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Kulturnachrichten

Freitag, 29. September 2017

Sachsens Kultusministerin Kurth zurückgetreten

Aus "privaten Gründen"

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth hat bei Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) ihren Rücktritt eingereicht. Das wurde von ihrem Sprecher bestätigt. Der Schritt habe ausschließlich private Gründe, sagte er. "Frau Kurth setzt damit einen langgehegten Plan um." Wer sie kenne, wisse, dass sie nicht hinwerfe. Und sie "gehe auch nicht im Groll", schrieb Kurth selbst in ihrem Blog. "Aber jetzt ist es für mich Zeit zu gehen. Es sind allein persönliche Gründe, die mich zu diesem Schritt bewegen." Kurth war seit 2012 Kultusministerin in Sachsen. Angesichts des Lehrermangels im Freistaat stand sie seit langem in der Kritik.

Schauspieler Andreas Schmidt gestorben

Darsteller aus "Sommer vorm Balkon" wurde 53 Jahre alt

Der Schauspieler Andreas Schmidt ist tot. Er starb im Alter von 53 Jahren nach längerer Krankheit in Berlin, wie seine Agentin mitteilte. Schmidt wuchs im Märkischen Viertel in West-Berlin auf. Nachdem er als Jugendlicher Sänger in einer Rockband war, studierte er Germanistik und Philosophie, später auch Schauspiel und Regie. Sein Kinodebüt hatte er 1987 in "Peng! Du bist tot!". Bekannt wurde er als Darsteller in Filmen wie "Sommer vorm Balkon" und "Fleisch ist mein Gemüse", zuletzt in "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen". Ausserdem wirkte Schmidt in zahlreichen Fernsehreihen wie "Tatort" und "Polizeiruf 110" mit.

Viele Unterstützer für "Kulturausschuss schützen"

Initiative will Mitspracherecht für AfD-Politiker verhindern

Die Initiative "Kulturausschuss schützen" hat innerhalb von drei Tagen mehr als 10 000 Unterstützer gewonnen. Sie will vermeiden, dass Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) zukünfig den Vorsitz im Kulturausschuss besetzen dürfen. Bisher haben auf der Online-Seite 11 700 Menschen den Offenen Brief einer parteiübergreifenden Initiative an den Ältestenrat des Bundestags unterschrieben. Darin heißt es, es dürfe nicht passieren, dass eine "rechtsradikale Partei" an einer der sensibelsten Stellen des parlamentarischen Systems ihr "nationalistisches Gift" injiziere. Man wolle auch vermeiden, dass "die AfD parlamentarischer Ansprechpartner unserer Partner im Ausland für den Bereich Kultur und Medien wird". Erst-Unterzeichner der Initiative sind u.a. die Schauspielerin Iris Berben, die Präsidenten des Bühnenvereins, des Goethe-Instituts und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sowie Politiker von CDU, CSU, SPD, den Grünen und den Linken.

Kunstsammlerin Gabriele Henkel tot

Witwe des Firmenpatriarchen Konrad Henkel wurde 85 Jahre alt

Die Düsseldorfer Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel ist tot. Das teilte der Henkel-Konzern im Namen der Familie mit. Die Witwe des 1999 gestorbenen Firmenpatriarchen Konrad Henkel wurde 85 Jahre alt. Sie hatte für den Henkel-Konzern über Jahrzehnte eine hochkarätige Kunstsammlung aufgebaut und galt als "Grande Dame" der Düsseldorfer Kunstszene. 2016 wurde die Sammlung in Düsseldorf erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, darunter auch Werke der amerikanischen Moderne von Ellsworth Kelly und Frank Stella, sowie Arbeiten von Gerhard Richter. 1983 erhielt die ausgebildete Journalistin Gabriele Henkel einen Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Universität Wuppertal, später wurde sie dort Honorarprofessorin für Kommunikationsdesign.

"Opernhaus des Jahres" steht in Lyon

Zeitschrift "Opernwelt" kürt zum ersten Mal ein französische Haus

Der Titel "Opernhaus des Jahres" geht an die Opéra de Lyon. Nach einer Umfrage der Fachzeitschrift "Opernwelt" unter 50 Kritikern aus Europa und den USA wurde das Haus unter Leitung von Serge Dorny für sein experimentierfreudiges Programm und die hohe künstlerische Qualität gelobt. Als beste Sängerin ging aus der Umfrage Anja Harteros hervor. Sie erhält den Titel zum zweiten Mal nach 2009 und wurde für ihre Rolle der Maddalena in Umberto Giordanos "Andrea Chénier", der Elisabeth in Richard Wagners "Tannhäuser" an der Bayerischen Staatsoper und der Sieglinde in der Salzburger "Walküre" ausgezeichnet. "Sänger des Jahres" ist nach der Umfrage Matthias Klink, unter anderem für seinen Auftritt als Alwa in Alban Bergs "Lulu" an der Hamburgischen Staatsoper. Zum "Besten Nachwuchskünstler" wurde der Choreograf Demis Volpi für seine Stuttgarter Inszenierung von "Death in Venice" gekürt. Der Stuttgarter Opernchor wurde zum siebten Mal seit 2002 "Chor des Jahres".

