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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 29.08.2018

SachbuchbestenlisteDie 10 besten Sachbücher im September

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(Deutschlandradio)
"Wie Demokratien sterben" der Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt hat es auf Platz eins unserer Bestenliste geschafft. (Deutschlandradio)

Deutschlandfunk Kultur, ZDF und "Die Zeit" präsentieren gemeinsam die stärksten Sachbücher des Monats. Gekürt werden die Titel von einer Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern.

1 (1) Steven Levitsky/Daniel Ziblatt: "Wie Demokratien sterben"
Aus dem Englischen von Klaus-Dieter Schmidt
Deutsche Verlags-Anstalt, 320 Seiten, 22 Euro

Die Autoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt beschreiben den Auflösungsprozess von Demokratien (Deutsche Verlags-Anstalt/Deutschlandradio)Die Autoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt beschreiben den Auflösungsprozess von Demokratien. (Deutsche Verlags-Anstalt/Deutschlandradio)

Demokratien sterben mit einem Knall oder mit einem Wimmern – wobei das Sterben mit einem Wimmern üblicher ist. Und gefährlicher, weil die Bürger erst aufwachen, wenn es zu spät ist. Mit Blick auf die USA, Lateinamerika und Europa zeigen die Politologen Levitsky und Ziblatt, wie demokratische Prozesse ausgehöhlt werden. Und sie sagen, was wir tun können, um solche Entwicklungen zu stoppen. 89 Punkte

Hier erfahren Sie mehr über das Buch.


2 (-) Ronan Farrow: "Das Ende der Diplomatie"
Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm, Heide Lutosch, Hans-Peter Remmler, Gabriele Würdinger
Rowohlt, 480 Seiten, 22 Euro

Zeichnung eines US-Soldaten auf einem Panzer / Cover: "Das Ende der Diplomatie" (Bild: Imago / Cover: Rowohlt Verlag)Statt auf zivile Optionen setzt das Weiße Haus zunehmend auf Militär und Geheimdienste, vor den Folgen warnt der Politologe Ronan Farrow. (Bild: Imago / Cover: Rowohlt Verlag)

Amerikas Außenpolitik dankt ab. Immer mehr Büros im State Department stehen leer. Statt auf zivile Optionen setzt das Weiße Haus auf Militär und Geheimdienste. In seinem Buch warnt der Ex-Diplomat Ronan Farrow vor den desaströsen Folgen dieser Politik, die lange vor Trump begann, mit Beispielen aus Afghanistan und Irak, Somalia, Syrien und Ägypten. Ein Warnruf, der gerade Europäer aufschrecken muss. 62 Punkte

Hier erfahren Sie mehr über das Buch.


3 (-) Catrin Misselhorn: "Grundfragen der Maschinenethik"
Reclam, 283 Seiten, 9,80 Euro

Cover von Catrin Misselhorn: "Grundfragen der Maschinenethik", im Hingergrund ist eine Gruppe von Robotern zu sehen, die einem Roboter auf einem Bildschirm zuschaut (Reclam / imago stock&people / Collage: DLF Kultur)Können Maschinen moralisch handeln? Dieser Frage geht Catrin Misselhorn in "Grundfragen der Maschinenethik" nach. (Reclam / imago stock&people / Collage: DLF Kultur)

Maschinen werden immer selbstständiger, autonomer, intelligenter. Ihr Vormarsch ist kaum mehr zu stoppen. Dabei geraten sie in Situationen, die moralische Entscheidungen verlangen. Doch können Maschinen überhaupt moralisch handeln? Die Philosophin Catrin Misselhorn erläutert die Grundlagen einer neuen Disziplin an der Schnittstelle von Philosophie, Informatik und Robotik. 58 Punkte


4 (-) Valentin Groebner: "Retroland. Geschichtstourismus und die Sehnsucht nach dem Authentischen"
S. Fischer, 224 Seiten, 20 Euro

