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Kulturnachrichten

Freitag, 22. September 2017

Russland schickt Swjaginzew ins Oscar-Rennen

Jury stimmt für Regisseur des Films "Loveless"

Russland schickt seinen international anerkanntesten Regisseur Andrej Swjaginzew mit "Loveless" ins Rennen um den nächsten Oscar für den besten Auslandsfilm. Eine Jury votierte für den Film, der beim Festival in Cannes den Preis der Jury gewonnen hatte. "Loveless" erzählt vom Verschwinden eines Jungen im bitteren Scheidungskrieg seiner Eltern und lässt sich als Porträt der kaltherzigen Gesellschaft im modernen Russland verstehen. Swjaginzew wird wegen seiner kritischen Haltung in der Heimat oft angefeindet und gilt als Vertreter einer modernen, weltoffenen Kunst aus Russland. Er hatte sich schon 2015 mit dem Film "Leviathan" um die begehrte US-Filmtrophäe beworben, aber nicht gewonnen.

Joseph-Breitbach-Preis an Dea Loher verliehen

Berliner Dramatikerin erhält 50.000 Euro Preisgeld

Die Berliner Dramatikern Dea Loher hat in Koblenz den Joseph-Breitbach-Preis erhalten. Mit 50.000 Euro ist er einer der am höchsten dotierten deutschen Literaturpreise. Zu ihrem Werk gehören Dramen wie „Fremdes Haus und „Am schwarzen See", Libretti, Erzählungen und der Roman „Bugatti taucht auf". Die Laudatorin und Schriftstellerin Katja Lange-Müller sagte, Lohers vorläufige Gesamtwerk verbinde eine "hochkonzentrierte, differenzierte Sprache, poetisch, intensiv, intelligent und bar jeder Eitelkeit, eine Sprache, die wir hören, sogar dann, wenn wir sie bloß lesen". Die Jury erklärte, die 1964 im oberbayerischen Traunstein geborene Schriftstellerin Loher zeige, wie sich "das Unerträgliche in das Bewusstsein der Beteiligten und der Zeugen frisst und doch Raum für ein poetisches Sprechen lässt". Bisherige Träger des Joseph-Breitbach-Preises sind unter anderen Ingo Schulze, Herta Müller und Raoul Schrott.

Künstlerkollektiv besetzt Volksbühne

"Anti-Gentrifizierungszentrum" soll entstehen

Der Streit um die Berliner Volksbühne eskaliert: Aktivisten haben das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz besetzt. Sie wollten dort für zunächst drei Monate bleiben und ein eigenes Programm erstellen. Vor das Theater hängten sie ein Transparent mit dem Schriftzug "Doch Kunst" und verschlossen einige Türen des Gebäudes mit Ketten und Schlössern. Am Theater schwelt seit Monaten ein Streit um den Kurs des neuen Intendanten Chris Dercon, den Nachfolger des langjährigen Chefs Frank Castorf. Kritiker befürchten, dass die Volksbühne zu einem kommerzialisierten Eventtheater umgestaltet werden könnte. In dem Haus solle ein neues "Anti-Gentrifizierungszentrum" entstehen, kündigte eine Sprecherin der Besetzer an. Mehrere Hundert Menschen verfolgten das Statement im Foyer vor Ort. Es gehe nicht um die Personalie Chris Dercon. Der könne in der zweiten Spielstätte der Volksbühne am Tempelhofer Flughafen bleiben. In den kommenden drei Monaten sei ein Programm unter anderem aus Gastspielen, Festivals und Tagungen geplant. Zur Umsetzung ihrer Ziele hätten die Besetzer einen Verein und eine Stiftung gegründet. 48 Menschen hätten die Aktion seit Monaten geplant.

1,4 Millionen mehr für ostdeutsche Kultur

Bund fördert seit 2004 gezielt Kultureinrichtungen im Osten

Der Bund fördert bedeutende Kulturstätten im Osten Deutschlands mit weiteren fast 1,4 Millionen Euro. "Die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft in Ostdeutschland ist besonders reich an bedeutsamen Baudenkmälern und Museen. Sie sind für das Selbstverständnis und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft von unschätzbarer Bedeutung", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin. Deshalb sei es für den Bund eine wichtige Aufgabe, diese Kultureinrichtungen zusammen mit den Ländern und Kommunen zu erhalten und zu sanieren. In Sachsen-Anhalt erfährt das Schloss Mosigkau in Dessau-Roßlau zusätzliche Unterstützung. Seit Beginn des Förderprogramms "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland" im Jahr 2004 sind nach Angaben des Bundes rund 83 Millionen Euro in ostdeutsche Kultureinrichtungen und Projekte geflossen. Die Bundesmittel werden mindestens in gleicher Höhe durch Länder, Kommunen und Dritte kofinanziert.

