenden jüdischen Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen (1914-2007) zurück. Zu ihr gehören mehr als 120 Werke von Pablo Picasso, etwa 70 Arbeiten von Paul Klee sowie Werke etwa von Henri Matisse, Alberto Giacometti, Georges Braque und Paul Cézanne. Er glaube, dass man sich eine bessere Werbung für die Kunststadt Berlin, für die Nationalgalerie, für das Museum Berggruen gar nicht wünschen könne, sagte Parzinger. Die anstehenden grundlegenden Sanierungsarbeiten sind noch nicht terminiert.

Funke Mediengruppe kämpft weiter mit Hackerangriff

Die Funke Mediengruppe kämpft weiter mit den Folgen des Hackerangriffs, der kurz vor Weihnachten den Betrieb teilweise lahmgelegt hatte. Der Angriff selbst halte aber "unvermindert hart an", teilte das Unternehmen mit. Derzeit werde ein sicheres IT-Umfeld aufgebaut, um die journalistische Arbeit neu hochzufahren, erklärte eine Sprecherin in Essen. Die Funke-Tageszeitungen könnten daher am Montag wieder "mit deutlich größeren Umfängen" erscheinen als am Mittwoch und Donnerstag. Zudem stünden den Lesern auch die Online-Angebote zur Verfügung, die Bezahlschranken blieben vorläufig ausgeschaltet. Zur Funke-Mediengruppe gehören zwölf Regionalzeitungen, darunter die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die "Berliner Morgenpost", die "Thüringer Allgemeine" und das "Hamburger Abendblatt". Dazu kommen zahlreiche Zeitschriften und Anzeigenblätter.

Langjähriger Latinist der Päpste gestorben

Der langjährige Vatikan-Latinist Reginald Foster ist tot. Der Ordensmann und Lateinlehrer starb bereits am 25. Dezember 2020 mit 81 Jahren, teilte der Benediktiner Daniel McCarthy auf Fosters Website mit. Unter vier Päpsten arbeitete Foster von 1969 bis 2009 im Amt für lateinische Briefe im vatikanischen Staatssekretariat. Er war für seine Lateinkurse an der päpstlichen Universität Gregoriana und später an seiner eigenen Academia Romae Latinitatis bekannt. Besonders bekannt war Foster für seine Lehrmethode, Latein als lebendige Sprache in mehrwöchigen Sommerkursen zu lehren. Damit beeinflusste er Generationen von Latinisten. Zudem wirkte Foster am von der päpstlichen Stiftung "Latinitas" herausgegebenen "Lexicon recentis Latinitatis" mit, einem Wörterbuch mit lateinischen Übersetzungen moderner Begriffe wie Computer ("instrumentum computatorium"), Twitter ("breviloquentia") oder Rock'n'Roll ("tumultuatio").

Kulturrat bezeichnet 2020 als "rabenschwarzes" Jahr

Der Deutsche Kulturrat sieht 2020 wegen der Corona-Pandemie als ein "rabenschwarzes Kulturjahr". Seit zehn Monaten seien wichtige Teile des Kulturbereiches im Lockdown, erklärte der Rat am Sonntag in Berlin. Betroffen seien nicht nur die heruntergefahrenen Einrichtungen selbst sowie Künstler und Unternehmen, sondern auch Kulturliebhaber. "Das zu Ende gehende Jahr war sicher das herausforderndste Jahr in der fast 40-jährigen Geschichte des Deutschen Kulturrates, des Spitzenverbandes der Bundeskulturverbände", hieß es. Der Kulturrat appelliert an die Bundesregierung, die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige "umgehend" zu reformieren. Darüber hinaus fordert er für rund 260.000 Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft weitere konkrete Hilfsmaßnahmen des Bundes.

Künftige KMK-Präsidentin zur Digitalisierung in Schulen

Die brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst will in ihrer Funktion als neue Chefin der Kultusminister-Konferenz (KMK) im kommenden Jahr vor allem die Digitalisierung der Schulen voranbringen. Wegen der Corona-Pandemie habe es zeitweise weniger Anträge zur technischen Ausstattung der Schulen aus dem Digitalpakt des Bundes gegeben, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Inzwischen gebe es eine große Aufholjagd, wobei es auch um gute Inhalte gehe. Daher rücke nun die Qualität des Unterrichts in den Fokus, betonte Ernst. Zunächst aber stehe das Krisen-Management in der Pandemie an erster Stelle. Die KMK sei dafür, die Schulen möglichst lange offen zu halten, erklärte Ernst. Dazu sei aber eine Gesamtabwägung notwendig. Denn auch die Schulen müssten einen Beitrag zur Reduzierung der Kontakte leisten.