Cover von Valentin Groebner: "Retroland", im Hintergrund ist ein deutsches Gasthaus zu sehen (S. Fischer / imago/Becker&Bredel / Collage: DLF Kultur)Wir reisen gerne an Orte, an denen die Zeit vermeintlich stehen geblieben ist, stellt Valentin Groebner fest. (S. Fischer / imago/Becker&Bredel / Collage: DLF Kultur)

Geschichtstourismus liegt im Trend. Aber warum eigentlich? Was suchen wir im "Retroland"? Historische Altstädte, Kolonialidyllen und urtümliche Alpendörfer: Wir reisen an Orte, an denen die Zeit vermeintlich stehengeblieben ist. Der Historiker Valentin Groebner erzählt von den Hotspots des Geschichtstourismus und der falschen Hoffnung, dort das Paradies zu finden. 56 Punkte

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5 (-) Adam Tooze: "Crashed. Wie zehn Jahre Finanzkrise die Welt verändert haben"
Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz, Karsten Petersen, Thorsten Schmidt
Siedler, 800 Seiten, 38 Euro

Cover von Adam Tooze: "Crashed", im Hintergrund ist die Fassade des Gebäudes von Lehman Brothers zu sehen (Siedler / dpa/picture alliance / Collage: DLF Kultur)Die Finanzkrise ist noch lange nicht zu Ende, zeigt der britische Historiker Adam Tooze. (Siedler / dpa/picture alliance / Collage: DLF Kultur)

Als die US-Großbank Lehman Brothers 2008 zusammenbrach, war dies der Tiefpunkt der Finanzkrise. Und obwohl der totale Kollaps verhindert wurde, ist die Krise noch lange nicht Geschichte. Der britische Historiker Adam Tooze zeigt: Nicht nur die Stabilität Europas ist ins Wanken geraten, erschüttert wurde auch das Vertrauen in die Kraft der Globalisierung – so trug die Krise zum Aufstieg der Populisten bei. 49 Punkte


6 (-) Hanno Rauterberg: "Wie frei ist die Kunst?"
Edition Suhrkamp, 141 Seiten, 14 Euro

Buchcover Hanno Rauterberg: "Wie frei ist die Kunst?" (Suhrkamp / picture alliance / dpa / Mariusz Smiejek)Hanno Rauterberg zeigt auf, wo die Kunstfreiheit steht. (Suhrkamp / picture alliance / dpa / Mariusz Smiejek)

Gemälde werden abgehängt, Skulpturen vernichtet, Filmhelden ausradiert: Ein heftiger Kulturkampf durchzieht die Museen, Kinos und Theater. Droht das Ende der Kunstfreiheit? Eine Zensur von unten? Hanno Rauterberg zeigt, was sich dahinter verbirgt. Gefährdet politische Korrektheit die Autonomie der Künstler? Ein Essay über das wichtigste kulturelle Problem unserer Epoche. 47 Punkte

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7 (-) David Graeber: "Bullshit – Jobs"
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
Klett-Cotta, 464 Seiten, 26 Euro

Cover von David Graeber: "Bullshit - Jobs", im Hintergrund ist ein Großraumbüro zu sehen (Klett-Cotta / picture alliance/dpa / Collage: Dlf Kultur)Was macht der technische Fortschritt mit unserer Arbeitswelt? Das ergründet David Graeber in "Bullshit - Jobs". (Klett-Cotta / picture alliance/dpa / Collage: Dlf Kultur)

Im Zuge des technischen Fortschritts sind zahlreiche Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt worden. Trotzdem ist die durchschnittliche Arbeitszeit nicht etwa gesunken, sondern auf durchschnittlich 41,5 Wochenstunden gestiegen. Wie konnte es dazu kommen? David Graeber zeigt, warum immer mehr überflüssige Jobs entstehen und welche verheerenden Konsequenzen dies für unsere Gesellschaft hat. 46 Punkte

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8 (-) Carlo Rovelli: "Die Ordnung der Zeit"
Aus dem Italienischen von Enrico Heinemann
Rowohlt, 192 Seiten, 20 Euro