Marcel Proust zahlte für positive Kritiken in Zeitungen

Das belegen jetzt aufgetauchte Briefe des Schriftstellers

Der französische Schriftsteller Marcel Proust hat für gute Buchkritiken Geld bezahlt. Der Autor schrieb die Rezensionen zu einem seiner Romane selbst und sorgte dafür, dass sie in führenden Zeitungen erschienen, wie jetzt aufgetauchte Briefe des Schriftstellers belegen. Für eine Lobeshymne auf den Roman "In Swanns Welt", den 1913 erschienenen ersten Teil des Mehrteilers "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", zahlte der wohlhabende Autor demnach 300 Francs - heute umgerechnet etwa 1000 Euro. Die Rezension erschien auf der Titelseite der Tageszeitung "Le Figaro". Mehr als doppelt so viel, 660 Francs, zahlte der Schriftsteller für eine begeisterte Kritik seines Romans auf der Titelseite des "Journal des Débats".

Trauer um Erich Schneider-Wessling

Umweltbewusstes Bauen zeichnete den Architekten aus

Der Architekt Erich Schneider-Wessling ist tot. Das teilte die Berliner Akademie der Künste mit, deren Mitglied Schneider-Wessling war. Schneider-Wessling stammt aus Starnberg und studierte an der TH München. Nach dem Studium prägte ihn die Mitarbeit bei den einflussreichen Architekten Frank Lloyd Wright und Richard Joseph Neutra in den USA, bevor er sich als Architekt in Köln niederließ. Als Vorreiter für umweltbewusstes Bauen gewann er den Gottfried Semper Architekturpreis der Sächsischen Akademie der Künste. Der Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt sagte: „Erich Schneider-Wessling hat für seine Arbeit den Begriff "reale Architektur" erfunden – eine Architektur, die sich an Ort, Natur, Klima, Technik, Ökonomie, Kommunikation orientiert und am Individuum.“ Seit 1972 hatte Schneider-Wessling einen Lehrstuhl an der Akademie der Bildenden Künste München und war später auch Gastprofessor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Erich Schneider-Wessling starb mit 86 Jahren in Köln.

Udo Lindenbergs Leben als Kinofilm geplant

Am Schlagzeug begann der Musiker seine Karriere

Das Lebensgeschichte des Rockmusikers Udo Lindenberg soll verfilmt werden. Eine Sprecherin der Filmgesellschaft Studio Hamburg bestätigte das Vorhaben. Für 2018 sei der Drehbeginn geplant, als Regisseurin ist die Grimmepreisträgerin Hermine Huntgeburth vorgesehen. Im Fokus soll dabei die Zeit zwischen 1965 bis 1975 stehen, die für Udo Lindenbergs Karriere besonders entscheidend war und die frühen Jahre und den Aufstieg des Musikers dokumentiert. In dem Streifen soll es um Lindenbergs Jugend in Gronau gehen, seine Zeit als Kellner in Düsseldorf und Hamburg sowie die Entscheidung, auf Deutsch zu singen. Die Finanzierung für den Film ist noch nicht geklärt.

Sachbuchautor Jürgen Roth mit 71 Jahren gestorben

Kernthemen waren Korruption und Wirtschaftskriminalität

Der Enthüllungsautor Jürgen Roth ist tot, das teilte der Heyne-Verlag mit. Als investigativer Journalist beschäftigte er sich seit den 1970er Jahren mit Wirtschaftskriminalität, Waffengeschäften und Mafia-Strukturen in Deutschland. Roth war nicht unumstritten: ihm wurde Skandalisierung vorgeworfen und dass seine Behauptungen nicht immer genügend belegt seien. Nach verschiedenen Rechtsstreiten musste er Texte zurückziehen. In "Die Verbrecher-Holding" von 1992 beleuchtete er die internationalen Machenschaften von Funktionären und korrupten Managern im Sport. Zuletzt erschien von ihm 2016 das Buch "Schmutzige Demokratie" in dem er nach Ursachen für den Verfall der Demokratie suchte.

Wim-Wenders-Stipendium für fünf Filmprojekte

Die Stipendiaten hätten ihn vom Hocker gerissen, sagte Wenders

Fünf Filmprojekte sind in Düsseldorf mit dem Wim-Wenders-Stipendium ausgezeichnet worden. Das Stipendium, das jährlich mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro ausgelobt wird, soll jungen Regisseuren Freiraum für die unabhängige und eigenständige Entwicklung ihrer filmischen Ideen verschaffen, wie die Wim-Wenders-Stiftung und die Film- und Medienstiftung NRW mitteilten. "In diesem Jahr haben uns die Stipendiaten allesamt echt vom Hocker gerissen", sagte der Juryvorsitzende Wenders. Mit jeweils 30.000 Euro wurden zwei experimentelle Dokumentarfilme ausgezeichnet: "Freetime Mermaid" von Miriam Gossing und Lina Sieckmann wirft einen künstlerisch-essayistischen Blick auf "Mermaiding"-Frauen, die sich aus den unterschiedlichen Gründen als Meerjungfrauen inszenieren. "The Way We Were" von Martin Persiel führt in eine Zukunft, in der Vögel beinahe ausgestorben sind und sich Menschen an deren Gesang erinnern.

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