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Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. März 2020

Ruhrfestspiele wegen Corona-Krise abgesagt

Die Ruhrfestspiele 2020 sind wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Das Organisationsteam prüfe derzeit, ob Teile des Programms in den Herbst verschoben werden könnten, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Recklinghausen mit. Das Festival, das von 1. Mai bis 13. Juni hätte stattfinden sollen, wollte sich dem Thema "Macht und Mitgefühl" widmen.

Horrorfilm-Regisseur Stuart Gordon gestorben

Der US-amerikanische Horrorfilm-Meister Stuart Gordon ist tot. Der Regisseur von Kultstreifen wie "Re-Animator" (1985) und "From Beyond - Aliens des Grauens" (1986) sei gestorben, teilte seine Tochter Margaret Gordon dem US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" mit. Der Regisseur und Drehbuchautor wurde 72 Jahre alt. Gordon wurde neben seinen Splatter- und Horrorfilmen auch durch experimentelle Theater-Produktionen bekannt. Er schrieb mehrere Drehbücher, darunter für Filme wie "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" (1989) und "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser" (1993).

"Wohnzimmer"-Konzert mit Billie Eilish und Elton John

Musikstars wie Billie Eilish, Mariah Carey, Tim McGraw, Alicia Keys und die Backstreet Boys wollen während der Coronavirus-Krise für einen guten Zweck in ihren eigenen vier Wänden ein Konzert geben. Der britische Sänger Elton John werde die "Wohnzimmer"-Aktion unter dem Namen "iHeartRadio Living Room Concert for America" moderieren, teilten die Veranstalter mit. Demnach werden die Künstler in ihren Wohnzimmern alleine auftreten und sich dabei selber mit dem Smartphone filmen. Der einstündige Zusammenschnitt des Events soll am Sonntag ausgestrahlt werden. Musiker und Zuschauer werden aufgerufen, für Notdienste zu Spenden, die in der Coronavirus-Krise im Einsatz sind.

Umfrage: Künstler rechnen mit massiven Verlusten

Künstler und Künstlerinnen rechnen während der Coronakrise mit massiven Einschnitten bei ihren Einkommen. Einer Umfrage zufolge gehen 58 Prozent der Berliner Kunstschaffenden davon aus, mehr als 75 Prozent ihres monatlichen Einkommens zu verlieren. An der Online-Befragung nahmen 1623 der nach Schätzungen 8000 bis 10.000 Künstlerinnen und Künstler in der Hauptstadt teil. In der Folge der Einbußen sorgen sich die Betroffenen um ihr Auskommen. Mehr als drei Viertel fürchten, die nächste Miete oder grundlegende Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen zu können. Mehr als 90 Prozent der Künstlerinnen und Künstler bekommen danach bei anhaltenden Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in den nächsten Monaten akute finanzielle Probleme.

Tony-Theaterpreise wegen Corona verschoben

Wegen der Corona-Pandemie werden auch die amerikanischen Tony-Theaterpreise verschoben. Die eigentlich für den 7. Juni geplante Verleihung in der New Yorker Radio City Music Hall werde auf unbestimmte Zeit verschoben, teilten die Veranstalter mit. "Die Gesundheit und Sicherheit der Broadway-Gemeinschaft, der Künstler und Fans ist für uns von größter Bedeutung", heißt es in einer Mitteilung. Die Tonys zählen zu den wichtigsten Theaterpreisen der Welt.

Rumänischer Dissident Paul Goma gestorben

Einer der prominentesten Dissidenten der vormaligen kommunistischen Diktatur in Rumänien, der Schriftsteller Paul Goma, ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in Paris nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, wie seine Biografin mitteilte. International bekannt wurde Goma 1977, als er sich in einem offenen Brief mit der Charta 77 solidarisierte - der regimekritischen Protestbewegung in der damaligen Tschechoslowakei. Daraufhin wurde Goma verhaftet. Einen Monat später kam er frei und siedelte nach Frankreich über. In Deutschland erschienen Gomas Romane "Ostinato" und "Die Tür". Zuletzt war Goma umstritten, weil er die Beteiligung Rumäniens am Holocaust als "Lüge" bezeichnet hatte.

Kunsthistoriker Beil leitet Völklinger Hütte

Der Kunsthistoriker Ralf Beil (55) wird vom 1. Mai an neuer Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Das habe der Aufsichtsrat der Stätte entschieden, teilte das saarländische Kulturministerium in Saarbrücken mit. Beil sei "ein mutiger Macher", der zur Vermittlung der Industriekultur im Saarland neue Ansätze, auch grenzüberschreitend, entwickeln solle. Beil folgt Meinrad Maria Grewenig nach, der bis Ende Juni 2019 rund 20 Jahre lang den Kurs des Weltkulturerbes Völklinger Hütte gesteuert hatte. Beil leitete knapp vier Jahre lang das Kunstmuseum Wolfsburg, das er im Streit verließ. Danach war er künstlerischer Berater zu Hannover als Kulturhauptstadt Europas 2025.