Asli Erdogan mit Osnabrücker Friedenspreis geehrt

Türkische Autorin konnte den Preis persönlich entgegen nehmen

Die türkische Autorin Asli Erdogan hat den mit 25.000 Euro dotieren Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück entgegengenommen. Bei einem Festakt im historischen Rathaus wurde sie vor allem für ihre eindringlichen Berichte über die Auswirkungen der politischen Verhältnisse in der Türkei gewürdigt. Erst vor wenigen Tagen hatte die nach dem gescheiterten Militärputsch vorübergehend inhaftierte Journalistin überraschend ihren Reisepass von den türkischen Behörden zurückerhalten. Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigte sich "sehr froh", dass sie für die Preisverleihung aus der Türkei ausreisen konnte. Neben Erdogan wurde auch der Verein "Pulse of Europe", der sich für Europ einsetzt, mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Mit der dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis würdigt die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit.

Kay Kuntze bleibt Intendant in Gera

Neuer Vertrag beinhaltet Option auf Verlängerung bis 2025

Kay Kuntze bleibt bis 2022 Generalintendant in Altenburg und Gera. Das gab Theater&Philharmonie Thüringen bekannt. Der neue Vertrag enthält eine Option auf Verlängerung bis 2025. Kay Kuntze sagte, er freue sich nach einer turbulenten Spielzeit über die Fortsetzung seiner Arbeit und betonte „wie wirksam unser Theater, wie groß unsere Verantwortung, wie wichtig unsere Aufgabe ist und welche Chance dieses Theater mit den Standorten Gera und Altenburg für die Region bedeutet". Zuletzt waren drei ausländische Schauspieler wegen der Stimmung in der Stadt gegangen. Für seine künstlerische Qualität wurde das Haus mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Kay Kuntze ist seit 2011 Generalintendant von Theater&Philharmonie Thüringen.

Bolschoi zeigt "Nurejew" ohne Serebrennikow

Choreograf soll das Stück für inhaftierten Regisseur fertig stellen

Das Moskauer Bolschoi-Theater zeigt das abgesetzte Ballett „Nurejew" nun ohne den unter Hausarrest stehenden Regisseur Kirill Serebrennikow. Zwei Premieren seien für 9. und 10. Dezember geplant, kündigte Theaterdirektor Wladimir Urin russischen Nachrichtenagenturen zufolge an. Serebrennikow habe bei einem Treffen zugestimmt, dass Choreograph Juri Possochow das Stück fertigstellt. Die Justiz wirft dem international anerkannten Theatermacher die Unterschlagung staatlicher Subventionen vor. Die Moskauer Kulturszene sieht das Vorgehen als Versuch, einen kritischen Künstler mundtot zu machen. Das von Serebrennikow entworfene Ballett über die sowjetische Tanzlegende Rudolf Nurejew war im Juli wenige Tage vor der Uraufführung von Urin abgesetzt, weil es nicht aufführungsreif gewesen sei.

Museum für afrikanische Kunst in Kapstadt eröffnet

Initiative ging von Ex-Puma Chef Jochen Zeitz aus

In Kapstadt hat das erste Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst des Kontinents eröffnet. Das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Mocaa) wurde von dem Ehrengast und Friedensnobelpreisträger, Anti-Apartheid-Kämpfer und ehemalige Erzbischof von Kapstadt Desmond Tutu gesegnt. Das vom britischen Architekten Thomas Heatherwick für umgerechnet rund 32 Millionen Euro sanierte historische Getreidesilo an der V&A Waterfront zeigt auf neun Stockwerken Kunstwerke des 21. Jahrhunderts. Das Herzstück des Gebäudes ist ein 27 Meter hohes, kathedralförmiges Atrium mit den Konturen eines Maiskorns. Initiiert wurde das Mega-Projekt von dem ehemalige Chef des Sportartikelherstellers Puma, Jochen Zeitz, der für die Ausstellung auch seine private Kunstsammlung gestiftet hat.

Stuttgarter Staatsgalerie kauft Werke von Lehmbruck

Werkgruppe wird 2018 in einere Schau gezeigt

Die Stuttgarter Staatsgalerie hat eine Werkgruppe des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck erworben. Drei Plastiken und 69 Arbeiten auf Papier seien in den Besitz des Museums übergegangen, teilte die Kulturstiftung der Länder, die den Ankauf unterstützt hat, in Berlin mit. Damit habe der Lehmbruck-Schwerpunkt der Staatsgalerie, der bereits in den 60er Jahren angelegt worden sei, noch einmal an Gewicht gewonnen. Die drei Plastiken "Große Sinnende", "Der Gestürzte" und "Frau F." befinden sich bereits seit Jahrzehnten als Dauerleihgabe aus Familienbesitz in der Staatsgalerie, ebenso die 20 Zeichnungen, 44 Kaltnadelradierungen und fünf Lithographien. Im September 2018 sollen die Exponate in der umfangreichen Schau "Wilhelm Lehmbruck. Variation und Vollendung" gezeigt werden.

