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Donnerstag, 17.06.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 24. März 2021

Sänger Daniel Küblböck für tot erklärt

Der Sänger Daniel Küblböck ist vom Amtsgericht Passau für tot erklärt worden. Eine entsprechende Mitteilung ist im Bundesanzeiger des Justizministeriums in Berlin veröffentlicht worden. Als Todeszeitpunkt ist der 9. September 2018 angegeben. Der aus Niederbayern stammende Sänger verschwand damals von einem Kreuzfahrtschiff vor Neufundland/Kanada. Ein Überwachungsvideo des Schiffes zeigte, dass zur fraglichen Zeit eine Person von Bord sprang. Die Behörden gingen von Suizid aus. Mehrere Medien hatten am Mittwoch über die Todeserklärung berichtet. Daniel Küblböck hatte 2003 in der ersten Staffel der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" den dritten Platz belegt.

Deckenmaler Peter Schubert gestorben

Der vor allem mit seiner Deckenmalereien bekannt gewordene Künstler Peter Schubert ist tot. Der Maler starb bereits am Sonntag in seinem Berliner Atelier im Alter von 92 Jahren, wie die Peter Schubert Gesellschaft unter Berufung auf die Familie mitteilte. Zu seinen Arbeiten zählen etwa die Deckenmalereien in der großen Orangerie des Schlosses Charlottenburg. Der aus Dresden stammende Schubert lernte bei Willi Baumeister in Stuttgart, Fernand Léger in Paris und Hans Uhlmann in Berlin. Mit der Arbeit im Schloss Charlottenburg stieg er auf die Deckenmalerei um.
Werke von ihm finden sich in der deutschen Botschaft im Vatikan genauso wie etwa im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken, dem Bundeshaus in Berlin oder der Dorfkirche im brandenburgischen Damsdorf.

Achim Bonte wird Berliner Staatsbibliothek leiten

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat den Germanisten und Historiker Achim Bonte zum künftigen Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin bestimmt. Das teilte die Stiftung in Berlin mit. Bonte folgt ab September auf Barbara Schneider-Kempf, die nach 17 Jahren an der Spitze der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek Deutschlands in den Ruhestand geht. Bonte ist seit 2018 Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte ihn als "ausgewiesenen Fachmann mit klaren Vorstellungen für die Bibliothek des 21. Jahrhunderts".

Gericht: Design von Legosteinen ist schutzwürdig

Der Spielzeughersteller Lego hat einen Gerichtserfolg errungen, der günstigeren Alternativanbietern das Geschäft erschweren könnte. Das Europäische Gericht hat in einem Urteil entschieden, dass das Design der Bausteine schutzwürdig ist. Damit kassiert das Gericht eine Entscheidung des Amts der Europäischen Union für Geistiges Eigentum (EUIPO). In dem Streit geht es darum, ob das Aussehen von Legosteinen vor allem technischer Natur ist. Bislang haben Gerichte diese Frage bejaht und somit anderen Unternehmen ermöglicht, ebenfalls Klemmbausteine herzustellen und zu verkaufen. Das Urteil könnte dazu führen, dass andere Anbieter wegen des schutzwürdigen Designs der Legosteine nun ihre Produkte möglicherweise nicht mehr in der klassischen Form herstellen können.

Russische Behörden ermitteln gegen "Körperwelten"

Die russischen Behörden haben Ermittlungen gegen die "Körperwelten"-Ausstellung des deutschen Anatomen Gunther von Hagens eingeleitet. Es müsse geprüft werden, ob die Ausstellung "moralische Werte" und die Gefühle von Gläubigen verletzte, erklärte der Leiter des Untersuchungsausschusses. Die Ausstellung mit plastinierten menschlichen Körpern und Körperteilen läuft seit dem 12. März in Moskau. Eine Online-Petition gegen "Körperwelten" hat bisher 900 Unterschriften gesammelt. Seit den 90er Jahren zieht von Hagens mit "Körperwelten" um die Welt und sorgt dabei immer wieder für Kontroversen. Der 76jährige macht geltend, dass er nur die Leichen von Menschen ausstelle, die vor ihrem Tod ausdrücklich zugestimmt hätten.

