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Fazit | Beitrag vom 08.01.2020

Rückzug von Prinz Harry und Herzogin Meghan"Die royale Notbremse gezogen"

Michael Begasse im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Prinz Harry and Herzogin Meghan Markle sitzen bei einem öffentlichen Auftritt nebeneinander auf einer Couch. (i images / imago-mages)
Prinz Harry and Herzogin Meghan Markle wollen in Zukunft (i images / imago-mages)

Prinz Harry und Herzogin Meghan haben angekündigt, sich weitgehend aus den Verpflichtungen der Königsfamilie zurückzuziehen. Über einen solchen Schritt war schon spekuliert worden. Der Journalist Michael Begasse kann den Entschluss nachvollziehen.

In einer vom Buckingham-Palast verbreiteten Erklärung haben Prinz Harry und Herzogin Meghan verlauten lassen, als ranghohe Mitglieder der Königsfamilie zurückzutreten. Die Entscheidung sei nach vielen Monaten des Nachdenkens getroffen worden. Man wolle nun eine "neue, fortschrittliche Rolle" innerhalb der Institution einnehmen, aber die Queen weiterhin unterstützen. 

Keine Zuwendungen mehr von der Krone

Für ihn sei die Entscheidung in ihrer Konsequenz unabsehbar und deswegen überraschend gewesen, sagt der Journalist und Adelsexperte Michael Begasse. Dass das Paar sich gewünscht habe, ein bisschen mehr freie Zeit zu haben und einen Teil des Jahres nicht im kalten London, sondern im südlichen Afrika oder in Nordamerika zu verbringen, sei nicht die Überraschung. 

Diese liege vielmehr in der Konsequenz, die darin bestehe als "senior members" des Königshauses zurückzutreten, von der Krone kein Geld mehr für royale Pflichten zu bekommen und dem Wunsch als kleine private "Familie Sussex" wahrgenommen und respektiert zu werden.

Das notwendige Geld, um sich von den königlichen Pflichten zu lösen, hätten die beiden. "Harry hat von seiner Mutter Diana knapp 20 Millionen Pfund geerbt und auch Meghan ist keine arme Frau. Finanziell haben die beiden ausgesorgt."

Rückzug ins Private dient dem Schutz des Kindes

Hauptsächlich ginge es um ihren Sohn Archie, so Begasse. Die Welt habe sich auf Archie gestürzt und die Eltern hätten sich gefragt, was sie ihrem Kind und möglichen Geschwistern antun, wenn das so weiterginge. "Das war mit die Triebfeder dieser Entscheidung. Man will sich vor allem zum Schutze der Kinder ins Private zurückziehen."

Man werde die beiden aber dennoch auch in der Zukunft sehen, wenn auch deutlich seltener. "Ab sofort gibt es niemanden mehr, der ihnen vorschreiben kann, bei irgendwelchen Veranstaltungen teilzunehmen. Sie haben ihren eigenen Kalender, ihr eigenes Büro und ihr eigenes Budget und Angestellte. Sie haben sich soweit ausgeklinkt."

Dennoch habe Harry betont, dass er sich nach wie vor als Enkel der Königin in der royalen Pflicht sehe und weiterhin Teil der Krone sein werde. "Aber auch nur noch dann, wenn er will und wann er will."

Durch die Unerbittlichkeit der britischen Medien hätten die beiden Eltern sich bedrängt gefühlt. "Vor ein paar Wochen hat Herzogin Meghan einem Fernsehsender ein tränenreiches Interview gegeben. Sie ist von dieser Hysterie und von diesem royalen Hype quasi überrollt worden. Es wurde den beiden zuviel, und jetzt haben sie die royale Notbremse gezogen."

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