Stille Weihnachten in aller Welt

Die Corona-Pandemie hat Menschen in aller Welt ein weitgehend isoliertes Fest und der katholischen Kirche Gottesdienste quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschert. Viele Weihnachtsbotschaften gingen auf die ungewöhnliche Lage ein - sie enthielten Trost, riefen aber gleichzeitig zur Solidarität auf. Papst Franziskus unterstrich in seiner per Video übertragenen Weihnachtsbotschaft die Notwendigkeit der "Geschwisterlichkeit". Diese müsse über die Familie, die eigene Volksgruppe, Religion oder Kultur hinausgehen und auch "in den Beziehungen zwischen Völkern und Nationen" gelten, mahnte das 84-jährige Oberhaupt der rund 1,3 Milliarden Katholiken. Er forderte zudem einen freien Zugang für jeden zu den neuen Impfstoffen. Anschließend spendete das katholische Kirchenoberhaupt von der Benediktionsaula des Petersdoms aus und ohne die sonst zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz den feierlichen Papstsegen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis").

Auf welche Kinofilme wir uns freuen können

Wieder und mehr ins Kino gehen, das gehört bei vielen Menschen sicher zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Falls sich das Leben in den nächsten Monaten normalisiert und Kinos wieder öffnen sollten, gibt es jede Menge Filme, auf die wir uns freuen können. Dazu gehört der jüngste "James Bond", der nach mehrfacher Verschiebung derzeit für den April angekündigt ist. Andere Kino-Highlights des Jahres 2021 sind unter anderen die deutschen Produktionen "Catweazle" mit Otto Walkes, Katja Riemann und Julius Weckauf ("Der Junge muss an die frische Luft") sowie "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Hape Kerkeling und Michael "Bully" Herbig. Außerdem - um nur einige zu nennen - der Gewinner-Film vom Filmfest in Venedig "Nomadland", eine Steven Spielberg Neuverfilmung von "West-Side-Story" und "Black Widow" mit Scarlett Johansson als Marvel Heldin.

Antiker Schnellimbiss in Pompeji ausgegraben

In Pompeji ist ein antiker Schnellimbiss komplett ausgegraben und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Fotos von der Vorderseite der Theke zeigen Motive mit Tieren und mythologische Gestalten. Die kräftigen Farben sind bestens erhalten. Die Abbildungen weisen wohl auf das damalige Speiseangebot hin: ein Hahn, zwei Stockenten, Schafe, Ziegen. In den 2.000 Jahre alten Amphoren des sogenannten Thermopoliums fanden die Archäologen Knochen von Enten, Schweinen und Ziegen sowie Reste von Fisch und Weinbergschnecken. In den Imbiss-Räumen fanden sie zudem eine bronzene Trinkschale, zwei Glasfläschchen sowie ein kugelförmiges Kochgefäß aus Ton. Inzwischen sind im antiken Pompeji etwa 80 solcher Thermopolium-Imbissstände bekannt. Das antike Pompeji wurde 79 n. Chr. bei Ausbruch des Vesuv verschüttet.

Parzinger für Digitale Entwicklung der Museen

Nach dem Ende der Corona-Krise sollten Kultureinrichtungen ihre digitalen Fortschritte bewahren, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, der Deutschen Presse-Agentur. Und weiter: "Hier sind neue Aufgaben entstanden, und jeder hat das Potenzial gesehen, das ist zudem eine enorme Werbung für Museen." So gebe es auf Instagram digitale Führungen von Kuratorinnen und Kuratoren durch ihre Museen und Ausstellungen, oft nur mit einem Smartphone gefilmt. "Das war enorm erfolgreich und hat insbesondere ein junges Publikum erreicht." Nun will Parzinger die Fortschritte sichern. Digitale Angebote könnten jedoch nie die Aura des Originals ersetzen. Museen würden deshalb immer attraktiv bleiben.

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