Arbeiter in dänischem Kunstwerk umgekommen

Ein Handwerker ist bei Reparaturarbeiten im Inneren einer riesigen Skulptur in Dänemark ums Leben gekommen. Er habe in einem 30 Meter hohen Stahlrohr der Kunstinstallation "Elia" von Ingvar Cronhammar in der Nähe der Stadt Herning festgesessen, teilte die Polizei mit. Der 46-Jährige habe sich etwa zwei Meter unterhalb der Spitze des Kunstwerks befunden, man habe ihn aber nicht hochziehen können. Als man ihn am späten Abend letztlich herausbekommen habe, sei er für tot erklärt worden. Die genaue Ursache ist noch unbekannt. Die Installation "Elia" besteht aus einer großen Stahlkuppel mit einem Durchmesser von 60 Metern, von dem vier an Schornsteine erinnernde Stahlsäulen in die Luft ragen.

Bund stockt Hilfen für Kinofilm- und Seriendrehs auf

Der Bund stockt den pandemiebedingten Ausfallfonds für die Kinofilm- und Serienproduktion um weitere 19 Millionen Euro auf. Damit erhöht sich der Bundesanteil an dem Fonds auf bis zu 69 Millionen Euro, hinzu kommen rund 31 Millionen Euro der Länder, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte. Insgesamt stehen damit für die Abfederung pandemiebedingter finanzieller Risiken bei Kinofilm- und Serienproduktionen in Deutschland nun bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Maas für Rückgabe von Benin Bronzen

In der Debatte um die als Raubgut geltenden Benin-Bronzen in deutschen Museen hat sich Außenminister Heiko Maas für die Rückgabe der Kunstschätze stark gemacht. "Das ist eine Frage der Gerechtigkeit", sagte der SPD-Politiker in Berlin.
Man arbeite mit Beteiligten in Nigeria und in Deutschland daran, einen gemeinsamen Rahmen aufzubauen. Dazu gehöre eine Kooperation mit dem geplanten Museum of West African Art in Benin-City. Die aktuelle Debatte dreht sich vor allem um die geplante Präsentation von historischen Objekten aus dem Königreich Benin im Berliner Humboldt Forum, das über mehr als 500 Bronzen und andere Objekte verfügt. Sie stammten größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Jazzfestival Moers will Corona trotzen

Mit großem Aufwand will das renommierte Jazzfestival Moers der Corona-Pandemie trotzen. Wenigstens einigen Hundert Zuschauern soll der Besuch der Konzerte ermöglicht werden, kündigte der künstlerische Leiter Tim Isfort an Ein Schnelltestzentrum und freiwillige Helfer, die als "Jazzpolizei" Abstände kontrollieren, sollen die Sicherheit gewährleisten. Geplant ist, dass über 200 Musikerinnen und Musiker beim Pfingsttreffen der zeitgenössischen Jazzmusik auftreten. Konzertbesucher müssen sich online anmelden, für die Rückverfolgung. Die Livestreams sind kostenlos. 2020 konnten die Musiker nur vor wenigen Journalisten und Technikern spielen, alle Konzerte wurden aber per Livestream übertragen.

Düsseldorf: Intendant will Rassismus-Vorwürfe aufklären

Die Rassismus-Vorwürfe am Düsseldorfer Schauspielhaus sollen weiter aufgearbeitet werden. Intendant Wilfried Schulz sagte im WDR3-Interview, eine Person von außen solle versuchen, die Vorwürfe aufzuklären. Einen Namen könne er noch nicht nennen, er sei aber im Gespräch mit den Aufsichtsgremien bei Stadt und Land. Ensemble-Mitglied Ron Iyamu hatte erklärt, er sei mehrfach von einem Regisseur und Kollegen rassistisch beleidigt worden. Intendant Schulz sagte, er hätte spätestens im Sommer des vergangenen Jahres das Gespräch mit Iyamu suchen müssen. Das sei sein Versäumnis und dafür bitte er um Entschuldigung.