Goethe-Institute stellen Kurse online

Angesichts der vorübergehenden Schließung zahlreicher Goethe-Institute in vielen Ländern stellt die Kultureinrichtung Kursangebote online. Darunter finden sich digitale Sprach- und Bildungsprogramme, die es auch von zuhause aus ermöglichen, Deutsch zu lernen oder sich fortzubilden, teilte das Goethe-Institut in Berlin mit. Die Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche, Deutschlerner sowie Lehrkräfte für Deutsch. Das Goethe-Institut ist für die kulturelle Repräsentanz Deutschlands im Ausland zuständig. Von den weltweit 157 Einrichtungen in 98 Ländern waren zuletzt rund 90 für das Publikum geschlossen.

Italien feiert den ersten Dantedì

Mitten in der Corona-Pandemie hat Italien am Mittwoch seinen Nationaldichter Dante Alighieri (1265-1321) gefeiert. Beim erstmals begangenen "Dantedì" (Dantetag) mussten allerdings alle öffentlichen Veranstaltungen auf Plätzen und in Theatern wegen der Ausgangsbeschränkungen abgesagt werden. Stattdessen ließen Politiker, Kulturschaffende und Tausende Dante-Fans den vor knapp 700 Jahren verstorbenen Dichter unter dem Hashtag #IoleggoDante virtuell hochleben.
"Dante ist die Einheit des Landes, Dante ist die italienische Sprache, Dante ist die Idee Italiens selbst", sagte Kulturminister Dario Franceschini. Er hatte Lehrer und Schüler zuvor dazu aufgerufen, den Verfasser der "Göttlichen Komödie" am Mittwoch im Online-Unterricht zu lesen.

20 Verdächtige im Fall Khashoggi angeklagt

Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. Hauptangeklagte sind zwei ehemalige Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, teilte die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Saud bin Abdullah al-Kahtani und Ahmed al-Asiri werde vorgeworfen, die 18 übrigen Angeklagten zu vorsätzlichem Mord unter Folter angestiftet zu haben. Für alle 20 Verdächtigen seien Fahndungsaufrufe über Interpol erlassen worden, zudem werde ein Auslieferungsantrag vorbereitet. Ein Prozesstermin wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Digitaler Spaziergang durch "Faust"-Ausstellung

Die erfolgreiche Münchner Ausstellung "Du bist Faust" ist im Internet erneut erlebbar. Sie war ursprünglich im Jahr 2018 in der Münchner Kunsthalle zu sehen.
Unter www.kunsthalle-muc.de können Besucher einen digitalen Osterspaziergang durch die Räume der Schau machen, teilte die Kunsthalle mit. Wer auf die Audio-Symbole klickt, könne auch die Audioguide-Beiträge hören. Die Texte zu den jeweiligen Exponaten sind ebenfalls lesbar. Die digitale Ausstellung ist laut Mitteilung ein gemeinsames Projekt mit der Klassik Stiftung Weimar. Die Kunsthalle München wird eigenen Angaben zufolge angesichts der Corona-Krise frühestens am 20. April wieder öffnen. Dann soll unter dem Titel "Couturissime" eine Schau über den Modemacher Thierry Mugler zu sehen sein.

Probesingen in Regensburg per Videokonferenz

Wegen der Corona-Pandemie findet das Probesingen bei den Regensburger Domspatzen in diesem Jahr per Videokonferenz statt. Jungen, die sich für das kommende Schuljahr bei dem berühmten Knabenchor anmelden möchten, könnten ihre Stimme in einem "virtuellen Vorsingraum" testen lassen, teilte das Gymnasium am Mittwoch mit. Per Videokonferenz würden Domkapellmeister Christan Heiß und seine Chorleiter dann etwa 20 Minuten lang die musikalischen Anlagen der Schüler testen. Die Jungen sollten nach Möglichkeit ein bekanntes Kirchen-, Volks- oder Kinderlied vorbereiten.

OECD-Experte befürchtet verlorenes Jahr für Schulen

Der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher hat angesichts der Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie vor einem Bildungsverlust in Deutschland gewarnt. Schleicher sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, die deutschen Schulen seien beim digitalen Lernen weit zurück. Das räche sich jetzt. Die Angst vor einem verlorenen Jahr für die Bildung in Deutschland sei berechtigt, wenn die Schüler zu lange zu Hause bleiben müssten. Schleicher, der vor allem als Koordinator der Schulstudie Pisa in Deutschland bekannt wurde, betonte, in der Krise liege zugleich eine Chance. Das Land könne jetzt beim digitalen Lernen einen Riesensprung nach vorn machen. Es gehe darum, durch Technik nicht nur herkömmliche Bildungsprozesse effizienter zu gestalten, sondern völlig neue Formen zu entwickeln. Lernen könnte damit spannender, interaktiver und individueller werden.