Cover Carlo Rovelli: "Die Ordnung der Zeit", im Hintergrund ist das Ziffernblatt einer Uhr zu sehen (Rowohlt / picture alliance/dpa / Collage: DLF Kultur)Physiker Carlo Rovelli macht sich Gedanken um ein Phänomen, das uns alle beschäftigt: die Zeit. (Rowohlt / picture alliance/dpa / Collage: DLF Kultur)

Kaum etwas interessiert Physiker so sehr wie der Begriff der Zeit. Seit Einstein sie mit der Raumzeit zusammengepackt und der Gravitation unterworfen hat, wird sie von Wissenschaftlern umrätselt. Zwar kommen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heute in den großen Theorien nicht mehr vor. Aber geht es wirklich ganz ohne die Zeit? Darum dreht sich das Buch des Ausnahme-Physikers Carlo Rovelli. 41 Punkte


9 (-) Birgit Schneider: Klimabilder. Eine Genealogie globaler Bildpolitiken von Klima und Klimawandel
Matthes & Seitz, 464 Seiten, 32 Euro

Cover von Birgit Schneider: "Klimabilder", im Hintergrund ist eine ausgetrocknete Landschaft zu sehen (Matthes & Seitz / imago / Collage: DLF Kultur)Cover von Birgit Schneider: "Klimabilder", im Hintergrund ist eine ausgetrocknete Landschaft zu sehen (Matthes & Seitz / imago / Collage: DLF Kultur)

Unsere Vorstellung vom Klimawandel stammt aus Bildern, mit denen die Wissenschaft ihre Erkenntnisse sichtbar macht. Diese Bilder müssen gedeutet werden. Genau dies unternimmt Birgit Schneider in ihrer politisch brisanten Untersuchung. Die Studie ist nicht zuletzt wichtig, um die Argumentationen all jener zu entkräften, die den Klimawandel noch immer als offene Frage inszenieren. 38 Punkte


10 (-) Madeleine Albright: "Faschismus. Eine Warnung"
Aus dem Englischen von Bernhard Jendricke und Thomas Wollermann
Dumont, 321 Seiten, 24 Euro

Buchcover: "Faschismus. Eine Warnung" von Madeleine Albright, im Hintergrund ist die Autorin selbst zu sehen (Dumont Verlag/imago/APress)Mit der Bedrohung durch den Faschismus beschäftigt sich Madeleine Albright in ihrem neuen Buch. (Dumont Verlag/imago/APress)

Weltweit kommt es zu einem Wiedererstarken antidemokratischer und repressiver Politik. Die amerikanische Ex-Außenministerin Madeleine Albright zeigt, welche Ähnlichkeit diese Tendenz mit dem Faschismus des 20. Jahrhunderts hat. Auf Grundlage ihrer Familiengeschichte und ihrer diplomatischen Karriere zeichnet sie die Gründe für die neue Bedrohung durch den Faschismus nach. 33 Punkte

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Die Jury der Sachbuch-Bestenliste:

René Aguigah (Deutschlandfunk Kultur)
Peter Arens (ZDF)
Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur)
Ralph Bollmann (FAS)
Stefan Brauburger (ZDF)
Alexander Cammann (DIE ZEIT)
Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel)
Heike Faller (DIE ZEIT)
Daniel Fiedler (ZDF)
Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch)
Manuel J. Hartung (DIE ZEIT),
Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur)
Kim Kindermann (Deutschlandfunk Kultur)
Inge Kutter (DIE ZEIT)
Hannah Lühmann (Die Welt)
Ijoma Mangold (DIE ZEIT)
Tania Martini (taz)
Susanne Mayer (DIE ZEIT)
Christoph Möllers (HU Berlin)
Jutta Person (freie Literaturkritikerin)
Bettina von Pfeil (ZDF),
Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung)
Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur)
Anne Reidt (ZDF)
Anna Riek (ZDF)
Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte)
Hilal Sezgin (freie Autorin)
Catrin Stövesand (Deutschlandfunk)
Elisabeth von Thadden (DIE ZEIT)
Julia Voss (Leuphana-Uni Lüneburg)

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