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Mittwoch, 13.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 11. November 2019

Weltrekordversuch im Dauertalken in der ARD

In der ARD starten zwei Moderatoren einen Weltrekordversuch mit einer über drei Tage geplanten Dauertalkshow. Im "Das schafft du nie!"-Kanal bei YouTube wird der Versuch von Ariane Alter und Sebastian Meinberg live gestreamt. Die beiden wollen im Rahmen der ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung" 72 Stunden mit Ausnahme kurzer Pausen durchgehend talken. Damit wollen sie den bisher vom syrischen Staatsfernsehen gehaltenen Weltrekord von 70 Stunden und fünf Minuten brechen.

Jean-Paul-Preis für Ursula Krechel

Für ihr literarisches Lebenswerk erhält die Schriftstellerin Ursula Krechel den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern. Die 71-Jährige "ergreift das Wort für diejenigen, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte kaum eine Stimme haben", begründete der bayerische Kunstminister Bernd Sibler die Entscheidung. Sie recherchiere akribisch und arbeite durch literarisch gestaltete Erinnerung die Versehrungen durch Traumata, Schuld und Verdrängung auf, die in der deutschen Gesellschaft bis heute wirksam seien. Die Jury verweist darauf, dass Ursula Krechel eine der ersten feministischen Autorinnen der Bundesrepublik ist und literarisches Neuland eröffnete. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Der Preisverleihung findet am 16.
Dezember in München statt.

Großbritannien gibt Kulturgüter zurück nach Afghanistan

Neun Bodhisattva-Köpfe und eine Figur aus Gips, hergestellt zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert in Afghanistan, das zu damaliger Zeit noch mehrheitlich buddhistisch geprägt war: Diese Kulturgüter, die 2002 auf dem Londoner Flughafen beschlagnahmt worden waren, werden nun - knapp zwei Jahrzehnte nachdem die Taliban die monumentalen Buddha-Statuen im Bamian-Tal zerstörten - zurück nach Afghanistan geschickt. Das teilte Scotland Yard mit. Die späte Rückführung sei der instabilen Situation im Land geschuldet. Das British Museum teilte mit, dass seit 2009 rund 2350 meist illegal gehandelte Objekte aus Afghanistan, dem Irak und Usbekistan mithilfe der Museumsexperten wieder an ihren Herkunftsort gebracht werden konnten.

Berliner Veranstalter entschuldigt sich beim israelischen Botschafter

Moritz van Dülmen, Chef der Agentur Kulturprojekte Berlin, die für die Bühnenshow zum 30. Geburtstag des Mauerfalls verantwortlich zeichnet, hat sich für den israelischen Schriftzug entschuldigt, der auf Deutsch "Schluss mit der Besatzung" bedeutet. Er habe mit dem israelischen Botschafter telefoniert, so van Dülmen. Ihm sei die Bedeutung des Schriftzugs nicht bewusst gewesen. "Das entschuldet es aber nicht." Kulturprojekte Berlin hatte sich bereits am Sonntag auf Facebook entschuldigt. Der hebräische Satz sei Teil einer künstlerischen Videosequenz von rund 20 friedlichen Protestaktionen weltweit gewesen.

Dirigent Werner Andreas Albert gestorben

84 Jahre wurde er alt - der Karajan-Schüler Werner Andreas Albert. Das meldet der Bayerische Rundfunk. Nach seinem Studium und dem Debüt mit Yehudi Menuhin in Mannheim ging es beruflich schnell bergauf: Vom Ersten Kapellmeister der Nordwestdeutschen Philharmonie zu deren Chefdirigent. Nach Abstechern ins Ausland leitete er die Nürnberger Symphoniker und das Bayerische Jugendorchester. Bis 1998 hatte er das Queensland Symphony Orchestra in Brisbane, Australien, dirigiert.

DuMont-Mann Kauerauf verlässt "Berliner Verlag"

"Jens Kauerauf verbleibt in der DuMont-Gruppe." Mit diesem knappen Satz zieht der neue Eigentümer des "Berliner Verlags", Holger Friedrich, einen weiteren Strich unter die Geschäftsführung des Vorgängers. Gegenüber MEEDIA kündigte Friedrich zudem an, die Zahl von 24 Einzelgesellschaften bei den Printunternehmen zu verringern. “Ziel ist, effizientere Strukturen zu schaffen, die geänderte Arbeitsweisen unterstützen und nicht behindern”, so Friedrich. Künftig soll es neue "Segmente" wie Marktorientierung, Logistik, Distribution und Redaktionen geben. Die endgültige Struktur stehe aber noch nicht fest. Zunächst soll darüber mit dem Management, den Sozialpartnern und den Mitarbeitern gesprochen werden.

