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Lesart / Archiv | Beitrag vom 17.03.2018

Rüdiger Schaper: "Alexander von Humboldt""Er war das Beste von Preußen"

Moderation: Maike Albath

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Alexander von Humboldt (l) mit dem französischen Botaniker Amié Bonpland während einer Expedition in Südamerika. (imago / Banner: Deutschlandradio)

Als "absolute Ausnahmeerscheinung" würdigt der Autor Rüdiger Schaper den Naturforscher und Entdeckungsreisenden Alexander von Humboldt in seiner neuen Biografie. Im Zeitalter des Kolonialismus habe dieser sein Leben lang gegen die Sklaverei angeschrieben.

Im 19. Jahrhundert, in der die europäischen Mächte die Welt unter sich aufteilten und die Ausbeutung der Welt in großem Stil begann, zog es den Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt mit ganz anderen Zielen hinaus in die Welt.

Alexander von Humboldt von Ruediger Schaper (Siedler-Verlag) (Siedler-Verlag)"Ich halte ihn für eine absolute Ausnahmeerscheinung in seinem friedlichen Interesse, überhaupt erst einmal die Welt kennenzulernen", sagt Rüdiger Schaper, der gerade eine neue Biografie Alexander von Humboldts vorgelegt hat. "Er war das Beste von Preußen – Kultur und Wissenschaft -, und er wollte unbedingt raus."

Alexander von Humboldt habe sich den Menschen offen genähert, betont sein Biograf. Auch habe er sein Leben lang gegen die Sklaverei angeschrieben. "Er hat sofort am ersten Tag nach seiner Ankunft im heutigen Venezuela einen Sklavenmarkt gesehen, wo es ihm richtig schlecht wurde."

Geachtet und gefüchtet zugleich

Mit seiner Einstellung sei Humboldt in seiner Zeit geachtet gewesen - "aber auch gefürchtet als jemand, der die Dinge anders sieht, durchaus gegen Empire, imperalistische Wirtschaftsinteressen."

Entsprechend habe ihm die East India Company über Jahrzehnte die Erlaubnis verweigert, nach Indien und in den Himalaya zu reisen - Humboldts großer Traum. "Weil die Handelsbosse in London gesagt haben, so einer, der so etwas schreibt über Sklavenhaltergesellschaft, über Welthandel, der das fair haben will, so einen wollen nicht, sonst kommt der aus Indien zurück, und wir haben da Aufruhr."

Zahlreiche neue Forschungsergebnisse zu Humboldt

Dass es überhaupt angezeigt war, eine neue Humboldt-Biografie zu schreiben, begründet Rüdiger Schaper damit, dass es in den letzten zehn Jahren sehr viel neue Forschung, aber keine neue Biografie gegeben habe. "Es sind zum Beispiel die amerikanischen Reisetagebücher angekauft worden in einem großen Akt, das waren 12 Millionen Euro, sein Adressbuch ist aufgetaucht."

Rüdiger Schaper: "Alexander von Humboldt: Der Preuße und die neuen Welten"
Siedler-Verlag 2018
280 Seiten, 20 Euro

(uko)

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