Nachrichtensender N24 heißt bald "Welt"

Umbenennung ab 18. Januar 2018

Der Nachrichtensender N24 bekommt einen neuen Namen: Vom 18. Januar 2018 an heißt das Programm "Welt". Die Umbenennung sei die Vollendung einer Idee, die am 9. Dezember 2013 mit dem Verkauf von N24 an Axel Springer begann, teilte das Medienhaus in Berlin mit. Unter dem Namen Welt entstehe ein gemeinsames journalistisches Angebot in Print, Digital und TV. Der Name "Die Welt" für die Zeitung bleibt bestehen. Der neue Auftritt sei die Antwort auf das sich verändernde Informationsverhalten, erklärte Senderchef Torsten Rossmann. Am Senderdesign, das vor einem Jahr neu gestaltet wurde, ändere sich nichts.

Frankreich will Menschen für seine Kultur begeistern

Frankreich ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Frankreich will bei der Messe den gesamten französischsprachigen Sprachraum in den Blick rücken. Es gäbe ein neues Bewusstsein, sagt Chef-Organisator Paul de Sinety. Französischsprachige Autoren- ob sie nun in anderen Ländern lebten oder als Einwanderer in Frankreich - seien heute für die französischen Verlage sehr wichtig. Sie genössen Anerkennung und erhielten große Literaturpreise wie den Prix Goncourt. Paris gelte nicht mehr als Nabel der Welt. Frankreich verknüpft mit dem Auftritt auf der internationalen Kulturbühne große Erwartungen. 300 Veranstaltungen sind in Frankfurt geplant. In ganz Deutschland gibt es übers Jahr verteilt weitere 400 an verschiedenen Orten. Die Frankfurter Buchmesse findet vom 11.-15. Oktober statt.

Neue Ära am Berliner Ensemble

Erste Spielzeit unter neuem Intendanten Reese hat begonnen

Gegeben wurde Camus' "Caligula". Die Inszenierung übernahm Antú Romero Nunes, Constanze Becker spielte die Titelrolle. Oliver Reese kommt vom Schauspiel Frankfurt und hatte in diesem Jahr den langjährigen Intendanten des Berliner Ensembles, Claus Peymann abgelöst. Mit viel Theaterblut und Spielleidenschaft erzählte das Ensemble um Becker von dem sadistischen, von Weltschmerz geplagten römischen Herrscher - ein ebenso philosophischer wie politischer Abend. Das Premierenpublikum feierte Schauspieler und Regisseur mit langem Applaus.

Bund hilft bei Sanierung preußischer Schlösser

400 Millionen Euro als Unterstützung beschlossen

Vertreter von Bund und Ländern haben am Donnerstag ein weiteres Finanzierungspaket über 400 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) unterzeichnet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, es sei eine nationale Aufgabe, das Unesco-Kulturerbe zu erhalten. Das 2008 vereinbarte Sonderinvestitionsprogramm war mit einem Gesamtvolumen von 155 Millionen Euro ausgestattet. Nun stellt Grütters aus ihrem Etat 200 Millionen Euro zur Verfügung, die andere Hälfte tragen das Land Brandenburg mit 131 Millionen Euro und Berlin mit 69 Millionen Euro. Finanziert werden dringende Bauinvestitionen und Sanierungsarbeiten am Schloss Charlottenburg in Berlin, im Neuen Palais in Potsdam, im Schloss Babelsberg und am Schloss auf der Pfaueninsel. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten betreut neben 32 Museumsschlössern mehr als 720 Hektar Parkflächen und über 300 historische Anlagen.

Facebook sperrt Seite von Rohingya-Rebellen

Internet-Konzern reagiert auf Aktivitäten in den sozialen Medien

Facebook hat eine Seite von Rohingya-Rebellen in Myanmar gesperrt. Wie eine Sprecherin des Internetkonzerns mitteilte, betrachtet Facebook die Arakan Rohingya Salvation Army (Arsa) als gewalttätige Gruppe. Das Unternehmen erklärte, die Sperrung der Seite der Rohingya-Rebellen gehe nicht auf einen Antrag der Regierung Myanmars zurück. Der Konzern prüft demnach, nicht bebilderte Inhalte der Arsa weiter online zu lassen. Kämpfer der Arsa hatten Ende August bei Angriffen auf Armee- und Polizeiposten dutzende Sicherheitskräfte getötet. Das Militär hatte mit Gegengewalt reagiert. Seitdem wurden bei den Kämpfen in Myanmar hunderte Menschen getötet. Der Konflikt in Myanmar ist auch von gegenseitigen Anschuldigungen und hasserfüllten Darstellungen in den sozialen Medien geprägt.

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