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Ortszeit / Archiv | Beitrag vom 07.01.2014

RusslandSotschi verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Zehntausende Uniformierte und Zivilbeamte sollen Olympischen Ort schützen

Von Gesine Dornblüth

Ein Blick auf den Olympischen Park in Sotschi (picture alliance / dpa / RIA Novosti / Alexander Vilf)
Ein Blick auf den Olympischen Park in Sotschi (picture alliance / dpa / RIA Novosti / Alexander Vilf)

Nach den Anschlägen von Wolgograd sorgen sich in Sotschi viele um die Sicherheit. Aber auch, ob alles rechtzeitig fertig wird, bereitet Beobachtern einen Monat vor Beginn der Spiele Bauchschmerzen.

Der Reporter des russischen Staatsfernsehens überschlug sich vor Begeisterung: Massenandrang im Skigebiet Rosa Chutor in Sotschi. Gestern kamen 8500 Skiläufer. Es war der letzte Tag, bevor die Anlage heute für Touristen geschlossen wurde, um die Pisten für die Olympiawettbewerbe vorzubereiten. Ein Urlauber:

"Wenn du von oben den Hang hinab siehst und auf die Pisten schaust, ahnst du, dass hier bald etwas ganz Großes abgeht."

In den verleibenden Wochen bis Olympia werden nun die Zuschauertribünen aufgebaut. Schneekanonen schießen zusätzlichen Kunstschnee auf die Pisten, Lieferanten bringen Möbel für das olympische Dorf. Aleksander Belokobylskij, Direktor des Skigebiets:

"Es geht nur noch um Kleinigkeiten. Wir richten die Zimmer ein, reinigen die Zufahrten, räumen den Schnee weg. Es wird alles gemacht, damit die Sportler pünktlich einziehen können."

Von heute an gelten in Sotschi verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Zivilschutzminister Putschkow hat die Einsatzkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Zehntausende Uniformierte und Zivilbeamte sollen für die Sicherheit sorgen. Sie kontrollieren unter anderem den Zutritt zu bestimmten Sicherheitszonen. Dabei werden sie von Kosaken verstärkt.

Besucher der Stadt müssen sich ab sofort binnen drei Tagen polizeilich anmelden – auch Russen. Gewöhnlich gilt diese Registrierungsvorschrift nur für Ausländer, und sie haben sieben Tage Zeit. Wer Sotschi mit dem eigenen Pkw besuchen möchte, muss den Wagen einige Dutzend Kilometer vor Sotschi stehen lassen und mit Bus oder Bahn weiterfahren. Im Ort selbst dürfen nur noch dort zugelassene Fahrzeuge oder solche mit Sonderakkreditierung verkehren.

Inwieweit diese Einschränkungen den Alltag in Sotschi belasten, ist noch nicht abzusehen. Heute feiert Russland Weihnachten, die meisten Menschen sind ohnehin zu Hause.

Unklar ist auch, wie sich die Lockerung des Demonstrationsverbotes auswirken wird. Präsident Putin hatte Protestaktionen in Sotschi ursprünglich komplett verboten. Das IOC äußerte Kritik. Daraufhin milderte Putin das Verbot ab. Nun sind Aktionen in bestimmten, noch zu definierenden Sonderzonen möglich – aber nur, wenn sie nicht unmittelbar mit Olympia zu tun haben. Ferner müssen sie von der Stadt, dem Innenministerium und dem Geheimdienst genehmigt werden. Die Behörden bestimmen auch die Höchstzahl der Teilnehmer. Das alles macht das Demonstrieren für Olympiakritiker wenig attraktiv.

Medienberichten zufolge hat Russland umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro in die Sicherheit der Spiele investiert. Die Sondervorschriften gelten bis zum 21. März, also auch noch einige Tage nach Ende der Paralympischen Spiele. Darüber, wie hoch das Risiko eines Anschlags in Sotschi trotz der enormen Schutzmaßnahmen ist, herrschen unter Experten unterschiedliche Meinungen.

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