Felicia Zeller erhält Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

"Ihre Figuren knallen sich mit Vorliebe Halbsätze vor den Latz – als spiegelten sie direktemang die Alltagserfahrung der Fragmentierung, forciert durch die Kommunikationsmedien der Gleichzeitigkeit." Aus diesem Grund wird die 1970 in Stuttgart geborene Autorin Felicia Zeller am 1. März mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet. Das teilte das Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur mit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird die Auszeichnung übergeben.

ProSiebenSat.1 plant Streamingdienst für Audio-Formate

Im nächsten Frühling soll es losgehen: Mit einem kostenlosen und einem Bezahl-Streamingdienst bei ProSiebenSat.1. Die Plattform mit dem Titel "FYEO - For Your Ears Only" solle unter anderem eigene Inhalte im Podcast-Format sowie Talksendungen und Dokumentationen produzieren. Laut einer Studie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hören rund 14 Prozent der Deutschen hören solche Formate mindestens einmal pro Woche. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind es 25 Prozent.

Der "radikale Poet" Enzensberger feiert 90. Geburtstag

Dichter, Schriftsteller, Denker und ein "wirklicher Enzyklopädist in unserem Jahrhundert", der sich für alles interessiere. Mit diesen Komplimenten hat der Filmemacher Alexander Kluge dem drei Jahre älteren Hans-Magnus Enzensberger zum 90. Geburtstag gratuliert. Der studierte Literaturwissenschaftler und Philosoph, der seine berufliche Laufbahn beim Rundfunk begann, nahm an den Tagungen der "Gruppe 47" teil, publizierte 1957 seinen ersten Gedichtband und wurde schon 1966 mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Als begleitender Beobachter der APO gab Enzensberger von 1965 bis 1975 das "Kursbuch" heraus und setzte sich über viele Jahrzehnte seines publizistischen Schaffens kritisch mit den Medien auseinander. Kluge wies im Deutschlandfunk Kultur darauf hin, dass ihn mit Enzensberger die "Stunde Null" verbinde: Die Auseinandersetzung beziehungsweise fehlende Auseinandersetzung der jungen Bundesrepublik mit ihrer NS-Vergangenheit habe sie beide umgetrieben.

Mehr Frauen beraten den vatikanischen Kulturrat

Papst Franziskus hat neue Mitglieder des Päpstlichen Rats für Kultur ernannt. Die Kardinäle kommen unter anderem aus Belgien, Lesotho, den Philippinen, Spanien, den USA und Venezuela. Zu den elf neuen Beratern gehören die ugandische Literaturwissenschaftlerin Dominica Dipio, die italienische Architektin Patricia Murray und die Kunstbeauftragte der Französischen Bischofskonferenz, Maud de Beauchesne-Cassanet. Geleitet wird der Rat weiterhin vom Kurienkardinal Gianfranco Ravasi.

Grütters will Schutz von Verlegern und Urhebern vorantreiben

"Wir müssen Leistungsschutzrecht und Verlegerbeteiligung jetzt zügig umsetzen: am besten indem wir beide vorziehen." Das kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf einer Fachkonferenz der Initiative Urheberrecht in der Berliner Akademie der Künste an. In beiden Fällen, so die CDU-Politikerin, gehe es um journalistische Qualität und mediale Vielfalt, und damit um den Kern unseres demokratischen Selbstverständnisses“, sagte die Staatsministerin. Nur mit der Verlegerbeteiligung könne die seit Jahrzehnten bewährte Praxis der engen Zusammenarbeit zwischen Autorinnen und Autoren und Verlagen in gemeinsamen Verwertungsgesellschaften innerhalb eines klaren Rechtsrahmens fortgesetzt werden, so Grütters. „Das ist nicht zuletzt für kleinere Verlage unabdingbar".Deshalb könnte nicht abgewartet werden, "bis auch der letzte Artikel der Richtlinie soweit diskutiert ist, dass er umgesetzt werden kann.“