Studie: Jeder Fünfte musiziert

Rund 14,3 Millionen Bundesbürger musizieren in ihrer Freizeit. Das zeigt erstmals eine in Bonn veröffentlichte Studie für das Deutsche Musikinformationszentrum (miz), eine Einrichtung des Deutschen Musikrates. Unter den 18,8 Prozent der Musizierenden ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit 48,4 Prozent besonders hoch. In dieser Gruppe wiederum sind Jungen und Mädchen aus Familien mit einem hohen sozioökonomischen Status mit 63 Prozent besonders stark vertreten. Zu den beliebtesten Instrumenten zählen Gitarre und Klavier, bei den jungen Musikern auch die Blockflöte. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Musikfreunde mit 24 Prozent in Süddeutschland, im Osten ist er mit elf Prozent am niedrigsten.

Juraprofessor will Fall Gurlitt mit Strafanzeige aufrollen

Die Ermittlungen der Augsburger Staatsanwaltschaft gegen den Kunstsammler Cornelius Gurlitt bekommen ein juristisches Nachspiel. Der Münsteraner Juraprofessor Thomas Hoeren und der Münchner Rechtsanwalt Johannes Wasmuth haben Strafanzeige beim Münchner Generalstaatsanwalt gegen den leitenden Staatsanwalt gestellt, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtete. Zur Begründung sagt Hoeren der Zeitung: Es gehe darum zu zeigen, "dass der Staat nicht mit den Mitteln der Strafverfolgung ganz anders geartete Probleme aufarbeitet, nämlich die grundsätzliche Frage, wie Deutschland mit NS-Raubkunst umzugehen hat". Der 2014 verstorbene Cornelius Gurlitt war Erbe der mehr als 1.500 Werke umfassenden Kunstsammlung seines Vaters, des NS-Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt.

USA ehren Alben von Janet Jackson und Nas

Janet Jacksons Album "Rhythm Nation 1814", Louis Armstrongs jazziges Werk "When the Saints Go Marching In" und Nas' Debutalbum "Illmatic" sind mit 22 weiteren Tonaufnahmen ins Nationale Aufnamenregister der USA aufgenommen worden. Auch Labelles Song "Lady Marmalade" and Kool & the Gangs "Celebration" waren dieses Jahr unter den Titeln, die für erhaltenswert befunden wurden, wie die Kongressbibliothek mitteilte. Die Bibliothek wählt die Werke aufgrund ihrer kulturellen und historischen Bedeutung aus. Sie müssen mindestens zehn Jahre alt sein.

Veranstaltungsbranche fordert Corona-Öffnungen

Die Veranstaltungsbranche fordert, Veranstaltungen zumindest für Menschen, die gegen Corona geimpft sind oder getestet wurden, wieder zu zuzulassen. "Getestet oder geimpft muss ausreichen, um eine Veranstaltung besuchen zu dürfen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), Jens Michow, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er verwies auf einen Modellversuch der Technischen Universität Berlin, der Berliner Charité sowie des Robert Koch-Instituts, nach dem das Ansteckungsrisiko bei einem Theaterbesuch niedriger sei als im Supermarkt. Bei dem Pilotprojekt sind bis Anfang April neun Veranstaltungen geplant. Besucher müssen sich vorher auf das Coronavirus testen lassen. Den Auftakt machten am Wochenende rund 350 Gäste im Berliner Ensemble und circa 1.000 Besucher bei einem Testkonzert der Berliner Philharmoniker.

US-Schauspieler George Segal gestorben

Der US-Schauspieler George Segal ist tot. Er starb nach Angeben seiner Familie im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Bypass-Operation. Im Laufe seiner Karriere spielte Segal in zahlreichen Filmen wie "Die Brücke von Remagen", "Mann, bist du Klasse!" oder der Komödie der Komödie "Kuck mal, wer da spricht!", aber auch in der Serie "Die Goldbergs". Bekannt wurde er vor allem durch den Film "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" von 1966 an der Seite von Elizabeth Taylor und Richard Burton. Für seine Leistung wurde er als Bester Nebendarsteller für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert.

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