Burgtheater-Chef findet Leben ohne Kunst unvorstellbar

Burgtheater-Direktor Martin Kusej ist sich auch angesichts der aktuell schwierigen Situation für Kunst- und Kulturschaffende sicher, dass es kein Leben ohne Kunst geben kann. "Man würde irgendwann abwägen müssen, ob die Krankheit, die die Menschen ohne Kunst befallen würde, nicht noch schlimmer wäre", sagte der 58-Jährige der Wiener Wochenzeitung "Falter" vom Mittwoch. Die Kunst sei ein Kommunikationsmittel, mit dem sich die Menschen in andere Menschen und in andere Situationen hineinversetzen könnten. "Sie schafft Identität und kann einer Gemeinschaft helfen, eine Wertegrundlage zu schaffen. Wenn wir nicht wissen, wer wir sind, oder keine Ideen entwickeln können, wer wir sein wollen, werden wir krank", erklärte Kusej, der seit Herbst das renommierte Wiener Theater leitet. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden auch dort derzeit keine Aufführungen statt.

Verleihung des Aachener Karlspreises verschoben

Wegen der Corona-Krise wird die ursprünglich für den 21. Mai geplante Verleihung des Aachener Karlspreises an den rumänischen Präsidenten Iohannis verschoben. Darauf verständigte sich das Karlspreisdirektorium in einer Telefonkonferenz, teilte die Stadt Aachen mit. Der Direktoriumsvorsitzende und frühere Aachener Oberbürgermeister Linden stimmte den Beschluss demnach anschließend mit Iohannis telefonisch ab. Iohannis äußerte demnach die Hoffnung, dass bald nach der angestrebten Eindämmung der Pandemie ein geeigneter neuer Termin für die Preisverleihung gefunden werde. Der "Internationale Karlspreis zu Aachen" gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in führender Position um die europäische Einigung verdient gemacht haben.

Dramatiker McNally gestorben

Der US-Dramatiker Terrence McNally ist nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. McNally habe zuvor erfolgreich gegen Lungenkrebs gekämpft und an einer chronischen Lungenkrankheit gelitten, berichteten US-Medien unter Berufung auf seinen Sprecher. Nachdem er sich mit dem Erreger angesteckt habe, sei er am Dienstag im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Florida gestorben. Der 1939 in Florida geborene McNally hat Stücke wie "The Lisbon Traviata" und "Master Class" geschrieben, die weltweit erfolgreich aufgeführt wurden. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mehreren Tony-Theaterpreisen.

Grütters will alle Künstler durch die Krise bringen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) setzt darauf, möglichst alle Kunst- und Kulturschaffenden trotz finanzieller Einbußen durch die Corona-Krise zu bringen. "Das Corona Virus ist auch ein Angriff auf ein Lebensmodell, das die Kulturlandschaft Deutschland kennzeichnet", sagte Grütters im Deutschlandfunk Kultur. Sie freue sich, dass es gelungen sei, einen Rettungsschirm für den Kultur-, Kreativ- und Medienbereich aufzuspannen. Die Bundesregierung will Kleinunternehmen sowie sogenannte Solo-Selbstständige aus dem Kultur-, Medien- und Kreativbereich nach eigenen Angaben mit 50 Milliarden Euro unterstützen - etwa in Form von Überbrückungshilfen. Weitere Maßnahmen sollen der Absicherung von persönlichen Lebensumständen und der Abmilderung von Härten dienen. Über das genaue Vorgehen können sich Betroffene unter www.kulturstaatsministerin.de informieren.

Berliner Festivals ziehen ins Netz

Mehrere Berliner Festivals verlegen ihre Veranstaltungen ins Internet. So könnten sich Interessierte für das Berliner Poesiefestival zwischen dem 5. und 11. Juni Interviews und Debatten statt vor Ort als Stream anschauen, sagte Veranstalter Thomas Wohlfahrt. Auch das Kunstfestival "48 Stunden Neukölln" wird wegen der Corona-Krise vom 19. bis 21. Juni online stattfinden. Menschen könnten "eine künstlerische Reflexion der Ereignisse" dringend brauchen, so die Veranstalter. Auch Besuche im Atelier könnten per Videochat organisiert werden. Einzig Werbung an Litfaßsäulen und in Schaufenstern soll weiter analog gezeigt werden.

Netflix drosselt Datenübertragung in Indien

Netflix, Facebook und Instagram wollen ab sofort 25 Prozent weniger Daten durch die Kabel in Indien jagen. Ähnliche Maßnahmen haben Firmen der Unterhaltungsindustrie wegen Corona zuvor bereits in Europa vollzogen. Man tue das, um das chronisch überlastete indische Kommunikationsnetz in diesen Zeiten nicht völlig kollabieren zu lassen, sagte ein Netflixsprecher. Die Drosselung ist zunächst auf 30 Tage befristet. Wegen der Virus-Pandemie hat Premierminster Modi eine landesweite Ausgangssperre für das Milliardenvolk Indiens verhängt.

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