Neue Leitung für Fürst-Pückler Museum und Park

Stefan Körner löst zum Jahreswechsel Gert Streidt als Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz ab. Das teilte die brandenburgische Kulturministerin Martina Münch mit. Sie sei überzeugt, dass Körner auch mit seinen internationalen Erfahrungen die Attraktivität des Standortes weiter erhöhen werde. Der 41-Jährige Kunsthistoriker ist derzeit Auktionator beim Berliner Kunsthaus Grisebach und arbeitete zuvor für die Esterhazy-Stiftung. Gert Streidt, Gründungsdirektor der Stiftung, geht in den Ruhestand und wünscht seinem Nachfolger "allzeit eine glückliche Hand und immer wieder neue Inspiration in der Beschäftigung mit dem ‘tollen‘ Pückler.“

Deutsche Stiftungen zufrieden mit der Regierung

Es zeige "die Wertschätzung der Bundesregierung": Dass die Große Koalition im kommenden Jahr einen Referentenentwurf zur Reform des Stiftungsrechts vorlegen wolle. Man freue sich über diese "ausdrückliche Anerkennung des gemeinnützigen Engagements", heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Man hoffe nun vor allem auf mehr Rechtssicherheit durch bundeseinheitliche Vorschriften. Die derzeitigen Rahmenbedingungen, wie wachsende Bürokratie und Rechtsunsicherheit erschwerten derzeit die Arbeit. Ebenso die anhaltende Niedrigzinsphase, deren ungeachtet die Zahl der Stiftungen in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf 22.743 gestiegen sei. Die geben pro Jahr 4,3 Milliarden Euro für das Gemeinwohl aus.

Kreative Tätigkeiten gut für Gesundheit

Kreative Beschäftigungen wie Tanzen und Singen können sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ausgewertet wurden mehr als 900 Publikationen zum gesundheitlichen Nutzen künstlerischer Tätigkeiten. So sei es eine positive Wirkung der Künste, dass Kinder länger schlafen und sich in der Schule besser konzentrieren können, wenn ihnen vor dem Einschlafen vorlesen werde. Singen verbessere unter anderem die Aufmerksamkeit und geistige Fähigkeiten. Bei Demenzkranken könne Musik das Erinnerungsvermögen fördern.

Frank Thelen verlässt "Die Höhle der Löwen"

“Ich bin so etwas wie der ‘Ur-Löwe’", sagt der Investor Frank Thelen. Aber nach sechs Staffeln der Gründershow beim TV-Sender Vox sei es “Zeit, neue Wege zu gehen”. Bis zum kommenden Frühjahr werde er noch dabei sein, sich dann aber wieder auf seine Arbeit als Unternehmer konzentrieren. “Für jede Staffel bin ich im Endeffekt 30 bis 40 Tage eingespannt – das ist zu viel, wenn man eine erfolgreiche Technologie-Investmentgesellschaft aufbauen will.”

Eine Milliarde Stimmen küren Gewinner der US-"People's Choice Awards"

"Jeder kann etwas bewirken." Mit dieser Aufforderung hat die Sängerin Pink den Preis als "Champion of the People" für ihr gemeinnütziges Engagement entgegengenommen. "Wenn du das Gefühl hast, als ob du nicht von Bedeutung bist, als ob dein Leben keine Bedeutung hat, dann bring dich ein!", sagte die 40-Jährige. Abräumer bei den US-amerikanischen "People's Choice Awards", die in 43 Kategorien vergeben werden, sind die Marvel-Helden. Nach Angaben des verantwortlichen Fernsehsenders wurden in diesem Jahr über eine Milliarde Stimmen abgegeben.

Neil Young beantragt US-Staatsbürgerschaft

Wie der kanadische Rockmusiker auf seiner Website mitteilte, will Neil Young US-Amerikaner werden, um bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr wählen zu können. Er habe bereits eine Befragung absolviert, so der 73-Jährige. Das Verfahren sei jedoch durch seinen Cannabis-Konsum kompliziert. Deshalb gebe es eine weitere Befragung. Young hatte US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr untersagt, seinen Hit "Rockin' the Free World" bei Wahlkampfveranstaltungen zu spielen.

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